Bei Hundehaltern ist das Haberfeld eine beliebte Gassi-Strecke. Wenig Verkehr, große Wiesen – da kann sich der vierbeinige Freund unangeleint richtig austoben. Eine Frau, die dort regelmäßig ihren Hund ausführt und die anonym bleiben möchte, ist aufgefallen, dass das Außengelände des dortigen neuen Kreistierheims immer total verwaist ist. "Zunächst dachte ich mir nicht viel dabei, doch dann habe ich mich schon gewundert, dass da nie ein Hund zu sehen ist", erzählt die Frau. Weshalb ist das so?

Gähnende Leere: Hunde können das Außengelände des neuen Kreistierheims nicht bespielen, weil sie sich an Glasscherben aus alten Deponiezeiten verletzen könnten.
Gähnende Leere: Hunde können das Außengelände des neuen Kreistierheims nicht bespielen, weil sie sich an Glasscherben aus alten Deponiezeiten verletzen könnten. | Bild: Holger Niederberger

Unter Tierfreunden brodelt die Gerüchteküche. Das eingezäunte Außengelände soll danach mit Glasscherben kontaminiert sein. Die wiederum sollen aus dem Aushub des ehemaligen Villinger Krankenhauses stammen, der als Aufschüttungsmaterial beim Neubau zum Einsatz gekommen ist.

Nadine Vögel, die Leiterin des im September 2018 eröffneten neuen Kreistierheims, will nach Absprache mit Andreas Kuchelmeister, dem Vorsitzenden des Trägervereins, zu den Gerüchten keine Stellung nehmen. Sie will auch nicht sagen, weshalb keine Hunde auf dem neuen Freigelände zu sehen sind.

Nur so viel macht sie klar: Die Hunde bekämen genügend Auslauf an der Leine, außerdem könnten sie und ihre Mitarbeiter auch noch die Wiese beim nur wenige hundert Meter entfernten alten Tierheim benutzen.

Auch wenn der SÜDKURIER das Außengelände des Tierasyls nicht betreten durfte: Glasscherben scheinen auf dem gesamten Areal ein Problem zu sein, denn in der frei zugänglichen Wiese neben dem Parkplatz sind Glasscherben an der Oberfläche zu entdecken. Und nicht gerade wenige.

So berichtete der SÜDKURIER 2018 über die Eröffnung des Kreistierheims
So berichtete der SÜDKURIER 2018 über die Eröffnung des Kreistierheims | Bild: Südkurier

Beim Landratsamt, das für den Trägerverein als Bauherr das Tierheim erstellen ließ, ist das Problem mit den Glasscherben bekannt. Die Ursache liege jedoch nicht im Aushubmaterial des früheren Villinger Krankenhauses, sondern vielmehr darin, dass sich das neu errichtete Kreistierheim samt Außengelände auf einem ehemaligen Deponiestandort der Stadt Donaueschingen befindet. Eine Auffüllung des Geländes sei lediglich im Bereich des Gebäudes erfolgt, also nicht im Außenbereich.

Veterinäramt sieht Tierwohl nicht gefährdet

Heike Frank, Pressesprecherin des Landratsamts, bestätigt, dass der Außenbereich des Kreistierheims momentan brach liegt. Aus Sicht des Veterinäramtes sei das Tierwohl aber nicht gefährdet, da der Bewegungsdrang der Tiere durch Spaziergänge an der Leine befriedigt werde. Ganz generell sei das Veterinäramt vom neuen Tierheim positiv beeindruckt: Die Räumlichkeiten seien für die Arbeitsabläufe optimal, es sei hell und es rieche auch kaum.

Und wie geht's jetzt weiter? Nach Kenntnis der Kreisverwaltung arbeitet der Trägerverein an einem Plan, den Humus auszutauschen. Ein möglicher Weg für ein Sanierungskonzept wäre, dass Humus, der im Zuge des vierspurigen Ausbaus der B 27 anfällt, für eine Aufschüttung verwendet werden kann.

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