Die Zeit der Höhenflüge ist vorbei, die finanziellen Belastungen der Corona-Pandemie und der allgemeine Rückgang der Wirtschaftsleistung wird nun auch im Brigachtaler Haushaltsplanentwurf für die kommenden Jahre sichtbar. Während die Einsparmöglichkeiten in der laufenden Haushaltsperiode eher überschaubar bleiben, kommen in den kommenden Jahren erhebliche Mehrbelastungen auf die Gemeinde zu. So eröffnete Bürgermeister Michael Schmitt die Sitzung auch mit den Worten: „Nach zehn Jahren, in denen manch ein Rekord den anderen jagte, drohte bereits zu Beginn 2020 die zu erwartende, jedoch schon nicht mehr vorstellbare Rezession ihre Wirkungen präsentieren zu wollen.“

Nächstes Jahr wird das Dorfhaus in Überauchen fertig. Dann folgen der Abriss der Mehrzweckhalle samt Bau der Bondelbach-Kita an und die Sanierung des Heimatmusuems.
Nächstes Jahr wird das Dorfhaus in Überauchen fertig. Dann folgen der Abriss der Mehrzweckhalle samt Bau der Bondelbach-Kita an und die Sanierung des Heimatmusuems. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Danach erläuterte Rechnungsamtsleiter Harald Maute den Räten im Detail, welche kurz- und längerfristigen Einspar- und Finanzierungsmöglichkeiten er sieht und wie sich der Haushalt über die kommenden vier Jahre entwickeln wird. Nachdem die Verwaltung bereits nach der letzten Sitzung Einsparungen in Höhe von 62.000 Euro eingeleitet hatte, beschloss der Rat nun über weitere 40.000 Euro. Das sind zum einen diverse Sanierungsmaßnahmen, die nicht unbedingt im vollen Umfang durchgeführt werden müssen, zum anderen Ausgaben, die weniger dringend sind und in Teilen auf die Folgejahre verschoben werden können. Dass so eine Taktik nicht immer funktioniert, sieht man an der bereits mehrfach aufgeschobenen Ersatzbeschaffung für einen Mannschaftstransportwagen bei der Feuerwehr. Dessen Beschaffung ist nun unausweichlich geworden mit der Konsequenz, dass er inzwischen erheblich teurer geworden ist.

Sie wird in Kürze bereits dem Verkehr übergeben, die neu gebaute Brigach-Brücke in Beckhofen. Im kommenden Jahr geht es dann mit dem Abriss und Neubau der Mühlenbrücke in Klengen weiter.
Sie wird in Kürze bereits dem Verkehr übergeben, die neu gebaute Brigach-Brücke in Beckhofen. Im kommenden Jahr geht es dann mit dem Abriss und Neubau der Mühlenbrücke in Klengen weiter. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Aber auch viele andere Positionen, von Zuschüssen bei der Tierzucht über neue Schulmöbel bis hin zum Friedhof, wurden beleuchtet und erörtert. Auch wenn es mühsam ist, so gilt hier: „Kleinvieh macht auch Mist“. Dass bereits seit letztem Jahr die Steuereinnahmen der Gemeinde schrumpfen, ist auch nur im ersten Moment eine schlechte Nachricht. Als Resultat muss die Gemeinde im Gegenzug auch weniger Umlagen an den Landkreis bezahlen und erhält im gleichen Zeitraum nun auch höhere Beträge aus den Schlüsselzuweisungen des Lands.

Weitere Großprojekte

Nachdem im kommenden Jahr das neue Dorfhaus in Überauchen fertiggestellt sein wird, stehen neue Großprojekte an, die kaum Aufschub dulden. Allen voran der Neubau der Bondelbach-Kita und der Mühlenbrücke. Andere Sanierungsprojekte, wie das Heimatmuseum, die Ahrenbergstraße und weitere, werden auf die Jahre 2022 und folgende verschoben.

Tafelsilber verkaufen?

Trotz dieses Ansatzes ergibt sich für den Zeitraum bis 2024 ein Finanzierungsbedarf von rund 14,9 Millionen Euro. Abzüglich der Einnahmen und Förderungen in diesem Zeitraum entsteht ein Kreditbedarf von rund sechs Millionen Euro, die erste Million gleich im kommenden Jahr, gefolgt von fast zwei Millionen in 2022. In der Konsequenz wird die Gemeinde einen Teil davon aus den liquiden Mitteln bestreiten müssen, andererseits über die Veräußerung eines Teils des Tafelsilbers nachdenken müssen. Laut Maute könnten hier über sechs Millionen Euro zusammen kommen. In den kommenden Gemeinderatssitzungen wird der Gemeinderat über die Planungen bei den Eigenbetrieben, von Wasserversorgung bis Breitbandnetz, zu beschließen haben und nach weiteren Einsparungsmöglichkeiten suchen müssen.

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