Einen Blick in den Maschinenraum der deutschen Wirtschaft: Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), hat den Singener Standort des Eisengusswerks Fondium besucht.

Ein ereignisreiches Corona-Jahr

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Frank Klooß, Gesellschafter Matthias Blumentrath, dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Fischer und dem Zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Singen, Frederic Striegler, ging es laut Pressemitteilung der Gewerkschaft um das ereignisreiche vergangene Jahr des Unternehmens. Die Unternehmensvertreter, Betriebsrat und Gewerkschaft schilderten, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie hatte und dass es zahlreiche Herausforderungen zu meistern galt: Hierzu gehörten Lieferengpässe, Kostenexplosion bei Rohstoffen, Kurzarbeit und Homeoffice. Ganz aktuell beeinflusse der Streik der Lokführergewerkschaft GDL die Erfolgsaussichten von Fondium, heißt es in der Pressemitteilung.

Aufstellen zum Gruppenbild (von links): Gesellschafter Matthias Blumentrath, Geschäftsführer Frank Klooß, Staatssekretär Björn Böhning und Bundestagskandidatin Lina Seitzl.
Aufstellen zum Gruppenbild (von links): Gesellschafter Matthias Blumentrath, Geschäftsführer Frank Klooß, Staatssekretär Björn Böhning und Bundestagskandidatin Lina Seitzl. | Bild: IG Metall

„Eisengussprodukte sind aus keinem Lebensbereich wegzudenken. In nahezu jedem in Europa hergestellten Pkw und Lkw ist ein Fodium-Produkt“, wird Matthias Blumenrath zitiert. Die Firma unterstütze den Weg zur Klimaneutralität, die aber extrem hohe Umstellungskosten erforder, die Industrieunternehmen nicht selber stemmen könnten. Zur Umsetzung sei die politische und gesellschaftliche Unterstützung und finanzielle Förderung erforderlich.

„Ohne eine gemeinsame Kraftanstrengung würde ein solches Industrieunternehmen wie Fondium vielleicht auf Dauer ins Ausland verdrängt und wertschöpfende Industrie und deren Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet. Die Produkte würden aufgrund geringerer Umweltschutzstandards und Transportwegen klimaschädlicher hergestellt werden. Staatssekretär Björn Böhning nahm diesen Punkt auf: „250 Jahre industrieller Durchbruch kann nicht im Vorbeilaufen geändert werden. Das erfordert Kraft und Anstrengung aller Beteiligten und einer breiten Zustimmung in der Gesellschaft. Hierfür ist es wichtig, dass die Fachkräfte von heute auch die Arbeit von Morgen machen können. Hier brauchen wir eine neue Weiterbildungskultur in Deutschland.“

Im Anschluss führten Frank Klooß und Matthias Blumenrath die Gäste noch durch die Produktionsbereiche des Unternehmens. Zum Abschluss präsentiere der Fondium-Nachwuchs dem Staatssekretär sein Können in Sachen Robotik. Ihm sei wichtig zu erfahren, wie die Unterstützungsmaßnahmen seines Ministeriums wie das Kurzarbeitergeld in den Betrieben ankommt und es durch die Krise geholfen hat, wird der Politiker zitiert.