Randen trauert um Oswald Willi Schweigler. Der bekannte Altstadtrat starb am Dienstag im Alter von 98 Jahren in einem Pflegeheim auf der Baar, wie seine Familie mitteilte. Er war Witwer und hinterlässt drei erwachsene Kinder mit ihren Familien. Er war der älteste Bürger in Blumbergs höchstgelegenem Teilort und hat sich dort wie auch in Blumberg in den Vereinen und kommunalpolitisch nachhaltig engagiert.

Grausamkeiten des Kriegs erlebt

Aufgewachsen ist er mit einer jüngeren Schwester auf dem Randen. Als Siebzehnjähriger wurde Willi Schweigler im Oktober 1941 zum Wehrdienst eingezogen und erlebte so als junger Mann die Grausamkeiten des Krieges. Verletzt und krank kam er 1945 nach der Gefangenschaft in seinen zerstörten Heimatort zurück. Am 28. November 1953 heiratete er die Reichenauerin Albina Bärthele, die Familie wurde durch eine Tochter und zwei Söhne bereichert.

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Einige Jahre arbeitete Willi Schweigler in der Schweiz, bevor er als Zuchtwart für den Arbeitnehmerverband Deutscher Milchkontroll- und Tierzuchtbediensteten (ADM) in der ganzen Region tätig wurde.

Für die SPD im Gemeinderat

Viele Jahre war er für die SPD im Gemeinderat der Stadt Blumberg aktiv und war bei vielen Projekten und in unterschiedlichen Ausschüssen engagiert. Es ging um die Flurbereinigung, den Bau des Gemeinschaftshauses 1963 und den Neubau der Randener St. Stephanus-Gedächtniskapelle. In dieser Zeit und bis zum Bau der Blumberger Christus-Kirche Ende der 1970er Jahre war er auch Mitglied des altkatholischen Kirchengemeinderats.

Prägend war seine Geselligkeit

Prägend für ihn war seine Geselligkeit und sein Engagement für die Dorfgemeinschaft mit den Vereinen und die Kommunalpolitik. So war er zweiter Vorsitzender der Pfetzerzunft Zollhaus-Randen und zweiter Vorsitzender beim Musikverein Randen, der 1963 sein 100-jähriges Bestehen feierte. Beide Vereine dankten ihm mit der Ehrenmitgliedschaft. Außerdem zeichneten ihn der BLHV und der ADM mit Ehrenurkunden aus und die Feuerwehr mit dem Ehrenzeichen in Gold, das er als Oberlöschmeister erhielt.

Cego-Spiel wichtig

Nach dem Tod seiner Frau vor 17 Jahren lebte er bis Ende vorigen Jahres im eigenen Haus. Oft war er in der Natur mit seinem Elektromobil unterwegs, fit hielt er sich auch mit dem wöchentlichen Cego-Spiel. Bis zu seinem 98. Geburtstag am 17. Dezember 2020 war er noch fit, sagt seine Familie. Angst habe ihm Corona bereitet.

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Der alt-katholische Pfarrer Guido Palazzari mochte ihn sehr, wie er sagt: „Ich fand ihn einen herzensguten Menschen, gütig und mit ein bisschen Schalk. Er war sehr gebildet und hatte ein umfangreiches Wissen über die Geschichte der Alt-Katholiken auf dem Randen und in der Region. Ihm war es ein Herzensanliegen, dass die Stephanus-Kapelle in Randen ein Mahnmal gegen den Krieg und ein Stätte für den Frieden wurde.“ Die Beerdigung erfolgt im engsten Familienkreis.