Das Testzentrum der Stadt Stockach ist seit einer guten Woche in Betrieb und nach und nach spricht es sich herum, dass hier jeden Morgen von acht bis zehn Uhr kostenlose Selbsttests möglich sind. Christian Korb, Mitarbeiter der Stadt Stockach, und Holger Langenberg, den viele als Hänselemoschter kennen, empfangen in den zwei Stunden aktuell bis zu 50 Personen.

Hoger Langenberg (rechts), im närrischen Leben Hänselemoschter, erklärt Edeltrud Knobelspies den weiteren Ablauf. In einer nach vorne offenen Kabine wird sie gleich ihren Selbsttest durchführen.
Hoger Langenberg (rechts), im närrischen Leben Hänselemoschter, erklärt Edeltrud Knobelspies den weiteren Ablauf. In einer nach vorne offenen Kabine wird sie gleich ihren Selbsttest durchführen. | Bild: Claudia Ladwig

Nach einer Einweisung durch Hausarzt Peter Mayr wissen sie, worauf sie beim Testen achten müssen. Alles läuft nach Plan: Nach Prüfung der Anmeldedaten folgt der Test. Wer fertig ist, geht am Hinterausgang hinaus und wartet draußen im überdachten Bereich auf sein Ergebnis.

Der Raum ist erstaunlich groß, sodass Abstandsregeln problemlos eingehalten werden können. Momentan ist nur eine Teststraße aktiv. Sobald der Andrang steigt, können wesentlich mehr Personen in der gleichen Zeit einen Test machen.
Der Raum ist erstaunlich groß, sodass Abstandsregeln problemlos eingehalten werden können. Momentan ist nur eine Teststraße aktiv. Sobald der Andrang steigt, können wesentlich mehr Personen in der gleichen Zeit einen Test machen. | Bild: Claudia Ladwig

Das Testzentrum ist gut erreichbar. Es grenzt direkt an den neuen Laden der Tafel Stockach. Vom großen Parkplatz hinter dem Haus kommt man ebenerdig bis an den Eingang. Rampen ermöglichen auch Rollstuhlfahrern oder Menschen mit einem Rollator den mühelosen Zugang. Bald sollen noch Banner auf das Testzentrum hinweisen.

An diesem Tag sind 35 Personen angemeldet, vier kommen allerdings nicht. Wenn der Bedarf steigt, weil zum Beispiel Geimpfte und aktuell Getestete mehr Freiheiten zugestanden werden, könnten auch 100 Personen in zwei Stunden durchgeschleust werden. „Dann gehe ich nach dem Empfang zur zweiten Teststraße und leite und überwache dort auch Tests“, sagt Christian Korb.

„Gutes Signal für Bevölkerung“

Holger Langenberg hilft freiwillig. „Meine Chefin bei der Mega hat mich für die Zeit freigestellt, weil sie auch der Meinung ist, dass man dieses Angebot unterstützen sollte“, erzählt er. Auch aus anderen Gliederungen des Narrengerichts hätten sich Freiwillige gemeldet. „Ich empfinde das als gutes Signal für die Bevölkerung und gegenüber der Stadt. Die kommt uns immer entgegen, zum Beispiel als wir mit dem Ordnungsamt wegen der Weihnachtsbeleuchtung zu tun hatten.“

Bald wird ein großes Banner auf das Testzentrum hinweisen. Bis dahin geht es darum, möglichst vielen Menschen zu beschreiben, wo sich das Testangebot der Stadt Stockach befindet: Die Adresse lautet Nellenburgstraße 1a, das Zentrum grenzt direkt an die Tafel Stockach. Hinter dem Haus gibt es einen großen Parkplatz.
Bald wird ein großes Banner auf das Testzentrum hinweisen. Bis dahin geht es darum, möglichst vielen Menschen zu beschreiben, wo sich das Testangebot der Stadt Stockach befindet: Die Adresse lautet Nellenburgstraße 1a, das Zentrum grenzt direkt an die Tafel Stockach. Hinter dem Haus gibt es einen großen Parkplatz. | Bild: Claudia Ladwig

Er sehe es als eine gewisse Pflicht, nicht nur Dinge einzufordern, sondern auch etwas zu geben. Apropos geben: Jeder freiwillige Helfer bekommt eine Aufwandsentschädigung. Wenn ein Vereinsmitglied diese nicht annehmen möchte, spendet die Stadt das Geld an seinen Verein. Christian Korb ist froh, dass die Stadt schon auf einen kleinen Pool freiwilliger Helfer zurückgreifen kann.

Manche Tests kosten 35 Euro

Dann kommen die nächsten Kunden. Edeltrud Knobelspies aus Nenzingen ist sich sicher, dass ihr Test negativ ausfällt. „Die Enkelkinder und Kinder dürfen nicht kommen, wir sind nur im Garten und pflanzen Gemüse“, sagt sie. Eine Gefahr sei höchstens das Einkaufen, aber da gehe sie nur an Tagen, an denen wenig los sei. Außerdem sei sie schon einmal geimpft.

Das kreisweite Testwochenende

Dass Stockach jetzt ein Testzentrum hat, findet sie toll. „Es gab ja lange nichts, als Radolfzell schon was hatte. Letzte Woche habe ich fast einen Anfall bekommen, als ich einen Friseurtermin ausmachen wollte. Da hieß es, ich solle aufpassen, in einigen Apotheken koste ein Test 35 Euro. Ich habe abgewartet und kurz darauf gab es das Testzentrum.“

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Lob für die Stadt Stockach

Auch die übrigen Befragten testen sich, weil sie zum Friseur wollen. Brigitte Hoffmann aus Wahlwies, die wegen ihrer Arbeit in der Berufstherapie beim Jugendwerk Gailingen bereits die erste Impfung erhalten hat, erzählt: „Bei der Arbeit testen wir einmal pro Woche, wenn es einen Akutfall gibt, zweimal.“ Sie lobt, die Stadt habe schnell auf die neue Anforderung reagiert. „Es ist gut, dass man sich hier täglich testen kann.“

Holger Langenberg (rechts) erklärt jedem Testwilligen, hier ist es Christine Steinmann, worauf beim Testen zu achten ist. Dann beobachtet er den Vorgang und überprüft anschließend die Testkassette, die nach rund einer Viertelstunde das Ergebnis anzeigt.
Holger Langenberg (rechts) erklärt jedem Testwilligen, hier ist es Christine Steinmann, worauf beim Testen zu achten ist. Dann beobachtet er den Vorgang und überprüft anschließend die Testkassette, die nach rund einer Viertelstunde das Ergebnis anzeigt. | Bild: Claudia Ladwig

So sieht es auch die Wahlwieserin Christine Steinmann, die im Alten Forstamt für die Stadt Stockach arbeitet. Sie habe einige Male angerufen und dann problemlos einen Termin bekommen. Ihr sei es angenehmer, sich selbst zu testen als von jemand anderem getestet zu werden. „Wir machen bei der Arbeit auch zweimal die Woche einen Selbsttest. Es ist toll, dass das hier unter Anleitung geschieht. Dann ist man auch zuhause sicherer, weil man Routine bekommt.“

Zum Schutz der Mitmenschen

Zur gleichen Zeit wartet Michael Zwanziger draußen auf sein Ergebnis. Natürlich machten sie in seiner Firma ZH-Zerspanungstechnik auch Selbsttests, um sich gegenseitig zu schützen. Nun brauche er den Test aber tatsächlich auch, um zum Friseur zu kommen. „Ich habe jetzt in paar Mal selbst geschnitten, jetzt wird es Zeit“, stellt er lachend fest.

Falls noch eine Angabe fehlt, macht Christian Korb, Mitarbeiter der Stadt Stockach, darauf aufmerksam. Marcel Reiser (rechts) trägt sie umgehend ein. Dann macht er den überwachten Test – auch er hat einen Friseurtermin.
Falls noch eine Angabe fehlt, macht Christian Korb, Mitarbeiter der Stadt Stockach, darauf aufmerksam. Marcel Reiser (rechts) trägt sie umgehend ein. Dann macht er den überwachten Test – auch er hat einen Friseurtermin. | Bild: Claudia Ladwig

Auch ein anderer Mann will zum Friseur: Marcel Reiser, Lehrer am Nellenburg-Gymnasium, sagt, er habe einen Termin gemacht, um seinen Friseur zu unterstützen. Zwar finden in der Schule zweimal pro Woche Selbsttests statt, die Tage passten allerdings nicht.

Kostenlose Tests für Alle

Es bleibt zu erwähnen, dass jedermann die kostenlosen Tests in Anspruch nehmen darf – auch ohne Friseurtermin. Damit schützt der Testende sich und seine Mitmenschen, denn das Coronavirus kann auch von symptomlosen Personen übertragen werden.

Anmeldungen für einen Test im Stockacher Testzentrum sind per E-Mail an schnelltest@stockach.de oder telefonisch unter (0 77 71) 802 500 möglich.