Der neue Ortsvorsteher von Hondingen, Rolf Schwenk, ist ein überzeugter Kommunalpolitiker. Und Mitglied der Grünen ist er obendrein. Der 51-jährige Verwaltungsangestellte weiß um diese Besonderheit, wo die CDU und die Freien Wähler auf der gesamten Baar das Gros an Bürgermeistern und Ortsvorstehern bilden. In Blumberg gibt es nicht einmal einen grünen Ortsverband. Vor einigen Jahren scheiterte der Versuch, einen aus der Taufe zu heben.

Früheres fürstliches Jagdhaus ist sein Zuhause

Schwenk ist eng mit der Bahn verbunden und unternimmt mit ihr viele Reisen quer durch Europa. Er wohnt zusammen mit seiner Familie im ehemaligen fürstlichen Jagdhaus, das 1742 erbaut wurde. In Laichingen auf der Schwäbischen Alb besuchte Rolf Schwenk die Schule und begann eine Druckerausbildung. „Da fing es schon an mit Busfahrplänen. Ich habe einigen Bürgermeister mit Verbesserungsvorschlägen unterbreitet, die auch in die Tat umgesetzt wurden“, erinnert er sich. 1991 nahm er einen Stelle im Nahverkehrsamt beim Landratsamt Tuttlingen an. 2003 wurde er Betriebsleiter von Stadtbus Rottweil. Seit 2013 ist sein Berufsstandort Hechingen.

Er weiß: Lokalpolitik ist Langzeitpolitik

„Man muss Geduld mitbringen“ ist seine Devise. Das gilt vor allem für die anstehenden Projekte wie Neubaugebiet Dorstel II, Breitbandverkabelung und neues Buskonzept. Die Verbesserung von Dorf- und Straßenbild ist Rolf Schwenk wichtig. Er will intensiv mit der Feuerwehr und den Vereinen zusammenarbeiten. „Kommunalpolitik bedeutet für mich, sich um die Belange des Ortes zu kümmern im Einvernehmen mit der Gesamtstadt.“ So ist für ihn die Geschwindigkeitsmesstafel am Ortseingang ein guter Beginn. Besonders das Thema Radfahren liegt ihm am Herzen. Zum Thema Windkraftanlage auf der Länge und dem Ettenberg äußert er sich zurückhaltend. Die Kommunikation zwischen Betreiber, Behörden und Öffentlichkeit sei hier von Anfang an nicht optimal gelaufen, meint er. In Bräunlingen sei bei diesem Thema versucht worden, diese Fehler zu vermeiden. „Das Thema wird den Ortschaftsrat weiterhin bewegen“, betont Schwenk. Diesen Diskussionen möchte er nicht vorgreifen.

Der Dorfkern darf nicht ausbluten

Im Dorf will er dafür eintreten, mit passenden Bauwerken Baulücken zu füllen in verträglichem Maß Bestehendes zu erhalten und auszubauen. Der Dorfkern dürfe auf keinen Fall ausbluten. Er sieht positive Entwicklungen gerade im hiesigen Raum auf dem Land. Das sei anders, als in den ostdeutschen Ländern. Dort sei nach wie vorein Bevölkerungsschwund im ländlichen Raum festzustellen. Für Blumberg sieht er eine weitere gute Entwicklung. Kommunalpolitik muss für ihn aber auch das Globale berücksichtigen. Beim derzeitigen Auseinandertriften zwischen Ost und West wäre es zu überlegen, bestehende Städtepartnerschaften zu kräftigen und neue einzurichten.

Die Modelleisenbahn ist seine große Leidenschaft

Hauptsächlich in der Winterzeit baut Rolf Schwenk in seiner ganz freien Zeit gerne an seiner umfangreichen Eisenbahnanlage. Dabei steht für ihn die überlegt ausgeführte Landschaftsgestaltung im Vordergrund. „Sie ist schöner, als die von Horst Seehofer„, schmunzelt er. Er liest zwischendurch gerne Bücher über die aktuelle Zeitgeschichte. Er legt dabei großen Wert darauf, dass er genügend Zeit für die Kommunalpolitik hat.

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