Die Stadt Tengen will das Schloss Blumenfeld nun nicht mehr allein, sondern zusammen mit dem nahe gelegenen Krankenhaus-Areal an den Mann bringen. Das legt zumindest ein Wettbewerb zur Nachnutzung des Schlosses nahe, der seit dem 27. April von der Stadt als Eigentümerin ausgeschrieben ist. Statt wie bei einem klassischen Architektenwettbewerbs sind dabei Bewerbergemeinschaften aus Investoren und Architekten gefragt, die 2200 Quadratmeter von Schlossanlage mit Waschhaus, Garten und Entree gemeinsam mit den 7000 Quadratmetern des Krankenhaus-Areals gestalten wollen.

Beim Krankenhaus-Areal gibt es keinen Denkmalschutz

Das Areal habe im Gegensatz zum Schloss, wo zum Beispiel Denkmalschutzaspekte zu berücksichtigen seien, den Vorteil, dass es frei planbar ist. Zu erwerben ist es aber nur in Verbindung mit dem Schloss, sagt Bürgermeister Marian Schreier. Die Kombination der beiden Areale sei auch deshalb naheliegend, weil sie sich gut ergänzten: Das Schloss als Wohn- oder Arbeitsräumlichkeit und das Krankenhausareal zum Beispiel als Freifläche für Freizeit- und Parkgelegenheiten.

Bild: Schönlein, Ute

Mindestpreis liegt bei 750.000 Euro

Die Stadt hat potenziellen Investoren auch Einiges zu bieten, wie der Bürgermeister betont: Der Mindestpreis für das Schlossareal wurde auf 750 000 Euro festgelegt. Zudem kann der künftige Inhaber von öffentlichen Fördertöpfen profitieren, da die Gebietskulisse beider Kaufgegenstände im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet „Ortskern – Schloss“ liegt.

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Stadt will dem Investoren eine Brücke bauen

Ferner stellt Marian Schreier in Aussicht, dass die Stadt eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Schlossgraben bauen werde. Das könne helfen, um den Nachweis der baurechtlich erforderlichen Stellplätze für das Schloss auf dem Kaufgegenstand Krankenhausareal erbringen zu können.

Der Zeitplan steht, das Gremium und eine Aufwandsentschädigung auch

Der Zeitplan für den ungewöhnlichen Wettbewerb steht bereits bis Jahresende fest. Im ersten Schritt sind Bewerbungen bis 25. Mai möglich. Wie der Angebotsaufforderung der Stadt zu entnehmen ist, wählt dann ein Bewertungsgremium, das aus Architekten und Vertretern der Stadt bestehen wird, maximal fünf Grobkonzepte aus. Die zugehörigen Investoren- und Architektenteams sind dann im Juli, in der zweiten Stufe des Auswahlverfahrens, dazu aufgefordert, ihre Konzepte weiter zu entwickeln und auszuarbeiten. Ein Pflichtkolloquium zur Besichtigung von Schloss Blumenfeld Ende Juli bildet den Auftakt zur zweiten Stufe Finalrunde, wobei die verbleibenden Teams eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 8 000 Euro erhalten.

Entscheidend wird das Nutzungskonzept sein.

Bürgermeister Marian Schreier spricht von drei wesentlichen Auswahlkriterien: Das Nutzungs- und Realisierungskonzept inklusive Vermarktung wird mit 50 Prozent in die Entscheidung einfließen. Außerdem zählen das städtebaulich-architektonische Gestaltungskonzept, das man mit 30 Prozent gewichte, und schließlich das Kaufpreisangebot selbst, das mit 20 Prozent zu Buche schlage. Am 15. Oktober ist der Stichtag zur Abgabe der Angebotsunterlagen. Im Dezember entscheidet das Bewertungsgremium über das aus deren Sicht erfolgversprechendste Investorenkonzept. Im nächsten Jahr sollen dann Kaufvertragshandlungen aufgenommen werden.

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