Es liegt genau zehn Jahre zurück: Anfang April 2011 ist der Wohnmobilplatz am Donaualtarm im Geisinger Freizeitgelände Danuterra in Betrieb gegangen. Seither ist viel passiert, und der Platz ist bei den Campern beliebt. Er ist mehrfach als Top-Platz ausgezeichnet worden. Doch seit geraumer Zeit ist er aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen.

Bereits im vergangenen Jahr war er teilweise im März und im Mai sowie den gesamten April gesperrt – und ebenfalls seit 2. November wieder. Dennoch: Trotz der Pandemie war das Jahr 2020 das stärkste Jahr in der Geschichte des Platzes mit 2245 Ankünften (2019: 2184) und 3884 Übernachtungen (Vorjahr 3715). Die Monate Juli, August und September 2020 waren die stärksten Monate mit 616, 739 und 725 Übernachtungen.

So sieht es aus, wenn der Platz gut genutzt ist: Ein Bild aus dem Jahr 2020, das Rekordjahr des Wohnmobilplatzes in Geisingen.
So sieht es aus, wenn der Platz gut genutzt ist: Ein Bild aus dem Jahr 2020, das Rekordjahr des Wohnmobilplatzes in Geisingen. | Bild: Paul Haug

Seit der Eröffnung ist Erich Bertsche Platzwart. Obwohl der Platz gesperrt ist, sieht er auf dem Espen, wie das Gelände landläufig auch heißt, nach dem Rechten. Die Wohnmobilisten sind unterwegs, übernachten allerdings frei im Gelände oder in Städten. Allerdings nutzen diejenigen auf der Durchfahrt die Infrastruktur zur Entsorgung von Abwasser und Versorgung mit Frischwasser beim Geisinger Wohnmobilplatz, die ihn kennen.

Die Mülleimer, sagt Erich Bertsche, seien immer voll. Wohnmobilisten hinterließen ihren Unrat, aber nicht nur. Auch Bauabfälle finden sich in den Containern wieder. Immer wieder entsorgten Jugendliche ihren Müll nicht, nachdem sie in der Nacht gefeiert haben. „Ich erhalte an manchen Tagen unzählige Anrufe, ob der Platz denn nun geöffnet ist oder nicht. Ich muss die Interessenten leider auf die Verordnung der Regierung verweisen, die eine Sperrung von Campingplätzen, und dazu gehören auch Wohnmobilplätze, verfügt hat“, sagt Erich Bertsche.

Das könnte Sie auch interessieren

Aufgrund der Sperrung entgingen der Stadt Einnahmen, erklärt er. Erst Ende des vergangenen Jahres sei ein neuer Kassenautomat installiert worden, damit Gebühren mit der EC-Karte bezahlt werden können. Der alte Automat nahm lediglich Bargeld an und konnte kein Wechselgeld auszahlen. Dies musste über die Stadtkasse erfolgen, was über das Wochenende wiederum nicht möglich war. Der Kauf des Automaten war im Gemeinderat im September beschlossen worden. In die Anschaffung investierte die Stadt rund 8300 Euro. Das Gerät kann mehr: Über dieses lassen sich Besucherzahlen auswerten.

Weil der Geisinger Wohnmobilstellplatz so gut ankommt, hat der Gemeinderat im September auch über eine Erweiterung diskutiert. Vorab sollte jedoch das Potenzial untersucht werden. Konkret beschlossen haben die Räte noch nichts. Sie haben sich dagegen für eine Erhöhung der Nutzungsgebühren ab Januar 2022 ausgesprochen. Seit dem Jahr 2017 sind die Preise stabil geblieben.