Das Lebensgefühl der Achtzigerjahre wehte an zwei Abenden durch die ausverkaufte Pfohrener Festhalle und bot den Besuchern während drei Stunden eine musikalische Show der Extraklasse. Zum 18. Mal lud die Feuerwehrkapelle zu ihrem Showkonzert ein, das sich in dieser Kategorie längst zu einem Leuchtturm im weiten Umkreis entwickelt hat.

Die Musiker verstanden es, die Begeisterung und gute Laune welche sie in ihren Auftritt legten, vom ersten Takt an auf ihr Publikum zu übertragen. Dieses erlebte einen dreieinhalb Stunden dauernden und dreiteiligen Hörgenuss mit Showelementen und der Vielfalt an musikalischen Richtungen, welche die 1980er boten.

Jeder Showact eine Attraktion für sich

Zum Auftakt tauchten der musikalische Leiter Alexander Wassylenko und seine Feuerwehrkapelle die Gäste mit einem Potpourri an Hits der Neuen Deutschen Welle in ein Musikjahrzehnt ein, das bei vielen Erinnerungen an eine Zeit weckte, deren Weiterentwicklungen bis in die heutige Zeit reichen.

Im charakteristischen Wechsel zwischen Auftritten der Gesamtkapelle, Showeinlagen und gemeinsamen Vorstellungen gab es von Beginn an reichlich Applaus. Jeder Showact war eine Attraktion für sich. Mit dem Udo-Jürgens-Klassiker "Liebe ohne Leiden" eröffneten Susanne Fesenmeier und Andreas Fricker die Shownummern.

Gegen Ende des ersten Teils erlebten die Besucher ein Showelement, das sie nach Konzertende als eines der beeindruckendsten des Abends einstuften. "We don`t need no education" sangen Mitglieder der Jugendkapelle im Backgroundchor, als der singende Barde Markus Huber mit Pink Floyds "Another brick in the wall" an eine Zeit erinnerte, als die Mauer noch stand.

Eine besondere Performance liefert der Begleitchor der Jugendkapelle beim Auftritt von Pink-Floyd-Gitarrist Markus Huber ab. Bild: Rainer Bombardi
Eine besondere Performance liefert der Begleitchor der Jugendkapelle beim Auftritt von Pink-Floyd-Gitarrist Markus Huber ab. Bild: Rainer Bombardi

Huber führte gemeinsam mit Clemens Fritschi in einer Weise durch das Konzert, die jede Moderation zu einem eigenen Programmpunkt machten.

Auf der Showbühne traf sich alles, was in der damaligen Musikszene Rang und Namen hatte. Modern Talking, alias Florian Gruber und Detlef Krohn, waren mit einer Playbacknummer zu Gast, das Schlagzeugregister weckte Erinnerungen an eine Zeit in der Trio mit "Da, Da, Da" einen Welthit landete. Mit dem A-Capella-Chor flackerten die Sweet Dreams der Eurythmics wieder auf.

Susanne Fesenmeier (links) und Caroline Moosmann sind nicht "Alone". Das Publikum feiert ihren Auftritt mit lange anhaltendem Beifall. Bild: Rainer Bombardi
Susanne Fesenmeier (links) und Caroline Moosmann sind nicht "Alone". Das Publikum feiert ihren Auftritt mit lange anhaltendem Beifall. Bild: Rainer Bombardi

Eine Brassband, dieses Mal Susannne Fesenmeier in Begleitung von Caroline Moosmann, entlockte dem Publikum ebenso Beifallsstürme wie das Revival der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung", die Stadtrat Gottfried Vetter ins Schwitzen brachte.

Die Feuerwehrkapelle und die Jugendkapelle, welche traditionell den Mittelteil gestalteten, standen den Einzelvorträgen in nichts nach. Einmal mehr lebte das Showkonzert von der Mischung für Jung und Alt und von der Begegnungen mehrere Generationen an Musikern.

Feuerwehrkapellen-Senior Volker Fritschi (rechts) im Duett mit Markus Huber versteht es in jeder Halle für Stimmung zu sorgen.
Feuerwehrkapellen-Senior Volker Fritschi (rechts) im Duett mit Markus Huber versteht es in jeder Halle für Stimmung zu sorgen. Bild: Rainer Bombardi

Vorzeigebeispiel war der Auftritt von Vollblutmusiker Volker Fritschi, der mit der Feuerwehrkapelle bereits für Begeisterung sorgte, als sein kongenialer Duopartner Markus Huber noch in der Wiege lag. Mit ihrer Salve an populärer Volksmusik brachten sie die Stimmung auf den Siedepunkt.

Einen weiteren Beleg seiner musikalischen Bandbreite lieferte das Konzert im Anschluss, als mit der Kapelle die Höllenglocken von AC/DC erklangen.

An der Copacabana lässt Gemeinderat Gottfried Vetter im Schlepptau der Ersten Allgemeinen Verunsicherung die Muskeln spielen. Bild: Rainer Bombardi
An der Copacabana lässt Gemeinderat Gottfried Vetter im Schlepptau der Ersten Allgemeinen Verunsicherung die Muskeln spielen. Bild: Rainer Bombardi

Ralf Schnekenburger und Susanne Fesenmeier schlugen mit Rio Reiser "Für immer und dich" die leiseren Töne an. Das Finale endete im Sternenhimmel und mit ihm eine Veranstaltung, in deren Verlauf das Publikum mehrfach die geforderten Zugaben erhielt.

Der Konzertabend war dann auch der geeignete Rahmen für einen Abschied. Nach dem zweiten Showkonzert 2018 legte der Dirigent der Jugendkapelle Pfohren-Neudingen, Gerhard Feucht, seinen Taktstock zur Seite. Sein Abschied erfolgte nach 28 Jahren musikalischer Leitungsfunktion zum Wohle der Feuerwehrkapelle Pfohren und der Förderung ihres Nachwuchses.

Vorsitzender Clemens Fritschi (rechts) dankt Dirigent Gerhard Feucht der nach 28 Jahren musikalischer Leitung als Dirigent der Feuerwehrkapelle und der Jugendkapelle seinen Taktstock zur Seite legt. Bild: Rainer Bombardi
Vorsitzender Clemens Fritschi (rechts) dankt Dirigent Gerhard Feucht der nach 28 Jahren musikalischer Leitung als Dirigent der Feuerwehrkapelle und der Jugendkapelle seinen Taktstock zur Seite legt. Bild: Rainer Bombardi

Feucht trat im Jahr 1990 das Amt des Dirigenten in der Feuerwehrkapelle Pfohren an. 1995 gründete er die Jugendkapelle. Seit 2006 dirigiert er sie gemeinsam mit dem Neudinger Nachwuchs. Nach 20 Jahren an vorderster Front übergab er 2010 den Taktstock an Alexander Wassylenko.

Nach 23 Jahren beendet Feucht zum Jahresende seine Karriere als Dirigent der Jugendkapelle. Alexander Wassylenko kann sich, vorbehaltlich der Zustimmung der Neudinger, vorstellen, auch in der Jugendkapelle die Nachfolge von Gerhard Feucht anzutreten.