Herr Scherer, erinnern Sie sich noch an das erste Blumberger Straßenfest?

Ja, noch gut, weil es in Kombination mit der Einweihung des Werner-Gerber-Sportzentrums stattgefunden hat und ich dabei als Sportlehrer der Realschule bei der Gestaltung der Einweihungsfeier mitwirken durfte und beim Straßenfest für den TSC Blumberg als Arbeitskraft zur Verfügung stand.

Wie war damals die Atmosphäre?

Es war schönes Wetter, das ganze Fest, das mehrere Tage ging, wurde von vielen Blumberger Vereinen mitgestaltet und von der Blumberger Bevölkerung sehr gut angenommen. Für mich ist genau dies der Sinn eines Straßenfestes, neben der Außenwirkung auch zum Zusammenhalt in einer Gemeinde beizutragen.

Sie waren damals aktiver Handballspieler des TSC Blumberg, inwieweit hat sich auch der Verein beim Straßenfest eingebracht?

Ich bin damals gerade in den Verein eingetreten, wir waren sportlich in einer Aufbruchstimmung, es war ein Miteinander im gesamten Verein: von der Jugendabteilung über die Aktiven bis zum Vorstand mit Funktionären wie Dieter Gusche, Hermann Zorbach, Wolfgang Sonntag, Helmut Mirowsky und Bernd Frei und vielen anderen, darunter auch meine Wenigkeit als Trainer. Und bei den Aktiven mit vielen bekannten Spielern, die alle aus Blumberg kamen. Und mit diesem Gesamtteam haben wir uns neben vielen anderen Vereinen auch bei Festen eingebracht. Ich erinnere mich noch an ein selbst geschweißtes Handballtor, an dem die Besucher gegen unsere Torhüter Siebenmeter werfen konnten.

Wer waren in den ersten Jahren die Hauptakteure, wer waren die Motoren für das Fest?

Beim ersten Straßenfest war bei uns der Vorsitzende Dieter Gusche verantwortlich, danach kamen Hermann Zorbach, Wolfgang Sonntag, Helmut Mirowsky und Bernd Frei.

Wie hat sich das Fest in den Jahren darauf entwickelt?

Es gab unterschiedliche Entwicklungen über die 40 Jahre hinweg, unter anderem wetterbedingt, der September konnte hier schon sehr kalt sein, und inhaltlich hat das Fest zwischendurch an Niveau verloren.

Es folgte eine Zeit, wo das Straßenfest keinen guten Ruf mehr genoss. Die meisten Stände würden etwas zum Essen und Trinken anbieten, das Unterhaltungsprogramm leide Not, hieß es. Wie haben Sie das erlebt?

Genau so.

Inzwischen hat das Straßenfest wieder einen festen Stellenwert. Es gibt ein Organisationskomitee, in dem die Vereine zusammen mit der Stadt arbeiten. Wie haben Sie die Entwicklung wahrgenommen?

Ich habe die Entwicklung positiv wahrgenommen, es sind gute Leute im Boot mit klaren Vorstellungen.

Einer der Höhepunkte war das Straßenfest im Jahr 2011. Die Kernstadt hatte ihre 750-Jahr-Feier gemeinsam mit den Teilorten gefeiert, entsprechend groß war beim Straßenfest auch die Besucherzahl aus den Teilorten.

Für Blumberg war das ganze Jahr ein Glücksfall. Bei der 750-Jahr-Feier haben sich die Teilorte und die Kernstadt in noch nie erlebter Weise eingebracht und zusammen gearbeitet, um zum Gelingen des Festes beizutragen. Und diese Stimmung übertrug sich auf das Straßenfest im Herbst.

Das Organisationskomitee wurde in den letzten Jahren erneuert, wie finden Sie das Fest jetzt?

Im Organisationskomitee sind motivierte Leute, offen für Anregungen, was dem Fest spürbar guttut.

Was wünschen Sie dem Organisationskomitee für die Zukunft?

Wohl wissend, dass man es nicht allen recht machen kann, sollte man sich um Ausgewogenheit des Festprogramms bemühen.

Fragen: Bernhard Lutz

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