Weihnachten wird in diesem Jahr sicher anders. Doch viele fragen sich, wie sie sich genau verhalten sollen. Auf der einen Seite will man mit seiner Familie feiern, andererseits ist das auch mit einem Risiko verbunden. Was ist, wenn man sich doch irgendwo mit Corona infiziert hat und unwissentlich die Liebsten ansteckt – und dann vielleicht noch jemanden, der zur Risikogruppe gehört?

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Damit die Beantwortung der Frage leichter fällt, hat die Stadt Donaueschingen gehandelt und wird in den drei Tagen vor Weihnachten in den Donauhallen die Möglichkeit anbieten, sich auf Corona testen zu lassen. „Uns ist es einfach wichtig, dass unsere Bürger in einer Zeit, in der sie mehr Kontakte haben werden, einen sorgenfreieren Umgang mit den älteren Familienmitgliedern haben können“, sagt OB Erik Pauly. Nach all den Diskussionen in den vergangenen Wochen, die über das Weihnachtsfest geführt worden sind, sei es nun einmal so, dass die Regeln in diesem Zeitraum gelockert werden. „Die Statistiken lügen nicht: Mehr Kontakte führen einfach auch zu mehr Infektionen“, sagt das Donaueschinger Stadtoberhaupt. Und man dürfe auch an Weihnachten nicht vergessen: „Wir sind immer noch eine Hotspot-Region. Eigentlich ist mittlerweile fast das ganze Land eine Hotspot-Region.“

„Der Donaueschinger Kreisverband hat die Idee sehr gerne und sehr gut aufgenommen.“
Erik Pauly, Oberbürger

Und so ist in den vergangenen Tagen viel im Rathaus organisiert worden, denn dort werden die Voraussetzungen für die Schnelltests in den Donauhallen geschaffen. Das Rote Kreuz übernimmt dann die Testaktion selbst. „Der Donaueschinger Kreisverband hat die Idee sehr gerne und sehr gut aufgenommen“, sagt Pauly. In kürzester Zeit habe Thomas Gähme, Chef des Donaueschinger DRK, einen Stab an Mitarbeitern organisiert, welcher die Testaktion betreuen wird. Auch die 2500 Schnelltests, die bereits bestellt sind, würden noch rechtzeitig eintreffen. Ob dann die Stadt Donaueschingen die Kosten übernimmt oder ob es doch nicht, wie angekündigt, Geld aus dem Landessozialministerium gibt, ist noch nicht geklärt. Sozialminister Manfred Lucha hat auf jeden Fall Post vom OB bekommen. Auch ohne Antwort wird die Aktion aber stattfinden.

„Man muss nicht immer versuchen, jede Regelung bis auf das Äußerste auszureizen.“
Erik Pauly

„Es ist doch etwas anderes, ob ich an Weihnachten die Familie treffe und ich habe mich testen lassen, als wenn ich es nicht gemacht habe“, sagt Erik Pauly, der mit Sorge auf das Weihnachtsfest blickt. Im Fernsehen habe er eine entsprechende Hochrechnung gesehen. „Und Weihnachten ist nun einmal die Zeit der erhöhten Reisetätigkeit, weil es viel Besuche gibt.“ Verbote wären das eine. „Man muss nicht immer versuchen, jede Regelung bis auf das Äußerste auszureizen“, so der OB. Anstatt Regeln wäre die Einsicht jedes Einzelnen, es über die Weihnachtstage nicht zu übertreiben. „Die Vermeidung von sozialen Kontakten ist am Ende das Effektivste.“ Und ansonsten wüsste ja auch jeder, wie Ansteckung vermieden werden könne – Hygiene und Abstand.

Wie die Möglichkeit der Schnelltests angenommen wird, könne er aktuell noch nicht abschätzen. Aktuell ist die Aktion auf die Donaueschinger Bürger beschränkt, der Personalausweis macht die Kontrolle ja möglich. Mit 2500 Schnelltests könne man auch rund zehn Prozent der Bürger abdecken. Wichtig sei auf jeden Fall, sich vorher anzumelden. „Wir wollen ja nicht, dass alle zu den Donauhallen rennen und sich dann dort gegenseitig anstecken“, sagt Oberbürgermeister Pauly.

Alles rund um die Möglichkeit, sich in den Donauhallen auf Covid-19 testen zu lassen

  • Testmöglichkeit in den Donauhallen: Die Testaktion findet von Montag, 21. Dezember, bis Mittwoch, 23. Dezember, in der Zeit von 9 bis 19 Uhr in den Donauhallen statt.
  • Anmeldung: Zur Bereitstellung des Tests ist eine Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung kann ab Freitag, 18. Dezember, über die städtische Webseite unter www.donaueschingen.de erfolgen. Die Anmeldung kann auch telefonisch ab Freitag, 18. Dezember, 9 Uhr unter (0771) 857 244 vorgenommen werden.
  • Kosten: Der freiwillige Schnelltest kostet 15 Euro. Es wird darum gebeten, den Schnelltest bar und nach Möglichkeit passend zu bezahlen. Größere Geldscheine als 50 Euro können aus Sicherheitsgründen nicht angenommen werden.
  • Wie zuverlässig ist der Antigentest? Die Stadtverwaltung Donaueschingen weist darauf hin, dass sich mit dem Antigentest leider keine 100-prozentige Sicherheit garantieren lässt, da der Infektionsbeginn innerhalb der Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen vor der Testung nicht sicher festgestellt werden könne. Ist das Testergebnis negativ, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit „keine Infektion“ vor; die Aussagekraft bei Antigentests liege bei rund 98 Prozent.
  • Wie funktioniert der Test? Wie beim herkömmlichen Labortest wird auch beim Corona-Schnelltest ein Nasen-Rachenabstrich genommen. Hierfür wird ein Watteträger über die Nasenöffnung bis zur hinteren Gaumenwand geführt und mehrfach vorsichtig gedreht. Anschließend wird der Watteträger in eine Nährlösung getränkt und auf einen Teststreifen gegeben. Während beim Labortest die Infektion über das Erbgut des Virus festgestellt wird, untersucht der Antigentest die Probe auf bestimmte Virusproteine. Sind diese vorhanden, zeigt der Teststreifen das positive Ergebnis an – ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Das Testergebnis liegt innerhalb von rund 15 Minuten vor und gibt darüber Auskunft, ob die Testperson aktuell mit Covid-19 infiziert ist.
  • Was ist bei einem positiven Ergebnis? Liegt ein positives Testergebnis vor, ist der Getestete gesetzlich verpflichtet, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben, um nicht weitere Personen anzustecken. Des Weiteren sollte zur Sicherung der Diagnose ein PCR-Test, zum Beispiel in einer Corona-Schwerpunktpraxis, gemacht werden.