Die Verbandsversammlung der Volkshochschule Baar (VHS) hat den 52-jährigen Donaueschinger Thomas Gähme zum neuen VHS-Leiter gewählt. Er wird sein neues Amt im April antreten, heißt es in einer Mitteilung. „Wir freuen uns, mit ihm einen neuen Leiter gefunden zu haben, der auf eine vielfältige Erfahrung in der Bildungsarbeit zurückblicken kann und in der Region verankert ist“, wird Micha Bächle, VHS-Verbandsvorsitzender und Bürgermeister in Bräunlingen, darin zitiert.

Wertvolle Arbeit beim DRK

Gähme hat langjährige berufliche Erfahrungen innerhalb des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gesammelt. Der gelernte Rettungsassistent war über viele Jahre Dozent und Lehrer an der DRK-Landesschule. 2010 übernahm er die dortige Schulleitung und war für ein umfangreiches Bildungsangebot zuständig. Parallel studierte er Pädagogikmanagement und machte eine Ausbildung zum Business Coach bei der Industrie- und Handelskammer. Von 2016 bis 2020 war Gähme als Leiter der Sozialarbeit unter anderem in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Donaueschingen tätig.

Das könnte Sie auch interessieren

„Ich freue mich, als Leiter der VHS Baar wieder im Bildungsmanagement tätig zu sein“, sagt der 52-Jährige. „Mich erwartet ein gut aufgestelltes Team, das mich bei meinen Aufgaben unterstützt. Zusammen werden wir, auch in der aktuell schwierigen Situation, ein ansprechendes Bildungsangebot bieten.“ Die Corona-Zeit erlebe er durch die Einschränkungen und Umstände als schwierig; vieles sei wenig vorhersehbar beziehungsweise planbar. Gleichwohl sei die Situation spannend. Die Krise motiviere ihn, Bildung voranzutreiben sowie entsprechende Angebote bereitzustellen.

Suche nach etwas Neuem

Was am Ende den Ausschlag gab, dass Gähme die VHS-Leitung übernimmt? „Ich war immer beim DRK beschäftigt, hatte aber am Rande durch Integrationskurse gewisse Berührungspunkte mit der VHS„, erzählt er. Von der vakanten Stelle habe er aus der Zeitung erfahren. Dann habe er Kontakt mit dem Verbandsvorsitzenden Micha Bächle aufgenommen und sich nach Veröffentlichung der Stellenausschreibung beworben. Möglich macht ein solches Engagement etwa, dass der berufliche Jahresvertrag Gähmes ausgelaufen und nicht verlängert worden sei: „Ich war auf der Suche nach etwas Neuem.“ Bildung sei immer ein großer und wichtiger Teil in seinem Werdegang gewesen; er habe stets damit geliebäugelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Jens Awe, der mehr als acht Jahre die Leitung der VHS Baar innehatte, stellte diese Aufgabe mit seinem Abschied Ende Januar zur Verfügung. „Im Sommer 2012 habe ich die Leitung in bewegten Umbruchzeiten übernommen“, sagte er zuletzt im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Nach „ziemlich arbeitsreichen Jahren“ stünde die VHS Baar gut da, sei innovativ und trotz der Corona-Krise finanziell abgesichert. Über einen längeren Zeitraum sei in ihm der Entschluss gereift, sich beruflich verändern zu wollen. Dabei spielten laut Awe persönliche und familiäre Gründe eine maßgebliche Rolle.

Irmtraud Dufner, VHS-Dozentin, während eines Onlinekurses. In Corona-Zeiten muss der sportliche Ausgleich zum Alltag für die Teilnehmer von zuhause aus erfolgen.
Irmtraud Dufner, VHS-Dozentin, während eines Onlinekurses. In Corona-Zeiten muss der sportliche Ausgleich zum Alltag für die Teilnehmer von zuhause aus erfolgen. | Bild: VHS Baar

Seit Februar wird die VHS Baar nun kommissarisch von Ira Barth und Sandra Hutmacher geführt. Die Neubesetzung der Leitungsstelle durch Thomas Gähme wurde indes auch für eine interne Umstrukturierung genutzt. Barth, die bereits seit acht Jahren dort tätig ist, wird künftig stellvertretende VHS-Leiterin. Bis April hat Gähme nun noch etwas Zeit, um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Er habe bereits Kontakt mit den Mitarbeitern aufgenommen: „Ich werde nicht überraschend aufschlagen, sondern arbeite mich vor dem Start schon etwas ein“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein zentraler Wunsch sei, dass je nach Pandemielage baldmöglichst wieder Präsenzkurse stattfinden können. Sollte sich das aber noch weitere Zeit hinziehen, sei er auf alles vorbereitet. „Ich denke mal, dass das Vorgehen nicht besonders anders ist, als ich es gewohnt bin“, sagt er und verweist auf bereits eingespielte Abläufe im Homeoffice oder Besprechungen per Videoschalte.