Der Gemeindeimpftag in Stockach ist aus Sicht der Organisatoren erfolgreich verlaufen, und wieder einmal erwies sich die Jahnhalle als besonders wertvoll. Nach dem Leitfaden des Sozialministeriums hatten Mitarbeiter der Technischen Dienste der Stadt zwei Stunden lang vier Stationen und Wartebereiche aufgebaut. Aufgrund der Hallengröße waren Abstände hier überhaupt kein Problem. Hauptamtsleiter Hubert Walk zeigte sich sehr zufrieden mit Organisation und Ablauf.

Er sei in Mühlhausen gewesen, um sich ein Bild vom dortigen Gemeindeimpftag zu machen. „Fünf Kommunen kommen heute noch bei uns gucken“, erzählte er. Dass alles reibungslos vonstatten ging, lag auch am Anmeldemanagement von Cornelia Giebler.

Rund 25 Helfer sind im Einsatz

Von ihr hatten die 200 angemeldeten Personen per Briefpost ihren Termin und einige Unterlagen erhalten: Aufklärungsblatt, Einwilligungserklärung und Anamnesebogen sowie einen Laufzettel, der sie zu den einzelnen Stationen führte. Überall standen auch freundliche Helfer parat.

Zwei Mitarbeiter des Impfzentrums Freiburg führen an Tischen Anamnesegespräche, im Vordergrund mit Werner Gaiser, stellvertretender Bürgermeister, und seiner Frau.
Zwei Mitarbeiter des Impfzentrums Freiburg führen an Tischen Anamnesegespräche, im Vordergrund mit Werner Gaiser, stellvertretender Bürgermeister, und seiner Frau. | Bild: Claudia Ladwig

Zwei Mitarbeiter des Impfzentrums Freiburg übernahmen die Anmeldung und sprachen mit den Menschen über eventuelle Vorerkrankungen, Allergien oder Risiken. Dann wurde ein sechs Minuten langer Aufklärungsfilm angeboten. Von dort ging es zur Impfaufklärung.

Diese übernahmen die Ärzte Friedrich Fröhle von der Insel Reichenau und Berthold Weiner aus Konstanz. Sie erklärten, dass beispielsweise Heuschnupfen oder eine Antibiotika-Behandlung kein Hinderungsgrund für eine Schutzimpfung gegen COVID-19 seien.

Man solle allerdings in den letzten vier Wochen vor diesem Tag keinen Lebendimpfstoff und in den letzten 14 Tagen keine andere Impfung erhalten haben. Diese und die COVID-19-Schutzimpfung könnten sich stören, und sollten Nebenwirkungen auftreten, wisse man nicht, von welcher Impfung sie stammten.

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Einen wichtigen Hinweis gaben die Ärzte noch: Wenn man COVID-19 hatte, wird man nach sechs Monaten nur einmal geimpft, denn Studien haben gezeigt, dass die Konzentrationen von neutralisierenden Antikörpern bei Genesenen nach der ersten Impfung so hoch ist wie bei bisher nicht Infizierten nach der zweiten Impfung.

Ein Blick von oben in die Jahnhalle zeigt, wie viel Platz zwischen den Stationen ist. Rechts im Bild ist eine Box, in der die Impfaufklärung durch einen Arzt stattfindet. Hinten sind die zwei Impfkabinen und links im Bild warten die Geimpften etwa eine Viertelstunde. Wenn es ihnen danach gut geht, verlassen sie die Jahnhalle durch den Hinterausgang.
Ein Blick von oben in die Jahnhalle zeigt, wie viel Platz zwischen den Stationen ist. Rechts im Bild ist eine Box, in der die Impfaufklärung durch einen Arzt stattfindet. Hinten sind die zwei Impfkabinen und links im Bild warten die Geimpften etwa eine Viertelstunde. Wenn es ihnen danach gut geht, verlassen sie die Jahnhalle durch den Hinterausgang. | Bild: Claudia Ladwig

Ursula Adam und Claudia Brackmeyer begrüßten in zwei Kabinen die Impfwilligen. Sie fragten, in welchen Arm gestochen werden solle, baten, den Arm ganz entspannt zu halten und setzten dann routiniert die Nadel an. Alle Befragten versicherten, die Impfung habe nicht weh getan. Sie blieben anschließend noch eine Viertelstunde in der Jahnhalle sitzen und bekamen auf Wunsch Wasser oder Saft gereicht.

„Ein kleiner Piks für jeden, aber ein großer Schritt in die Normalität“

Der stellvertretende Bürgermeister Werner Gaiser war einer der 200 zu Impfenden. Ursprünglich hatte er sich beim Hausarzt angemeldet, diesen Termin dann jedoch freigegeben, als die Zusage zur Impfung in der Jahnhalle kam. In Abwandlung des berühmten Zitats des Mondlandungs-Astronauten Neil Armstrong sagte er: „Das ist ein kleiner Piks für jeden, aber ein großer Schritt in die Normalität.“ Er habe ein Gefühl der Erleichterung, Zuversicht und auch Dankbarkeit. „Die Menschen haben Cholera, Masern und die Pest besiegt, Corona werden wir auch besiegen“, sagte er.

Werner Gaiser hat von Claudia Brackmeyer seine erste Schutzimpfung bekommen.
Werner Gaiser hat von Claudia Brackmeyer seine erste Schutzimpfung bekommen. | Bild: Claudia Ladwig

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