Spontane Ideen, viel Aktion und Bewegung, spannende Projekte und immer ein offenes Ohr für Kinder und Jugendliche haben – all das gehört zum Profil eines Jugend-Sozialarbeiters. Auch in Donaueschingen gibt es ein Jugendhaus, ein Ort für Freude wie Trubel und zugleich ist es eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche aus der Stadt. Das weibliche Team, bestehend aus Stephanie Ambacher, Bettina Miller und Hundedame Boo, hat nun Verstärkung: denn Lisa Lehmann hat zum 1. Oktober die Stelle als neue Leiterin des Jugendhauses Stadtmühle übernommen.

Umweg führt zum Ziel

„Die Arbeit mit Kindern macht mir total Spaß“, sagt Lehmann. Das erkannte die 27-Jährige dank eines Freiwilligen Sozialen Jahrs in einem Kindergarten. Dementsprechend wollte Lehmann etwas Soziales studieren. Da sie aber keinen Platz an einer Universität bekam, studierte sie alternativ Germanistik in Freiburg. „Ich habe aber gemerkt, diese Richtung ist nicht das Richtige für mich“, so Lehmann. Deshalb entschied sie sich, Soziale Arbeit dual in Villingen-Schwenningen zu studieren.

Bewerbung hat geklappt

Während der Praxisphase des Studiums habe sie mit Flüchtlingen in Konstanz gearbeitet, sagt sie. „Meine Schwester arbeitete zu diesem Zeitpunkt im Villinger Jugendhaus, so war ich dort im Rahmen meiner Theoriephase tätig“, erklärt sie. Die Arbeit habe sie so begeistert, dass sie sich für die Kinder- und Jugendarbeit entschieden hat. Auf die Donaueschinger Stelle habe sich die 27-Jährige einfach beworben, „es hat ja dann auch geklappt“, schmunzelt sie.

Die Arbeit erfüllt sie

Doch was reizt Lehmann an ihrem Beruf? „Die Arbeit mit Kindern ist einfach sehr wertschätzend und erfüllend“, sagt sie. Denn jeder Mensch ist unterschiedlich und bringe eigene Eigenschaften mit – „deswegen wird es auch nie langweilig“. Außerdem könne man sich in verschiedenen Projekten und Veranstaltungen verwirklichen, dass sei sehr abwechslungsreich, erklärt Lehmann.

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Ob das Alter ihre Arbeit erleichtert? „Man merkt schon, dass ich alterstechnisch recht nah an den Jugendlichen bin. Das erleichtert den Zugang, denn wir begegnen uns auf Augenhöhe“, erklärt sie. Auch die sozialen Medien seien ein wichtiger Aspekt für die Jugend, da habe sie den Vorteil, dass diese Themen auch für sie selbst präsent sind. Deswegen versuche sie auch etwa über Instagram, Kontakt mit ihren Schützlingen zu haben.

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„Wir geben unser Bestes, damit das Jugendhaus auch in der Corona-Zeit offen bleiben kann; wir haben ein Hygienekonzept“, betont Lehmann. „Wir versuchen den Jugendlichen so viel wie möglich anbieten zu können, doch Kochen, Backen sowie Sport sind in dieser Zeit nicht möglich“, so Lehmann. Deswegen setze sie nun auf kreative Projekte: wie das Nähen und Bemalen von Tassen oder Tischfußball.

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Zudem habe Lehmann mit ihren Kolleginnen eine Mädchengruppe ins Leben gerufen. „In der Gruppe treffen wir uns einmal die Woche und reden über Themen, die die Mädchen beschäftigen“, sagt Lehmann. Spannend sei es, dass die Themen sich in den vergangenen Jahren stark verändern, denn die sozialen Medien, Beziehungen und Schönheitsideale wurden bei den Jugendlichen ein immer präsenteres Thema. Lehmann schmunzelt, dass es in der Gruppe außerdem noch freie Plätze habe.

Menschen sind soziale Wesen

„Mir ist es wichtig, dass die Jugend weiß, wo es einen Ansprechpartner in dieser Zeit gibt“, so Lehmann. Sie habe sich in den Schulen der Stadt vorgestellt. „Viele waren verwundert, dass die Stadtmühle gerade offen hat“, sagt sie. Lehmann betont, dass soziale Kontakte für die Entwicklung der Jugendlichen sehr wichtig sind, denn den Jugendlichen liege Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen sehr am Herzen. „Menschen sind soziale Wesen“ – insbesondere Kinder und Jugendliche, sagt sie.