Containerlösung statt Schulbau

Aus dem Anbau ans gelbe Rathaus wird die nächsten Jahre erst einmal nichts.
Aus dem Anbau ans gelbe Rathaus wird die nächsten Jahre erst einmal nichts. | Bild: Roland Sigwart

Der Bedarf für eine Erweiterung der Grundschule ist unumstritten, schließlich benutzt die Schule Räume seit Jahren drei- und vierfach und mit zunehmender Beliebtheit der Ganztagesbetreuung platzt die Schule aus allen Nähten. Doch genaue Planungen gibt es bislang noch nicht. Beispielsweise ist die Frage offen, ob das vorhandene Gebäude aufgestockt werden kann oder ob es einen Anbau braucht. Vor dem Hintergrund, dass immer nur ein Schulprojekt realisiert werden soll und dass der Neubau der Realschule viele personelle und finanzielle Ressourcen binden wird, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Erich-Kästner-Schule erst einmal die nächsten drei Jahre nicht anzugehen. Allerdings gab es dann doch einige Stimmen – allen voran GUB-Stadträtin Alexandra Riedmaier – die darauf hinweisen, dass dringend Handlungsbedarf bestünde. Die Lösung: Stadtbaumeister Christian Unkel wird sich mit Containern auseinandersetzen, mit denen man vorübergehend Platz schaffen könnte.

Hindenburgring wird 2020/21 saniert

Die Sanierung des Hindenburgrings beginnt nächstes Jahr, andere Straßen werden aber gestrichen.
Die Sanierung des Hindenburgrings beginnt nächstes Jahr, andere Straßen werden aber gestrichen. | Bild: Jakober, Stephanie

Hindenburgring und andere Straßen: Die Grünen hätten gerne den Hindenburgring und den Kreisverkehr Raiffeisenstraße um zwei Jahre geschoben. Doch bei der Raiffeisenstraße gibt es ein Problem, das Projekt wird für die Erweiterung des Gewerbergebietes Breitelen-Strangen benötigt. „Wir haben konkrete Anfragen und können die Interessenten nicht noch einmal vertrösten“, sagt Oberbürgermeister Erik Pauly. Der Vorschlag, den Hindenburgring zu schieben, findet zwar bei der FPD/FW-Fraktion gefallen, aber beim Rest des Gemeinderates nicht. Dafür wird die Sanierung von vielen anderen Straßen geschoben: In Aasen die Ostbaarstraße und in Wolterdingen der Haldenweg. Hinter der Stadionstraße in Donaueschingen steckt das Anlegen eines Parkplatzes, der von einem anliegenden Fitnessstudio genutzt wird. Da sind die Stadträte doch gleich dabei, die Straße zu streichen. „Wenn das Fitnessstudio selbst einen Parkplatz anlegen möchte, dann können wir uns ja vielleicht beteiligen“, sagt OB Erik Pauly.

Die südliche Innenstadt ist zu wichtig, um das Projekt nur halbherzig umzusetzen

Das Parkdeck hinter dem blauen Rathaus ist nun auch offiziell gestrichen.
Das Parkdeck hinter dem blauen Rathaus ist nun auch offiziell gestrichen. | Bild: Simon, Guy

Hinter dem sperrigen Begriff Sanierungsgebiet südliche Innenstadt verstecken sich gleich mehrer Maßnahmen. Das Parkdeck hinter und der Aufzug am blauen Rathaus gehören ebenso dazu wie die Erweiterung und Sanierung des gelben Rathaus und eine attraktive Gestaltung der südlichen Innenstadt bis zum Ufer der Brigach. Parkplätze sollen entfallen und Plätze gestaltet werden, so dass mehr Aufenthaltsqualität entsteht. Es geht um ein Millionenprojekt, für das es allerdings auch eine Förderung gebe. „In der Klausurtagung haben wir zwar entschieden, dass wir das Sanierungsgebiet südliche Innenstadt fokussieren wollen. Aber jetzt sieht es ganz anders aus“, sagt Oberbürgermeister Erik Pauly. Gespräche mit dem Regierungspräsidium haben bereits stattgefunden. Eine Schiebung von Einzelmaßnahmen würde dem Charakter des Programmes widersprechen. Das heißt: ganz oder gar nicht. „Wir diskutieren bereits seit zehn Jahren über die südliche Innenstadt. Das Projekt ist so wichtig, dass wir es jetzt nicht halbgar angehen sollten“, sagt FDP/FW-Stadtrat Markus Kuttruff. Ähnlich sehen es auch die anderen Fraktionen, auch wenn CDU-Fraktionssprecher Marcus Greiner „nicht mit Freuden, sondern wegen der Einsicht, dass wir uns nicht alles leisten können,“ auf das Projekt verzichten will. Die GUB hätte gerne ihren Aufzug am blauen Rathaus und SPD Fraktionssprecher Gottfried Vetter ist frustriert: „Sind denn alle Diskussionen, die wir die ganzen Jahre geführt haben, mit einem Strich weg? So macht die Gemeinderatsarbeit keinen Spaß.“ Und Grünen-Stadtrat Christian Kaiser, der jüngst im gelben Rathaus zu Gast war, sieht trotzdem Handlungsbedarf, wenigstens Unterhaltsmaßnahmen müssten gemacht werden.

Busbahnhof muss noch warten

Der Busbahnhof wird in den nächsten Jahren noch nicht behindertengerecht ausgebaut.
Der Busbahnhof wird in den nächsten Jahren noch nicht behindertengerecht ausgebaut. | Bild: Wursthorn, Jens

Eigentlich sollte der Busbahnhof ja behindertengerecht ausgebaut werden, denn bis zum Jahr 2022 muss der öffentliche Nahverkehr vollständige Barrierefreiheit erreicht haben. Das Gesetz soll gewährleisten, dass auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen mit Bus und Bahn fahren können. Für die Stadt Donaueschingen heißt das nicht nur der Umbau von Bushaltestellen, sondern auch das Projekt Umgestaltung Busbahnhof. Denn der Umbau mit behindertengerechten Randsteinen würde nicht wesentlich weniger kosten, als wenn der komplette Busbahnhof umgebaut würde und die Anordnung der Busse optimiert werden würde. „Die heutigen Busse haben die Möglichkeit, dass sie auch im Behinderten-Bereich genutzt werden können“, erklärt OB Erik Pauly. Mit dem Behindertenbeauftragten Manfred Kemter habe er bereits gesprochen. „Ihm ist das gar nicht so unlieb, denn er findet die bisherige Planung gar nicht so optimal.“ Kemter würde eine andere Bus-Anordnung bevorzugen.

Schützenberg wird doch erweitert

Der Bedarf für Bauplätze ist vorhanden. 2022 soll der Schützenberg erweitert werden.
Der Bedarf für Bauplätze ist vorhanden. 2022 soll der Schützenberg erweitert werden. | Bild: Jakober, Stephanie

Die Verwaltung hätte gerne den vierten Bauabschnitt Schützenberg vier Jahre geschoben, schließlich gibt es ja das neue Stadtviertel am Buchberg. Die ganze Verwaltung? Nein, Stadtplaner Alexander Kuckes muss nämlich mit den Menschen telefonieren, die gerne in der Kernstadt ein Einfamilienhaus bauen würde. Und solch ein Bedarf könne auf dem Konversionsareal nicht mehr gedeckt werden. „Es gibt viele Donaueschinger und Allmendshofener, die zurückkommen und ein freistehendes Einfamilienhaus bauen wollen“, erklärt Kuckes. Die Interessenten hätten auch das Geld und wollen keine Doppelhaushälfte oder ein Reihenhaus, für die es im Konversionsareal noch Angebote gebe. „Und wir vertrösten sie schon länger“, sagt Kuckes. OB Erik Pauly ist nicht ganz so glücklich, dass die Verwaltung sich nun selbst torpediert. Aber die CDU ist froh, sie sieht es ebenso. Und da man die Erschließung nun nicht 2021, sondern erst 2022 angehen möchte, bleibt der Schützenberg im Haushalt.

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