Schon mehrfach hat sich Fred Trendle aus Kirchen-Hausen in der Vergangenheit als Buchautor betätigt. Zweimal war er alleiniger Autor und einmal zusammen mit Joachim Gässler. Nun bringt er unter dem Titel „Point Blank“ 16 Bände heraus. Point Blank war der Codename der Alliierten für die Lähmung und Vernichtung der deutschen Luftwaffe und Flugzeugindustrie durch die US-amerikanische Luftwaffe und die Royal Air Force, um die geplante Invasion Nordwesteuropas im Jahre 1944 vorzubereiten und einen Sieg der alliierten Streitkräfte zu gewährleisten.

Pro Quartal kommen vier Bücher Trendles umfangreicher Recherche auf den Markt: einer Recherche, die öffentlich in dieser Form weltweit wohl einmalig ist. So verwundert es nicht, dass die ersten Bände bereits bis nach Australien verschickt werden.

2003 veröffentlichte Fred Trendle seinen ersten Band „10 Tage im April“, in dem er schonungslos die Ereignisse des zweiten Weltkriegs vom 20. bis 30. April dokumentierte. Vor 16 Jahren konnte er noch viele Zeitzeugen jener Epoche befragen. In einer Lesung stellte er damals Ausschnitte aus dem Buch vor, die den Zuhörer aufgrund der sinnlosen Aktionen der SS, aber auch der Besatzer, nachdenklich stimmten. 2005 brachte er mit „Brennendes Land, Luftkrieg im Südwesten von 1940 bis 1945“ das nächste Buch heraus. In beiden Werken waren ihm die Schicksale der Menschen wichtig – im ersten Band die der Soldaten und der Bevölkerung und im zweiten die der Piloten.

Schon damals begann er mit der Recherche für die nunmehr vorliegende Dokumentation, denn Trendle wollte mehr über den Luftkrieg erfahren und dokumentieren. Mehr oder weniger dazwischen brachte er 2014, zu diesem Zeitpunkt war er noch Vorsitzender des Geschichtsvereins Kirchen-Hausen, zusammen mit Joachim Gässler eine Dokumentation der Geschichte und der Einwohner von Kirchen-Hausen als Ergänzung zum ersten Geschichtsbuch der Gemeinde heraus. Auch hier waren ihm die Gesichter der Menschen, die in Kirchen-Hausen lebten, aber auch im Krieg ihr Leben ließen, sehr wichtig.

14 Jahre haben die umfangreichen Recherchen gedauert bis zum Abschluss der Dokumentation in den nunmehr 16 Bänden. Je ein Monat aus der Zeit von Januar 1944 bis Mai 1945 ist darin akribisch genau wiedergegeben. Pro Band hat Trendle 200 Exemplare aufgelegt, die ersten Bände waren bereits nach kurzer Zeit vergriffen und werden nachgedruckt. Viele Bücher gehen nach Amerika, ja sogar bis nach Australien. Die Amerikaner haben eine andere Gedenkkultur, betont Fred Trendle. Auf seiner Homepage verzeichnet er weltweite Zugriffe aufgrund dieser Buchreihe.

Dass eine solch akribisch genaue Recherche viel Zeit benötigt, leuchtet spätestens bei der Lektüre der Bücher ein. Hierfür hat Trendle in Deutschlands Archiven, aber auch in Nationalarchiven der damaligen Kriegsteilnehmer, zur Aktion „Point Blank“ recherchiert. Jede Flugbewegung in Europa, jeder Abschuss, egal von welcher Seite, und das Schicksal von Piloten und Besatzung ist dokumentiert. Viele Bilder von den einzelnen Aktionen und Flugzeugtypen samt Besatzung ergänzen eindrucksvoll die Dokumentationen. Den ersten vier Bänden von Januar 1944 bis April 1944 folgen nun pro Quartal weitere vier Bände.

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