Entschieden zu laut ging es am vergangenen Samstagabend in Hüfingen zu. So die empörte Meinung einer Anwohnerin des Wohngebiets „Auf Hohen“. Die Frau beschwerte sich über ein Feuerwerk mit vielen heftigen Schlägen, das sie in den Bereich rund um die Alemannensstraße verortete. Ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen, doch den Ärger habe sie nicht alleine gehabt.

„Mir selbst ist kurzzeitig der Hund abgehauen. Eine Nachbarin musste ihrem Hund Beruhigungstabletten verabreichen und in anderen Haushalten wachten Kinder auf und weinten ängstlich.“ Sogar bis nach Donaueschingen habe man die Kanonenschläge gehört, zitiert sie den verwunderten Anruf einer Bekannten, die „Auf Schalmen“ wohnt.

Um 21.45 Uhr habe die Knallerei begonnen: wobei die Kracher deutlich unangenehmer gewesen seien wie die Raketen. „Ich habe dann versucht, zu Fuß diese Festgesellschaft zu finden, aber da war ich zu langsam“, so die Anwohnerin weiter, die nun erwägt, Anzeige zu erstatten. Gegen 22.20 Uhr habe die Pyrotechnik erneut gezeigt, was akustisch möglich ist.

Die genervte Hüfingerin setzte sich ins Auto und fand die Adresse, wo ganz offensichtlich kurz zuvor geballert worden war. Vergeblich habe sie dann den Gastgeber angesprochen. „Die meinten, sie hätten mit dem Feuerwerk nichts zu tun“, ärgerte sie sich über eine ausweichende Antwort. Die zerfetzten Kracher auf der Straße hätten dagegen eine eindeutige Botschaft gegeben.

„Wo kämen wir denn hin, wenn jede sein Feuerwerk abbrennt, wie er Lust hat?“, macht sie ihrem Ärger Luft. Dass dies eben nicht geht, bestätigte Hauptamtsleiter Horst Vetter auf Anfrage. Auch er war am Montag über die nächtliche Ruhestörung angesprochen worden. Auch unterm Jahr können Feuerwerke der Kategorie II, entsprechend der üblichen Silvester-Knallerei, zwei Wochen vorher bei der Ortspolizei angemeldet werden: und zwar von jemandem, der ausdrücklich feuerwerkstechnisch befugt ist. Im aktuellen Fall habe weder Anmeldung noch Erlaubnis vorgelegen.

Im Übrigen habe die Stadt die Möglichkeit, Sondererlaubnisse für Feuerwerke zu erteilen: „Das muss aber von öffentlicher Relevanz sein.“ Ein runder Geburtstag oder eine Hochzeit gehörten nicht in diese Kategorie. „Bei uns kommen immer häufiger Beschwerden dieser Art an“, sagt Vetter weiter. Nach seiner Einschätzung seien die Leute empfindlicher geworden.

Auch bei der Polizei ging in der Nacht auf Sonntag ein Hinweis auf ein nicht angemeldetes Feuerwerk ein. „Das war kurz vor 22.30 Uhr“, sagte Polizeisprecher Thomas Kalmbach. Als die Streife anerückte, sei das Feuerwerk schon vorbei gewesen. „Das gibt es immer mal wieder“, so Kalmbach weiter. Meist sei das keine große Sache. Die Nachbarn wüssten, dass der Lärm ja nach wenigen Minuten vorbei sei. Das regle sich meist, ohne dass die Polizei eingeschaltet wird. „Und mancher schaut ja auch neugierig aus dem Fenster, wenn die Raketen in den Himmel steigen oder will dann wissen, wo gefeiert wird.“ Toleranz und Neugierde überwögen in den meisten Fällen, so seine Einschätzung.

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