Passt ein nagelneues interkommunales Hallenbad mit Außenbereich in die Baaremer Freizeitlandschaft? Und lässt sich so ein Multi-Millionen-Vorhaben realistisch abbilden, wenn man bei solchen Überlegungen den Zustand der vorhandenen Bäder, die finanziellen Möglichkeiten sowie die Zielrichtungen der Kommunen in Betracht nimmt? In den Verwaltungen erlebt wird dieses Gedankenspiel, das Anfang Dezember im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Hüfingen entwickelt wurde, eher Skepsis. Unisono auch die Aussage, das Projekt sei innerhalb der Kommunen bislang nicht Gesprächsthema gewesen.

  • Donaueschingen: Grundsätzlich ein interessanter Gedanke, aber nur begrenzte Chancen einer Umsetzung: So reagiert Oberbürgermeister Erik Pauly auf den Vorschlag.
     
"Schwimm-Schulsport und Vereinssport wären nur noch mit hohem logistischem Aufwand möglich."Erik Pauly, OB Donaueschingen
"Schwimm-Schulsport und Vereinssport wären nur noch mit hohem logistischem Aufwand möglich."Erik Pauly, OB Donaueschingen | Bild: Roland Sigwart


  • Die Stadt Donaueschinigen habe mit Betrieb und Sanierung von drei Freibädern einen deutlichen finanziellen Bedarf. Pauly bekennt sich zum Parkschwimmbad – "mit traditionsreicher und wunderbarer Freianlage" – und erinnert an eine erhebliche Generalsanierung, die ansteht. Die Stadt erhofft sich dazu Mittel aus einem Bundesprogramm zur Investtionsförderung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Die Projektauswahl soll im Februar oder März erfolgen.
     
Auch sie geniessen die Abkühlung im Donaueschinger Parkschwimmbad, Deborah Hesseler und Tamara Benz.
Auch sie geniessen die Abkühlung im Donaueschinger Parkschwimmbad, Deborah Hesseler und Tamara Benz.



Ginge es um eine Umsetzung eines großen Bads stünden vermutlich komplizierte Einigungen ins Haus. Allein Standort, Beteiligungsverhältnis, Eigentümer oder Kostenverteilung seien mutmaßlich Faktoren langwieriger Abstimmungs- und Planungsgespräche. Der Preis für ein attraktives neuen Bads wäre für die Bürger ein Verzicht auf die Standortnähe. Ein kostengünstiges, familienfreundliches und öffentliches Schwimmangebot würde wegfallen und der der Schwimm-Schulsport und der Vereinssport wären nur noch mit hohem logistischem Aufwand möglich.

  • Blumberg: Mit Millioneninvestitionen habe die Stadt ihre Hausaufgaben in Sachen Panoramabad gemacht, sagt Bürgermeister Markus Keller. Zudem binden anstehende Projekte wie Schulcampus, Sanierung der Gemeinschaftshäuser oder eine strukturierte Straßensanierung die finanziellen Mittel für die nächsten Jahre. Deutlich höher als die Summe der Betriebskosten dürfte die Finanzierung eines neuen Bads ausfallen. "Dies belastet die kommunalen Haushalte nachhaltig", warnt Keller und verweist auf eine eher unsichere Zuschusslage.
     
"Die Erreichbarkeit ist von zentraler Bedeutung für die politische Akeptanz der Gremien und in der Bürgerschaft."Markus Keller, Bürgermeister Blumberg
"Die Erreichbarkeit ist von zentraler Bedeutung für die politische Akeptanz der Gremien und in der Bürgerschaft."Markus Keller, Bürgermeister Blumberg | Bild: Lutz, Bernhard

  • Aus seiner Sicht seien diese nur dann zu erwarten, wenn das Profil des neuen Schwimmbads touristisch oder sportlich orientiert wäre. Als Netzwerker finde er auf Effizienz ausgerichtete interkommunale Angebot gut, betont Keller. Bei einem interkommunalen Bad wäre allein schon der Standort schwierig. Denn die Erreichbarkeit der Einrichtung sei ganz wesentlich, um eine politische Akzeptanz in den Gremien und in der Bürgeschaft zu erzielen.
     
Die Bäder im Städteviereck präsentieren sich in unterschiedlichem Zustand. Das frisch sanierte Panoramabad in Blumberg stellt Klaus Keller vor.
Die Bäder im Städteviereck präsentieren sich in unterschiedlichem Zustand. Das frisch sanierte Panoramabad in Blumberg stellt Klaus Keller vor. | Bild: Reiner Baltzer
  • Bräunlingen: Bürgermeister Micha Bächle erinnert an bereits erfolgreiche Formen der Zusammenarbeit im Städtedreieck und Städteviereck: von Abwasserbeseitigung über Umweltbüro und VS bis hin zu Bauhöfen und Tourismus. Grundsätzlich sei er offen für weitere Themen, betont Bächle und erinnert daran, dass der Bau eines interkommunalen Bads bislang nicht auf der Tagesordnung stehe.
     
"Es ist in erster Linie Sache der Standortkommune Hüfingen zu entscheiden, wie es mit dem dortigen Bad weitergeht."Micha Bächle, Bürgermeister Bräunlingen
"Es ist in erster Linie Sache der Standortkommune Hüfingen zu entscheiden, wie es mit dem dortigen Bad weitergeht."Micha Bächle, Bürgermeister Bräunlingen | Bild: Bächle


  • Das könne auch so bleiben, lässt Bächle verstehen. In der Region gebe es vielfältige Freibäder und Badeseen, die Hallenbäder in Hüfingen und Dittishausen seien wichtig für den Schul- und Vereinssport sowie für die Schwimmausbildung in der Region.
     
Das Schwimmbad Bräunlingen: Seit 2003 kann hier nicht mehr gebadet werden. Wie es weiter geht, ist noch offen.
Das Schwimmbad Bräunlingen: Seit 2003 kann hier nicht mehr gebadet werden. Wie es weiter geht, ist noch offen. | Bild: Jakober, Stephanie
  • Hüfingen: Hauptamtsleiter Horst Vetter reagiert auf die in Hüfingen im alten Jahr losgetretene Diskussion mit einer Erinnerung an Gesagtes. "Wir müssen uns nicht an Spekulationen beteiligen", gibt er zu verstehen, dass die Debatte im Rathaus nicht gefällt. Hüfingen habe ein funktionierendes Bad, das alles biete, was Badegäste benötigen.
     
„Wir haben ein funktionierendes Bad, das die nächsten Jahre hält. Es bietet alles, was die Badegäste brauchen.“Horst Vetter, Hauptamtsleiter Hüfingen
„Wir haben ein funktionierendes Bad, das die nächsten Jahre hält. Es bietet alles, was die Badegäste brauchen.“Horst Vetter, Hauptamtsleiter Hüfingen | Bild: Gabi Lendle
  • Es halte für die nächsten Jahre, irgendwann werde es wieder Sanierungsbedarf geben. Ein zweites Sanierungsgutachten sei angefordert. Wenn es es vorliegt, werde der Gemeinderat einen Fahrplan entwickeln, welche Sanierungen zum langfristigen Erhalt des Aquari notwendig und finanziell vernünftig sind.