Freudige Spannung lag in der Luft, als die Gäste im festlich eingedeckten Nebenraum des Gasthofs Adler in Wahlwies Platz nahmen. Die Aussicht auf den Genuss des Miró-Menüs, das Küchenchef Jürgen Veeser kreierte, hatte Stammgäste und (Ess-)Kultur-Interessierte auch aus der Ferne angelockt. Das Veranstaltungskonzept ging – wie schon 2019 beim Chagall-Abend – auf.

Essbare Kunstwerke

Johannes Waldschütz, Leiter des Stadtmuseums Stockach, der die Joan Miró-Ausstellung kuratiert hatte, führte in dessen Leben und vielfältiges Werk ein. Küchenchef Veeser stellte die Weine zu den Gängen vor und erklärte, wie jedes Gericht entstanden ist. Die Gäste sollten sich auf einen kulinarischen Abend einlassen, wünschte er sich. Das fiel nicht schwer, denn mit jedem Gericht eröffneten sich neue Geschmackserlebnisse. Veeser und sein Küchenteam schufen essbare Kunstwerke, die fast zu schön waren, um sie zu verzehren.

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Nach dem zweiten Gang gesellte sich dezent eine prominente Dame zur Gesellschaft: Marie-Luise Marjan, vielen gut bekannt als „Mutter Beimer“ aus der Fernsehserie „Lindenstraße“. Sie übernachtete im Gasthof Adler, weil sie am nächsten Tag beim großen Jubiläumskonzert des Pestalozzi Kinderdorfs Wahlwies mitwirkte und die Sonette zwischen den Sätzen des Opus „Vier Jahreszeiten“ las.

Das Atelier als Gemüsegarten

Johannes Waldschütz berichtete, Miró habe sich als Handwerker gesehen und sein Atelier mit einem Gemüsegarten verglichen, in dem man viel arbeite, bis man ernten könne. Ebenso sei die Kunst für ihn ein Prozess gewesen. Auch Jürgen Veeser hatte wochelang an seinen Kreationen gearbeitet. „Bei diesem Gang habe ich mich als Klein-Miró versucht“, gestand er. Auf jedem Teller befand sich eine anders bedruckte, köstlich gefüllte Eierschale.

Dieser Gang begeisterte mit vielen Details – unter anderem mit der individuell bedruckten Eierschale.
Dieser Gang begeisterte mit vielen Details – unter anderem mit der individuell bedruckten Eierschale. | Bild: Claudia Ladwig

Elisabeth Bürgermeister, die beim SÜDKURIER-Gewinnspiel eine Karte für den geschmackvollen Abend gewonnen hatte, äußerte sich begeistert. „Es war sehr lecker und sehr interessant.“ Das entsprach offenbar der Meinung aller Gäste, die das Dessert – mit Anklängen an die maurische Küche und mit französischen Einflüssen als optischen und kulinarischen Höhepunkt – mit andauerndem Applaus würdigten.