Heutzutage lebt man in einer Leistungsgesellschaft – und auch von Schülern wird immer mehr verlangt. Wie kann man das bewältigen und wie bleibt man gesund? Sport und Ernährung spielen dabei wichtige Rollen. Viele nehmen sich zwar keine Zeit mehr für Sport außerhalb der Schule. Doch oft hört man auch, dass Sport sogar hilft, in der Schule bessere Noten zu schreiben. Was ist jetzt richtig? Mit dieser Frage haben sich einige Schüler des Berufskollegs Wirtschaft 1/2 am Berufsschulzentrum (BSZ) Stockach auseinandergesetzt.

Sport für Körper und Gehirn

Experten im Bereich Sport und Gesundheit, wie Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler sind sich einig, dass Bewegung nicht nur für die Gesundheit sehr wichtig ist, sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit verbessert. Der Physiotherapeut Bernhard Deufel führt auf: „Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass schon fünf bis zehn Minuten Bewegung am Tag helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen und dadurch die Konzentration und das Denkvermögen nachweisbar zu steigern.“

Und der Sportwissenschaftler Joachim Auer sagt dazu: „Ich verstehe, warum immer weniger Sport machen, da die heutigen Schüler wirklich kaum noch Freizeit haben. Das bekomme ich ja bei meinen eigenen Kindern mit.“ Er sieht mangelnde Bewegung als Problem an.

Was sagen die Schüler selbst dazu? Wie erleben sie den Zusammenhang von Sport und schulischer Leistung? Eine Umfrage unter 66 Vollzeitschülern des BSZ soll Klarheit darüber bringen. Eine solche Umfrage kann nicht repräsentativ sein, aber einen Anhaltspunkt bieten. Die Befragten haben ein Durchschnittsalter von 17 Jahren.

Schüler haben immer weniger Zeit für Sport

Im Durchschnitt haben die Befragten viereinhalb Stunden pro Tag zur freien Verfügung. In dieser Zeit müssen Familie, Freunde, Sport und die Hobbys untergebracht werden. Deshalb machen schon ein Drittel der Befragten überhaupt keinen Sport in ihrer Freizeit mehr. Die Hälfte der Befragten, die noch Sport treibt, investiert dafür etwa 30 Minuten pro Tag.

Die Frage, ob Sport Einfluss auf ihre Konzentration hat und dadurch vielleicht auch ihre Noten beeinflussen kann, wurde ausgeglichen mit Ja oder Nein beantwortet. Ein Blick auf die Zahlen bei den Schülern, die angegeben haben regelmäßig Sport zu treiben, zeigt einen Notendurchschnitt von 2,3. Bei den Schülern, die sich nicht regelmäßig bewegen, lag der Notenschnitt bei 2,7. Doch auch das zeigte die Umfrage: Auch wenn Sport und Bewegung für bessere Konzentration und höhere geistige Leistungsfähigkeit empfohlen werden, kennen viele Schüler diesen Zusammenhang offenbar nicht.

Gesundheit geht auch durch den Magen: Daniel Börner und Sarah Thurin, beide Schüler am Stockacher BSZ, bei der Zubereitung eines Gemüseeintopfes.
Gesundheit geht auch durch den Magen: Daniel Börner und Sarah Thurin, beide Schüler am Stockacher BSZ, bei der Zubereitung eines Gemüseeintopfes. | Bild: Chiara Fischer

Doch Sport allein reicht nicht aus

Doch nicht nur Sport und Bewegung sind wichtig für einen gesunden Lebensstil – auch die Ernährung gehört dazu. Und an beruflichen Schulen gehört der Umgang mit Lebensmitteln für viele Schüler zum Schulalltag. Was lernen sie dort für den Umgang mit Lebensmitteln und wie gehen die Lehrkräfte das Thema gesunde Ernährung an? Gesa Killian unterrichtet seit September 2018 als technische Lehrerin das Schulfach Nahrungszubereitung am BSZ Stockach. Von 2003 bis 2018 hat sie in Hannover unterrichtet.

Im Unterricht lernen die Schüler das Garverfahren und viele Kenntnisse über Techniken und Teige kennen, berichtet sie. Bunt zusammengesetzte Mahlzeiten seien dann die Ergebnisse, die für den einen oder anderen Schüler auch ungewohnte Zutaten enthielten. Es werde immer auf regionale und saisonale Lebensmittel zurückgegriffen.

Ernährungslehre auf dem Plan

Außerdem hält es Killian für sinnvoll, alle Klassen mindestens eine Stunde pro Woche in Ernährungslehre zu unterrichten. Bis jetzt finde dieser Unterricht nur in den hauswirtschaftlichen Klassen statt, jedoch sei es für jeden wichtig, zumindest die Grundlagen der richtigen und gesunden Ernährung zu kennen. Denn heutzutage leiden viele Menschen beispielsweise an Übergewicht oder Diabetes.

Die Anzahl der fettleibigen Kinder sei in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Gründe dafür seien, dass zu wenig Sport getrieben werde und dass die Vielfalt an Fertigprodukten und Fast-Food viel größer geworden sei. In Fertigprodukten seien viele Zusatzstoffe, etwa Zucker als Geschmacksverstärker, enthalten.

Gesa Killian erklärt außerdem, dass eine richtige Diät langfristig ist und ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel ist. Macht man es falsch, kommt es zum sogenannten Jo-Jo-Effekt. Denn wenn man zum Beispiel nur weniger isst, schraubt der Körper den Grundumsatz zurück, und sobald man wieder normal isst, nimmt man das abgenommene Gewicht sofort wieder zu.

Probieren geht über Studieren: Am Freitag, 22. Februar, findet am Stockacher BSZ wieder der Karrieretag statt. In den Küchen wird ein Show-Kochen stattfinden, bei dem sich die Besucher einen Eindruck von frischen und gesunden Speisen machen können. Außerdem wird es einige Stände zum Thema Ernährung und Sport geben