Wird nun alles besser am Kirnbergsee? Beim ersten Parkautomaten 2022 musste man die Parkdauer noch selbst bestimmen, sie wurde nicht angezeigt. Es bestand die Gefahr, dass es durch eine falsch eingeschätzte Parkdauer zu Missverständnissen kommt. Der alte Automat nahm auch keine Scheine und hatte keine Wechselgeldfunktion. Man musste das Geld passend einwerfen, es sei denn man zahlte mit Karte. Das ist jetzt anders.
Betreiber empfiehlt, passend zu zahlen
Heute wird die Messung der Parkdauer beim Einfahren automatisch gestartet und bei der Eingabe des Kennzeichens am Automat angezeigt. Dieser errechnet dann den fälligen Betrag, der auch mit Scheinen beglichen werden kann.

Theoretisch ohne Einschränkungen. Trotzdem rät der Betreiber, passend oder mit Karte zu bezahlen, da der Automat nur eine begrenzte Menge an Münzgeld vorhält. Alternativ kann über die Park-App „Easypark“ bezahlt werden.

Gab es Probleme mit dem alten Automaten? Alexander Misok von der Stadt Bräunlingen verweist auf den Betreiber Avantpark. Nein, sagt Projektmanager Florian Hoffmann. Der neue Automat habe nichts mit dem Unterbränder Parkplatz zu tun.

Man habe sich entschieden, künftig mit einem anderen Automatenhersteller zusammen zu arbeiten. Deshalb habe man diese Hardware in ganz Deutschland getauscht, auch wegen der Wartung. Lediglich die Möglichkeit, mit Scheinen zu bezahlen, sei auf Wunsch der Stadt hinzugefügt worden. Die Kosten habe Avantpark übernommen.

Negative Erfahrungen habe man bisher keine gemacht, so Hoffmann. Dagegen sei erfreulich, das System bisher die ganze Zeit über die Solaranlage betrieben werden konnte, die unterstützende Brennstoffzelle wurde nicht genutzt.
Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Stadt ist die hell-gelbgrüne Farbe. „Der Automat passt nicht in die Natur und zieht Insekten an“, so Alexander Misok. Angst habe man vor allem vor Hornissen, die dadurch zum Nestbau angeregt werden könnten. Florian Hoffmann bestätigte, dass man gemeinsam an einer schnellen Lösung arbeite.

Und was denken die Nutzer über das neue System?
Ulrike Strobel ist aus Nürnberg an den Kirnbergsee angereist. Sie findet die Parkgebühr in Ordnung. „Bei uns zahlt man nichts, da geht jeder in den Wald“, vergleicht sie. Hier habe man eine saubere Toilette. „Da zahle ich gerne fürs Parken.“

Adrian Eckert aus Bräunlingen findet das System mit den Kameras „megacool“, reinfahren, kein Stress, zahlen und heimfahren. Er kann sich vorstellen, ein Jahresticket zu kaufen. Auch Michael Löbner findet das System gut. Enrico Ohr aus Schwenningen findet es normal, woanders müsse man auch zahlen.
So viel kostet das Parken
Einen kürzeren Anreiseweg hat Michael Jauch aus Villingen. Gegen den seit 2022 gültigen Parkmodus hat er keine Einwände. Ganz im Gegenteil: „Ich finde das richtig und super, wie sie das machen“, sagt er.

Günter Müller ist aus Winterthur angereist. Er ist ein Deutscher, der in die Schweiz ausgewandert ist. Das Parksystem lehnt er ab. Seine Kritik an den Gebühren bettet er in ein eine negative Gesamteinschätzung. „In Deutschland wird der Kleine gepackt und die Großen lässt man laufen“, sagt er.

Ralff Bonefeld kommt aus Villingen an den Kirnbergsee. Er ist begeistert: „Das ist die ideale Variante, um stressfrei zu parken.“ Dabei hat er sogar noch einen Verbesserungsvorschlag. „Man sollte die Gebühren automatisch abbuchen, so wie in Norwegen.“

Egon Balltman wohnt in St .Peter. Dass man Parkgebühren verlangt, liegt für ihn in der Natur der Dinge. Der Ticketpreis sei angemessen „In Freiburg zahlt man wesentlich mehr“, sagt er zum Vergleich.

Ein klassischer „Vorführeffekt“ unterläuft Dirk Kramer aus Friedenweiler beim Bezahlen. Erst nach der dritten korrekten Eingabe erkennt der Automat sein Kennzeichen. Ansonsten funktioniere die Technik, sofern man aufmerksam sei.