35 Kilo Stoff, 1000 Maske: zwölf Dozenten und Teilnehmer der Nähkurse der VHS Baar sind bereits eifrig am Werk. Sie alle wollen einen Beitrag für Feuerwehr, soziale Einrichtungen und Seniorenheime leisten und sind voller Begeisterung dabei, Mund-Nasen-Maske zu nähen. Auch Jens Awe, Leiter der VHS Baar, freut sich, „dass wir mit unserem Netzwerk, den engagierten Kursleiterinnen und Teilnehmenden und mit dem DRK in diesen schwierigen Zeiten so sinnvoll helfen können.“

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Schnekenburgers spenden 35 Kilo Stoff

Über verschiedene Wege wurde die Aktion ins Leben gerufen. Tina Schnekenburger vom Onlineshop Stoff4you erhielt beispielsweise einen telefonischen Hilferuf vom Deutschen Roten Kreuz. Sie und ihr Mann Bernd entschieden sich spontan, mit einer Stoffspende zu helfen. Und auch die Volkshochschule Baar hat einen Anruf erhalten. Die Donaueschinger Ärtzin Marianne Delakowitz war auf der Suche nach jemandem, der eine Masken-Näh-Aktion koordinieren könne. Warum nicht die VHS, wo es ja auch Nähkurse gibt?

„Man weiß schließlich nicht, ob man sich infiziert hat und wenn ja, schleudert man bei jedem Reden die Viren heraus.“
Marianne Delakowitz, Ärztin

„Wenn wir irgendwann das Land wieder öffnen, dann brauchen wir alle Masken„, sagt die Allgemeinmedizinerin, die auch in der Präventivmedizin tätig ist und immer nach einem Weg sucht, Krankheiten schon im Vorfeld zu vermeiden, anstatt sie dann zu bekämpfen. „Man weiß schließlich nicht, ob man sich infiziert hat und wenn ja, schleudert man bei jedem Reden die Viren heraus“, erklärt Delakowitz. Und genau das sei das gefährliche: 90 Prozent der Infizierten würden überhaupt nicht merken, wenn sie sieben bis zehn Tage lang die Viren überall verteilen.

Jeder soll sich selbst eine Mund-Nasen-Maske nähen

Mit einer entsprechenden Mund-Nasen-Maske würden die Corona-Viren hängen bleiben und man könne sein Umfeld schützen. „Wir reden immer darüber, wie viel Beatmungsgeräte es gibt, aber der Schutz fängt bei jedem Einzelnen an.“ Und da heißt es für sie einfach: selbst nähen. „Die Profiware brauchen auch die Profis“, so die Ärztin. Doch jeder Einzelne könne etwas tun, anstatt in Schockstarre zu verfallen, müsse jetzt gehandelt werden. „Es sollte jeder für sich ein Maske nähen und den Rest dorthin geben, wo Not am Mann ist.“

Delakowitz: „Man geht einfach mit der Maske zum Friseur und zur Arbeit.“

Das gesellschaftliche Leben könne nicht auf Dauer heruntergefahren werden. Ihre Vision ist es, dass Geschäfte wieder öffnen und Betriebe wieder produzieren können. „Man geht einfach mit der Maske zum Friseur und zur Arbeit“, erklärt sie. Die Alternative: Die Fallzahlen gehen wieder hoch und dann gibt es wieder neue Verordnungen. Beliebig oft könne man das nicht machen und das Risiko für einen Kollaps des Gesundheitssystems sei enorm. „Es kann nicht sein, dass Ärzte entscheiden müssen, wen sie retten und wen sie sterben lassen“, sagt Delakowitz, die auch Kontakt zu einer italienischen Ärztin hat. Bei der Intensivmedizinerin hat sie sich viele Ratschläge zum Thema Mund-Nasen-Masken geben lassen.

VHS ist schon fleißig am Nähen

Und so werden von den VHS-Dozenten und den Teilnehmern schon fleißig Mund-Nasen-Masken genäht. Wer sich auch beteiligen will, kann sich unter der Telefonnummer 0771/1001 melden. Aktuell werden voraussichtlich rund 1000 Mund-Nasen-Masken hergestellt, die sich aus den 35 Kilo Stoff fertigen lassen.

Rotes Kreuz bereitet die Masken steril auf

Doch wenn die Masken genäht sind, ist das Engagement noch nicht zu Ende: Um die sterile Aufbereitung der Masken kümmern sich anschließend Heiko Knickrehm, Kreisbereitschaftsleiter des DRK Kreisverbands Villingen-Schwenningen, und sein Team. Sie sammeln die fertig produzierten Behelfsmasken ein, waschen sie fachgerecht und verpacken diese in sterile Vakuumbeutel. Anschließend werden die Masken mit einer Wasch- und Trageanleitung versehen und an die Einrichtungen verteilt.

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