Bald wird er anders aussehen, der Ortskern im Tengener Dorf. Denn das ehemalige Kaufhaus Rösch wurde verkauft. Zugegriffen hat Andreas Keller, Inhaber der benachbarten Metzgerei „Zum Frieden“. Und er will an dem Gebäude so einiges verändern.

Seit 2012 betreibt Andras Keller seine Metzgerei in Tengen. Jetzt hat er große Pläne für eine Erweiterung – kein Wunder, freut er sich doch trotz Corona über treue Kunden. Um die coronabedingte Wartezeit für sie zu verringern, gibt es seit März draußen einen zweiten Wurst- und Fleischautomaten.

Die Familie vor dem Kaufhaus Rösch. Rechts ist der Wurst- und Fleischautomat zu sehen, der dazu beitragen soll, Corona-bedingte Wartezeiten zu verkürzen.
Die Familie vor dem Kaufhaus Rösch. Rechts ist der Wurst- und Fleischautomat zu sehen, der dazu beitragen soll, Corona-bedingte Wartezeiten zu verkürzen. | Bild: SK

Weil er seine Kunden im Blick hat, wird jetzt auch noch umgebaut. Und zwar an gleich mehreren Ecken: „Das Carport kommt weg und der Eingangsbereich soll offen gestaltet werden. Außerdem soll es mehr Platz geben. Die neuen Verkaufsräume im ehemaligen Kaufhaus sind ebenerdig – und im Gegensatz zu jetzt ohne Treppe erreichbar“, erläutert Andreas Keller.

Dies sei ein echtes Plus für Kunden mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen. Das Dach soll außerdem gedreht werden, sodass der Giebel nach vorne zur Straße schaut. Auch die Parkplatzsituation soll verbessert werden. Derzeit belegen die Mitarbeiter einige Parkplätze vor dem Haus. Künftig sollen die Mitarbeiter hinter dem Haus parken können – dadurch wird es mehr Kundenparkplätze geben.

Metzgerei wächst immer weiter

Die Metzgerei „Zum Frieden“ ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und hat mehrmals den Betreiber gewechselt. Karl Glöckler aus Tengen erinnert sich noch an die Zeiten, als man im Frieden Bier und Schnaps trinken konnte. Hinter der rechten Eingangstüre des Gebäudes, dort wo sich heute der Verkaufsladen der Metzgerei befindet, habe sich eine kleine Wirtschaft befunden. „Da die Metzgerei gewachsen ist, haben wir im Laufe der Jahre die Wirtschaft zum Verkaufsraum der Metzgerei umgebaut“, so Glöckler.

Ende der 60er-Jahre habe Karl Glöckler das Geschäft nach dem Tod seines Vaters übernommen. Damals war Karl Glöckler 21 Jahre alt und hatte gerade die Meisterprüfung zum Metzger bestanden. Zu Beginn dieses Jahrtausends wurde der Frieden dann von Metzger Kaiser etwa zehn Jahre geführt. Dieser habe verschiedene Erweiterungen vorgenommen, berichtet Nachfolger Andreas Keller. Beispielsweise seien die Wurstküche vergrößert und die Kühlhäuser erweitert worden. Nach dem geplanten Umzug ins ehemalige Kaufhaus Rösch sollen die alten Räume als Lager und zum Teil auch für die Produktion genutzt werden.

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Größeres Angebot geplant

In den größeren Räumen sei dann ein breiteres Angebot möglich, erläutert Keller. Ihm schwebt etwa vor, den Grill-Trend der vergangenen Jahre verstärkt zu bedienen. „Wir wollen auch außergewöhnliche und besondere Produkte anbieten. So zum Beispiel T-Bone-Steaks oder Flank-Steaks.“ Gemeint sind Rindfleisch-Stücke, die aus dem Rückenbereich und aus dem Bauchlappen geschnitten werden.

Die Tiere, die der Tengener Metzger schlachtet, stammen alle aus der Region. „Unsere Rinder kommen aus Uttenhofen, Stetten und vom Schabelhof. Die Schweine aus Büßlingen und Kommingen.“ Damit der Wurst- und Fleischkauf trotz Corona und der noch vorhandenen Treppen jetzt schon mit wenig Barrieren verlaufen kann, kann man Puten-Spieße, Rinderhüfte und weitere Wurst- und Fleischprodukte per App bestellen.