Tengen hat als erste Kommune in der Region die Nachhaltigkeitsprämie Forst beantragt – und bekommt diese Förderung nun auch. Bürgermeister Marian Schreier freut sich über 95.000 Euro Zuschuss des Bundes. Waldbesitzer können diese und weitere Förderungen bis Ende Oktober beantragen.

95.000 Euro spült ein Förderprogramm des Bundes in die Tengener Stadtkasse. Tengens Bürgermeister Marian Schreier zeigte sich bei der Sitzung des Gemeinderates erfreut über die Nachhaltigkeitsprämie Forst, die der Revierförster nach Tengen geholt hat. Wie Schreier auf Nachfrage bestätigte, sei das Geld inzwischen geflossen.

Revierförster Tobias Müller und Försterin Rebecca Göttel.
Revierförster Tobias Müller und Försterin Rebecca Göttel. | Bild: Uli Zeller

Förster Tobias Müller gibt sich bescheiden. Diese Prämie könne jeder Waldbesitzer beantragen, der entsprechend zertifiziert sei. Bund und Länder würden derzeit große Förderprogramme aufsetzen, um Waldbesitzern unter die Arme zu greifen. „Ich war nur zufällig der Erste, der die Prämie beantragt hat“, so Müller. Zugleich freut er sich über solche Prämien und erläutert: „Das zeigt den Waldbesitzern, dass auch bei der Politik angekommen ist, dass es dem Wald schlecht geht.“

„Nachhaltig den Wald bearbeiten“ – was versteht man darunter eigentlich? Darauf der Revierförster: „Zum Beispiel gehört dazu, dass nur das geerntet wird, was nachwächst.“ Weiter verstehe man darunter bodenpflegliches Arbeiten. Das bedeute, dass ein großer Teil der Waldfläche nicht befahren werde, sondern sich die Fahrzeuge nur auf dafür festgelegten Wegen fortbewegen.

Tengener Forst ist als nachhaltig zertifiziert

„Außerdem muss das Personal qualifiziert sein“, nennt Müller ein weiteres Beispiel. Wenn solche Faktoren eingehalten werden, gelte man als zertifiziert und werde gefördert.

Es gibt drei Arten von Förderungen. Die erste ist die Nachhaltigkeitsprämie Wald: Sie kann von privaten und kommunalen Waldbesitzern beantragt werden. Voraussetzung ist die Zertifizierung. „Die Förderleistung beträgt 100 oder 120 Euro pro Hektar und richtet sich an Waldbesitzer, die mindestens einen Hektar Waldfläche besitzen“, heißt es in einer Pressinformation des Bundes.

Auch für Digitalisierung und Maschinen gibt es Beihilfen

Als zweite Förderung wird das Investitionsprogramm Wald genannt: Hier geht es um Zuschüsse von bis zu 40 Prozent für Investitionen in Digitalisierung und Technik für die nachhaltige Landwirtschaft. Abgedeckt seien etwa Maschinen und Geräte zur boden- und bestandsschonenden Holzernte und Holzbringung, aber auch Hard- und Software in Betrieben. Für Darlehen vergibt die Landwirtschaftliche Rentenbank Zuschüsse.

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Hinzu kommt noch eine dritte Förderung, diese zahlt das Land. Sie wird unabhängig davon gewährt, ob ein Waldbesitzer zertifiziert ist. „Es geht darum, geschädigten Waldbesitzern zu helfen“, sagt Revierförster Tobias Müller. Als Beispiel nennt er eine Aufarbeitung- und Rückehilfe des Landes. Diese sei 2020 in großem Umfang an Stadt und Privatwald ausgezahlt worden.

„Im Wesentlichen haben wir dieses Jahr die Aufarbeitungs- und Rückehilfen in Höhe von sechs Euro pro Festmeter sowohl im Kommunal- als auch Privatwald beantragt und größtenteils auch schon ausbezahlt bekommen.“ Aktuell stünden die Förderanträge für die Pflanzmaßnahmen zur Wiederbewaldung und Begründung klimastabiler Wälder im Frühjahr im Fokus.

Informationen zum Förderprogramm:
www.bundeswaldpraemie.de