Reinhold Buhl

Während andere Krankenhäuser im Landkreis Konstanz in Zukunft geschlossen und durch einen zentralen Neubau ersetzt werden sollen, soll das Stockacher Krankenhaus gestärkt werden. Unter anderem entsteht mit dem neuen Bettentrakt ein Anbau mit Ein- und Zweibettzimmern, außerdem sind diverse Sanierungsarbeiten geplant. Und jüngst wurde noch ein weiterer großer Schritt für die Entwicklung und Sicherung der Klinik getan: Das Krankenhaus Stockach hat eine Weiterbildungsbefugnis für seine Ärzte erhalten.

Fortbildung wichtig, auch wenn Ärzte währenddessen fehlen

„Für ein Krankenhaus unserer Größe sind Weiterbildungen und Fortbildungen für die Ärzteschaft sehr wichtig,“ erklärt Michael Hanke, der das Haus als Geschäftsführer seit 2019 leitet. Er betont, dass motivierte Ärzte immens wichtig seien für sein Haus und sagt, dass er noch nie einen Fortbildungswunsch des ärztlichen Personals abgelehnt habe – obwohl die Ärzte während der Fortbildung im täglichen Geschäft fehlten.

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Auch Bürgermeister Rainer Stolz sieht das Stockacher Krankenhaus auf gutem Weg: „Wir haben hier viele engagierte Leute, die hier Spitzenarbeit leisten, um der Bevölkerung der Stadt und der Umgebung beste medizinische Qualität zu bieten.“

Assistenzärzte müssen ausgebildet werden

Damit das so bleibt, ist es laut Geschäftsführung und Ärzteschaft sehr wichtig, Assistenzärzte in den verschiedensten Disziplinen ausbilden zu können. Dazu benötige das Haus die sogenannte Weiterbildungsbefugnis für Ärzte in Weiterbildung – allgemein als Assistenzärzte bezeichnet – welche das Haus nun in erweiterter Form erteilt bekommen hat. Die Assistenzärzte benötigen diese Weiterbildung, um später Fachärzte werden zu können.

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„Die Weiterbildungsverordnung legt die Länge der jeweiligen Ausbildungszeit fest“, erklärt Thomas Wienert, Oberarzt der Chirurgie. Das Krankenhaus Stockach habe laut seiner Aussage die Weiterbildungsermächtigung für die Innere Medizin auf 36 Monate verlängert bekommen, was für das relativ kleine Haus einen großen Erfolg darstelle. Für die Allgemeine Chirurgie beträgt die Weiterbildungsbefugnis 24 Monate.

Um für den Laien die Materie durchschaubar zu machen, erklärt Svjetlana Peka, Chefärztin der Inneren Medizin, dass die gesamte Ausbildungszeit zum Facharzt üblicherweise 60 Monate betrage. Davon seien die ersten drei Jahre eine Art Grundausbildung, auf die dann zwei Jahre die Ausbildung für ein bestimmtes Fachgebiet folge.

Auch Akut- und Notfallmedizin soll gestärkt werden

Momentan noch Zukunftsmusik sei, so Peka, die Weiterbildungsbefugnis für die klinische Akut- und Notfallmedizin zu bekommen. Diese Notwendigkeit unterstreicht Matthias Pohl, Oberarzt der Inneren Medizin. „Unser Haus ist eigentlich der Urtyp der Notfallmedizin“, erklärt Pohl. Die Leute kämen in die Notfallaufnahme und der diensthabende Arzt sei dann gefordert, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. „Der Arzt sieht den Patienten zum ersten Mal und muss entscheiden, wie es zum Wohle des Patienten weitergeht.“ Das ist eine Entscheidung, die von einiger Tragweite sein könne. Matthias Pohl hofft, „dass wir für unsere Ärzte und Oberärzte in der Notfallaufnahme bis 2025 die Weiterbildungsbefugnis erhalten werden“.

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Das Ziel: der höchste medizinische Standard

Das hofft auch Bürgermeister Rainer Stolz, dessen höchstes Ziel es sei, „den Menschen in unserem Lebensraum den höchsten medizinischen Standard zu bieten“. Er betont, dass jeder von einer Notfallsituation betroffen sein könne. Dann müsse man die medizinische Qualität haben, dem Patienten zu helfen. „Unser Krankenhaus ist bei Notfällen unentbehrlich“, so Stolz‘ Fazit.

Laut Svjetlana Peka gehört zu einem funktionierenden Haus noch mehr als nur medizinische Kompetenz. Sie spricht damit die gute Arbeitsatmosphäre im Krankenhaus Stockach an. „Alles ist hier ziemlich unkompliziert.“ Ein Satz, den Geschäftsführer Hanke gerne hörte.