Öfingen – Das Feriendorf in Öfingen wird verschönert. Der Kappeler Graffiti-Künstler Jochen Laufer ist seit rund einer Woche zu Gast im Feriendorf und sprayt auf insgesamt zehn Verteilerkästen, sieben Papierkörbe und einer Trafostation die unterschiedlichsten Tiere auf. Vorgaben hatte der Künstler eigentlich nur eine: die Straßennamen sollen aufgegriffen werden und damit viele neue Tiere im Feriendorf ihr Zuhause finden.

Hingerissen verfolgen Kinder wie Erwachsene wie auf der Trafostation durch die Hand von Jochen Laufer eine Kuh mit Bergenlandschaft im Hintergrund entsteht. Bilder: Wolf-Wilhelm Adam
Hingerissen verfolgen Kinder wie Erwachsene wie auf der Trafostation durch die Hand von Jochen Laufer eine Kuh mit Bergenlandschaft im Hintergrund entsteht. Bilder: Wolf-Wilhelm Adam

Rainer Stolz, Geschäftsführer der Feriendorf Öfingen Verwaltungsgesellschaft hatte die Idee zu der künstlerischen Aufwertung des Feriendorfs. „Wir sind seit dem Corona-Ausbruch dran, viele Verschönerungsarbeiten im Dorf vorzunehmen. Dazu gehören Blühwiesen, die leider durch die starke Hitze nur sehr langsam wachsen und eben auch diese Aktion mit dem Kappeler Künstler Laufer. Wir sind sehr froh, ihn für unsere Aktion gewonnen zu haben“, sagt Stolz.

Gestartet wurde am Montag. Zunächst einmal ging es darum, die Verteilerkästen zu reinigen und vorzubereiten. „Das ist teilweise sehr einfaches Plastik, das verschmutzt und durch Schrauben durchlöchert war. Allein die Vorbereitung hat gut eineinhalb Tage in Anspruch genommen“, erzählt der Künstler im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Dann ging es ans Werk.

Entstanden sind durch seine Hand die unterschiedlichsten Kunstwerke. Direkt am Spielplatz begrüßt ein Minion die Kinder, die von dem kleinen gelben Kerlchen sehr angetan sind. Dann ging es in die verschiedenen Straßen hinein. Eichhörnchen, Fuchs, Schnecke, Igel, Hase, Maus, Käfer, Meise und Schmetterling hielten Einzug und zieren nun die ehemals grauen und unansehnlichen Verteilerkästen.

Die Igel sind besonders detailreich und erfordern deshalb einen besonders hohen Zeitaufwand.
Die Igel sind besonders detailreich und erfordern deshalb einen besonders hohen Zeitaufwand.

Je nach Motiv benötigte Jochen Laufer bis zu sechs Stunden. „Käfer und Igel sind sehr aufwendig und detailreich gestaltet. Dafür habe ich am längsten gebraucht.“ Aktuell arbeitet er am größten Projekt, der Trafostation. Hier entsteht eine Almwiese mit Bergen im Hintergrund und einer großen Kuh, die den Betrachter ziemlich direkt in die Augen schaut. Wenn es an die Details der Bilder geht, nutzt der Graffiti-Künstler gerne auch mal die Airbrush-Technik. „Damit kann ich doch noch mehr Details ins Bild reinbringen“, erklärt er.

Durch den Künstlerkollegen und Airbrush-Spezialisten Torben Störmer entstand hier auf dem Verteilerkasten der Fuchs.
Durch den Künstlerkollegen und Airbrush-Spezialisten Torben Störmer entstand hier auf dem Verteilerkasten der Fuchs.

Arbeits- und Künstlerkollege Torben Störmer hat ihn bei diesem Projekt unterstützt. Störmer ist Airbrush-Spezialist und hat zum Beispiel den Fuchs und das Eichhörnchen gestaltet. Eine völlig andere Technik, aber mindestens genauso schön und realistisch. Und das Gute ist: durch die Versiegelung und die verwendete Kunstharzfarbe bleiben die Bilder auch auf viele Jahre hinweg immer strahlend und schön.

Rainer Stolz zeigte sich beim Rundgang am Freitag sichtlich zufrieden: „Das sind großartige Werke geworden, die unser Feriendorf aufwerten“, findet der Geschäftsführer. Die Kosten, die sich auf rund 6 000 Euro belaufen, werden zu annähernd 50 Prozent von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) übernommen.

Meistens ist Graffity nicht erwünscht, wie zum Beispiel hier:

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