Das wöchentliche Zusammentreffen zum gemeinsamen Training und Proben entfällt, geplante Veranstaltungen müssen abgesagt werden und wichtige Einnahmequellen brechen weg: Die Corona-Pandemie bringt das Vereinsleben nahezu zum Erliegen und sorgt für etliche Herausforderungen. Wir haben uns bei den Riedöschinger Vereinen und ihren Vorständen umgehört:

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  • Fußballclub: Der größte der Riedöschinger Vereine, der Fußballclub, hat vergangene Woche erstmals wieder einen eingeschränkten Trainingsbetrieb aufgenommen. In drei Fünfer-Gruppen haben sich die Spieler zum gemeinsamen Training auf dem Fußballplatz getroffen. Der Vorsitzende Björn Werhan ist froh, dass zumindest dieser Schritt, der trotz der vom Landes-Fußballverband vorliegenden Genehmigung auch mit Bürgermeister Markus Keller im Vorfeld abgestimmt wurde, nun möglich war. „Die Spieler waren froh, dass sie nun endlich einmal wieder gemeinsam raus- und zusammenkommen konnten, wenn das Training auch weit entfernt ist von einem spielnahen Betrieb, da der Sicherheitsabstand auch im Training einzuhalten ist und somit realitätsnahe Duelle um das runde Leder außen vor bleiben müssen.“ Der eingeschränkte Betrieb gilt vorerst nur für den Erwachsenenbereich, bei der Jugend bleibt das Training zur Sicherheit bis auf Weiteres noch ausgesetzt. Es sind ausreichend Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt und die Mitglieder kommen bereits in Sportkleidung zum Training, das Umziehen und Duschen wird somit auf zu Hause verlagert. Bis es so weit war, haben die Fußballer die trainingsfreie Zeit im April und Mai mit einem Online-Workout überbrückt, um fit und in Form zu bleiben. Daneben wurde die Zeit auch genutzt, um Arbeitseinsätze in kleinen Gruppen durchzuführen. Vorstandssitzungen wurden ersatzweise online per Skype-Besprechung durchgeführt, sodass der organisatorische Teil dennoch fortgeführt werden konnte. Die abgesagten Veranstaltungen wie ein Werbeabend und das für Juli geplante Isidori-Dorffest, aber vor allen Dingen auch der Entfall der Heimspiele, belasten den Verein durch Umsatzeinbußen finanziell, da für den Umbau des Clubheims noch immer Bauabzahlungen zu leisten sind. Der Verein ist daher froh, dass unter Auflagen nun wieder ein Ausschank im Freien möglich ist, was der Fußballclub mit einem kleinen Vatertagshock auf der Clubheim-Terrasse erstmals genutzt hat.
Hätte, hätte, Fahrradkette: Der Musikverein hätte dieses Jahr beim Reichenauer Wein- und Fischerfest gespielt.
Hätte, hätte, Fahrradkette: Der Musikverein hätte dieses Jahr beim Reichenauer Wein- und Fischerfest gespielt. | Bild: Conny Hahn
  • Musikverein: Hier ruht derzeit noch jeglicher Probebetrieb, da trotz der Lockerungsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen der Probe- und Spielbetrieb von Blasorchestern und Bläserensembles nach wie vor untersagt ist. Mit über 40 Mitgliedern in einem Proberaum von etwa 50 Quadratmetern ist es in voller Besetzung nicht möglich, die Auflagen hinsichtlich des nötigen Mindestabstands einzuhalten und besonders im Hinblick auf die Blasinstrumente wird ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung durch den Ausstoß der Aerosole gesehen. Gemäß der aktuellsten Informationen des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB) ist lediglich Schlagzeugunterricht in Präsenzform gestattet, sofern die Nutzung der kommunalen Räumlichkeiten dies erlaubt. Bestrebungen laufen, den Spiel- und Probebetrieb wieder zu öffnen und es gibt Gedanken, den Probebetrieb beispielsweise auf größere Räumlichkeiten wie etwa die Mehrzweckhallen zu verlegen oder zeitweise in kleineren Gruppen zu üben, doch definitive Aussagen liegen noch nicht vor. Sehr bedauerlich ist laut Vorsitzendem Tonino Cristiani, dass alle geplanten Auftritte für dieses Jahr abgesagt wurden. „Wir hatten in dieser Sommersaison etliche Auftritte vorgesehen bei begehrten Festen und Veranstaltungen wie etwa dem Wein- und Fischerfest auf der Insel Reichenau oder dem Ehinger Herbstfest, auf deren Teilnahme man oft mehrere Jahre warten muss.“ Am Weihnachtskonzert als einer der Höhepunkte im Jahreskalender des Vereins werde aktuell noch festgehalten. Auch das für Mai 2021 geplante große Zeltfest anlässlich des 120-jährigen Vereinsbestehens soll durchgeführt werden. Ein Teil der Vorbereitungen ist hier bereits gelaufen, sodass die Festplanung aktuell etwas ruht, doch per Online-Besprechung und WhatsApp-Broadcast ist auch der digitale Austausch ohne persönliche Treffen gewährleistet. Um das gemeinsame Musizieren nicht ganz ruhen zu lassen, proben viele Musiker für sich zu Hause. Kürzlich haben einige von ihnen auch an der unter den Musikvereinen inzwischen weit verbreiteten Challenge teilgenommen, bei der innerhalb von 48 Stunden nach Nominierung durch einen befreundeten Verein ein mindestens drei Minuten langes Video mit verschiedenen musikalischen Szenen und einem wie auch immer gearteten Bezug zum Klopapier erstellt werden soll. Dirigent Roland Schey war für diese Gaudi gleich zu haben und hat mit ein paar Musikern ein gelungenes Video rund um das bei Auftritten immer wieder gerne präsentierte Stück „Zirkus Renz“ auf die Beine gestellt.
Warten auf die Öffnung der Halle: die Riedöschinger Tischtennisspieler.
Warten auf die Öffnung der Halle: die Riedöschinger Tischtennisspieler. | Bild: Conny Hahn
  • Tischtennisclub: Auch beim Tischtennisclub findet aktuell kein Trainings- und Spielbetrieb statt. „Schon vor dem offiziellen Verbot Mitte März haben wir von uns aus freiwillig auf alle Treffen in der Gruppe verzichtet und halten uns seither sehr konsequent an die Vorgaben“, so der Vorsitzende Ali Nizam. Das Laienturnier Anfang März war die letzte Veranstaltung und Zusammenkunft innerhalb des Vereins. Der gesamte Spielbetrieb wurde seitens des Tischtennis-Verbands abgesagt und die laufende Saison somit offiziell vorzeitig beendet. „Wir hoffen, dass es in Kürze im Rahmen der Lockerungen bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs vielleicht auch möglich sein wird, die Hallen für den Vereinssport wieder zu nutzen oder dass zumindest ein Signal kommt, wie und unter welchen Auflagen es weitergehen kann. Was natürlich fehlt, ist die gesellige Komponente, wobei die Zwangspause vor allen Dingen die älteren Spieler am härtesten trifft, die nicht mehr im Berufsleben stehen.“
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  • Trachtengruppe: Eine Pause legt auch die Trachtengruppe ein, da ein Einhalten des vorgegebenen Mindestabstands beim tanzen so gut wie unmöglich ist. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben die Mitglieder nach Abstimmung in der vereinsinternen WhatsApp-Gruppe über das weitere Vorgehen sämtliche Aktivitäten auf Eis gelegt, so Gerd Martin, der Vereinsvorsitzende. Die ursprünglich für Anfang April vorgesehene Generalversammlung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben und durch die Schließung der Kirchen entfielen auch die Kircheneinzüge in Tracht etwa während der Osterfeiern. Darüber hinaus wurden sämtliche Veranstaltungen abgesagt, zu denen sich die Mitglieder bereits seit Monaten angemeldet hatten, wie beispielsweise der Trachtentag auf der Insel Mainau.
Volles Zelt beim Isidori-Dorffest: Es findet dieses Jahr nicht statt.
Volles Zelt beim Isidori-Dorffest: Es findet dieses Jahr nicht statt. | Bild: Conny Hahn
  • Landfrauen: Auch bei ihnen ruhen so gut wie alle Aktivitäten. Eine für Mai geplante Vorstandssitzung wurde abgesagt, soll aber demnächst in kleinerer Runde mit nur vier der sonst acht Vorstandsmitglieder nachgeholt werden, so Anja Käfer als eine der drei Vorsitzenden. „Wir hatten wieder ein sehr abwechslungsreiches Jahresprogramm auf die Beine gestellt, von dem nun leider ein Großteil entfallen musste, da wir vorerst bis September bereits alle Veranstaltungen abgesagt haben.“ Darunter fielen ein Vortrag zum Thema „Die Gefahren des Älterwerdens“, eine Kräuterwanderung, ein Halbtagesausflug in eine Käserei, ein Vortrag zu gesunden Nachspeisen, ein Nähkurs für Recyclingtaschen und ein Sommerfest. Der Verein hält es aber nach dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ und möchte die Veranstaltungen mit den einzelnen Referenten im nächsten Jahr nachholen.
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  • Narrenverein: Beim Narrenverein Blauer Stein spricht der Narrenpräsident Stefan Wehrle von einem großen Glück, „dass uns Corona in Deutschland erst nach der Fastnacht erreicht und getroffen hat“. Somit konnte die fünfte Jahreszeit noch wie gewohnt stattfinden mit dem Besuch einiger Umzüge und Narrentreffen sowie der traditionellen Dorffastnacht. Ansonsten verzeichnet der Verein während des Jahres nicht allzu viele Aktivitäten und ist daher durch Corona nicht besonders stark betroffen. Einzig das Frühjahrs-Konvent der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee wurde abgesagt und bisher fanden keine Vorstandssitzungen mehr statt.
  • Seppelwaldverein: Auch der Seppelwaldverein spürt durch Corona keine größeren Beeinträchtigungen, wie der Vorsitzende Matthias Nemsch berichtet. Der Verein, der vor allem bei Festen und Veranstaltungen gerne die Bewirtung mit selbst gemachter Hausmannskost übernimmt und seine Erlöse immer wieder verschiedenen sozialen Zwecken spendet, wird besonders rund um besagte Festivitäten aktiv und trifft sich ansonsten nicht regelmäßig zur Ausübung eines gemeinsamen Hobbys.
  • Kirchenvereine: Bei den kirchlichen Vereinen wie dem Kirchenchor sowie der Katholischen Frauengemeinschaft ruhen ebenfalls noch sämtliche Aktivitäten. Auftritte bei Gottesdiensten mussten entfallen und die KfD musste ihren für Ende April geplanten Pfarrfamiliennachmittag im Pfarrzentrum absagen.

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