Golfspieler schlendern vom Old Course hinauf zum Hotel, der Parkplatz ist wieder gefüllt und in der Tagesbar sind fast alle Tische belegt. Nach der Zwangspause kehrt im Öschberghof wieder Leben ein. „Es ist sehr gut angelaufen“, sagt Nora Maier vom Marketing. Über 70 Gäste wären es aktuell, damit ist der Öschberghof noch nicht ausgelastet, aber im Vergleich von vor ein paar Wochen, als das Hotel komplett leer stand, eine große Veränderung. Und die Reservierungen würden zunehmen: „Anfangs hatten wir nur den Golfplatz, kein Spa, keine Sauna und kein Pool“, erklärt Prokuristin Mirjam Felisoni. Doch seit Samstag steht fest: Es darf wieder alles aufgemacht werden, auch wenn das teilweise mit erheblichem Mehraufwand verbunden ist.

Der Pool im Innenbereich sowie der Spa-Bereich können wieder geöffnet werden. Einziger Wermutstropfen ist: Der Inifinity-Pool im Außenbereich bleibt geschlossen, doch das liegt nicht an Corona, sondern an Baumängeln.
Der Pool im Innenbereich sowie der Spa-Bereich können wieder geöffnet werden. Einziger Wermutstropfen ist: Der Inifinity-Pool im Außenbereich bleibt geschlossen, doch das liegt nicht an Corona, sondern an Baumängeln. | Bild: Öschberghof

„Wir richten uns komplett nach dem Gast“, erklärt Felisoni. Wenn der Gast wünscht, dass sein Zimmer nur vor der Ankunft gereinigt wird und während des Aufenthaltes nur von ihm betreten, dann wird das respektiert. Doch auch bis zu dreimal reinigen und desinfizieren ist an der Tagesordnung. Das bedeutet einen erheblichen Verbrauch von Desinfektionsmitteln und auch das Housekeeping muss mehr Zeit investieren. Die Reinigung dauert so rund ein Drittel länger. Oft sind es kleine Dinge: Während auf den Zimmern keine Magazine mehr liegen, die davor schon ein anderer Gast in den Fingern gehabt haben könnte, gibt es in den Restaurants die Speisekarte auch digital fürs eigene Handy, falls ein Gast die reguläre Karte nicht anfassen möchte.

Nicht nur für das Housekeeping wird Desinfektionsmittel benötigt: Jeder Gast bekommt ein Fläschchen aufs Zimmer und überall stehen entsprechenden Säulen.
Nicht nur für das Housekeeping wird Desinfektionsmittel benötigt: Jeder Gast bekommt ein Fläschchen aufs Zimmer und überall stehen entsprechenden Säulen. | Bild: Jakober, Stephanie

Apropos Restaurant: Besonders hart hatte die Schließung das Ösch-Noir getroffen. Kurz nach der Verleihung des ersten Michelin-Sterns blieb auch dort die Küche kalt. Nun sind Manuel Ulrich und sein Team zurück und die Sterneküche lockt die Gäste an.

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„Erstmals hatten wir eine Zwischenlösung mit 17 Plätzen, aber nun können wir auf 25 Plätze hochfahren und auch das komplette Team wieder reinholen“, erklärt Felisoni. Wieder reinholen bedeutet raus aus der Kurzarbeit, denn wie viele Unternehmen in der Region musste sich auch der Öschberghof zu diesem Schritt entschließen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir Richtung August alle Mitarbeiter wieder drin haben“, erklärt Felisoni. Denn es sei schon absehbar, dass viele Urlauber vor einer Reise ins Ausland abschrecken. Reisebüros würden sich melden, die Alternativen zum Ausland anbieten möchten. Darin liegt auch eine Chance. „Was sonst immer unser Nachteil war: Wir sind hier schon etwas ab vom Schuss“, erklärt Felisoni. Und es sei viel Platz vorhanden, Stadthotels hätten in diesen Zeiten jetzt eher einen Nachteil.

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Und ab nächster Woche dürfen die Schweizer auch wieder kommen. Da dort keine Masken-Pflicht besteht, wurden schon vorsorglich welche besorgt. Aktuell kann das Öschbergteam aber nicht klagen: „Die Gäste halten sich an die Regeln“, erklärt Felisoni. Für die Mitarbeiter bedeutet das aber auch immer auf dem neusten Stand zu sein, denn viele würden anrufen und nachfragen, ob sie denn nun eine Veranstaltung machen könnten, wann eine Hochzeit möglich ist, ob jemand aus dem Ausland kommen darf. „Wir recherchieren viel, um diese Fragen beantworten zu können“, erklärt Felisoni. Mancher Gast denkt auch, dass sie vorab Informationen erhält. Das ist nicht so, denn oft werden Änderungen kurzfristig bekannt gegeben. Lang werde über Öffnungen diskutiert, dann hieße es erst das und das und dann trete etwas ganz anderes ein. Vor Ort heißt es dann: Möglichst schnell reagieren.

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