Die Bundesregierung setzt im Zuge der Lockerungen auf Schnelltests. Nicht nr Apotheken und Discounter sollen dabei helfen, sondern auch Kommunen. Jeder Deutsche soll nun einmal wöchentlich einen kostenlosen Schnelltest machen können. Die Stadt Singen hat deshalb am Wochenende schnell ein Testzentrum auf die Beine gestellt. Am Samstag ließen sich 275 Menschen in der Herz-Jesu-Kirche testen. Davon waren zwei Tests positiv, wie die Verantwortlichen bilanzieren. Die beiden Betroffenen müssen sich nun sofort in häusliche Quarantäne begeben und sich mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Das DRK muss das positive Ergebnis an das Gesundheitsamt melden und es wird dann ein PCR-Test veranlasst.

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Oberbürgermeister Bernd Häusler hat sich wegen des Testzentrums mit Stefan Schüttler, dem Kommandanten der Singener Kernwehr und Beauftragten für den Bereich „Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement“ zuständig, zusammengesetzt. Ein Zelt zum Testen auf dem Markt sollte es nicht sein. Aber nach einem Anruf bei Dekan Matthias Zimmermann war sofort klar, dass die Herz-Jesu-Kirche als Testzentrum genommen werden kann.

Melitta Veser hat sich spontan entschlossen, einen Test zu machen, als sie am Samstag auf dem Markt eingekauft hat. Mit im Bild (von links) Carlo Zecchina, Dominik Prill und Bereitschaftsleiter Tobias Mayer vom DRK-Ortsverein Singen.
Melitta Veser hat sich spontan entschlossen, einen Test zu machen, als sie am Samstag auf dem Markt eingekauft hat. Mit im Bild (von links) Carlo Zecchina, Dominik Prill und Bereitschaftsleiter Tobias Mayer vom DRK-Ortsverein Singen. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Die Leute wurden am Samstag im Einbahnsystem durch die Kirche geleitet und konnten die Wartezeit bis zum Testergebnis auf den Kirchenbänken verweilen. Der Abstrich im Nasen-Rachenraum gibt nach 20 Minuten ein Ergebnis und ist als Momentaufnahme zu betrachten, also nur für den Tag des Tests gültig. Er stellt kein 100-prozentig sicheres Ergebnis dar. Der Test ist auch nur für asymptomatische Personen gedacht. Menschen mit Symptomen wie Fieber, trockener Husten, Müdigkeit oder Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns müssen sich an ihren Hausarzt wenden.

Frank Hämmerle, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Konstanz, nimmt bei Oberbürgermeister Bernd Häusler einen Abstrich im Nasen-Rachenraum.
Frank Hämmerle, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Konstanz, nimmt bei Oberbürgermeister Bernd Häusler einen Abstrich im Nasen-Rachenraum. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Bereits gegen 7.30 Uhr hatte sich eine kleine Schlange vor der Kirche gebildet. Von 8 bis 12 Uhr waren die Helfer von DRK und Feuerwehr vor Ort. Da bereits um 9 Uhr 60 Leute getestet waren, holte Stefan Schüttler noch einen weiteren Karton mit Tests. „Wir haben vom Land ausreichend Tests und Schutzanzüge bekommen“, so José da Silva, Leiter des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbands Konstanz.

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Melitta Veser aus Beuren hat sich spontan entschieden, den Schnelltest zu machen. Auch Hans-Peter Storz und Dietrich Bubeck, die bei der SPD bzw. den Grünen am Wahlkampfstand im Einsatz waren, nutzen die Gelegenheit zwischendurch zu einem Schnelltest. Raimund Siirak war ebenfalls extra ins Testzentrum gekommen. Er will sich auch noch Schnelltests für seine Familie besorgen.

„Die Herz-Jesu-Kirche ist ideal geeignet“, sagte OB Bernd Häusler, der sich später noch von Frank Hämmerle testen lässt. Der Vorsitzende des DRK Kreisverbands, Frank Hämmerle, hat sich als Tester schulen lassen und war bereits mehrfach im Einsatz. „Ich bin glücklich, dass wir als DRK in allen Gemeinden im Landkreis helfen können“, so Hämmerle.

Noch ist der Stab nicht ganz unten. Tobias Mayer, Bereitschaftsleiter beim DRK Ortsverein Singen, macht den Schnelltest bei SÜDKURIER-Mitarbeiterin Susanne Gehrmann-Röhm.
Noch ist der Stab nicht ganz unten. Tobias Mayer, Bereitschaftsleiter beim DRK Ortsverein Singen, macht den Schnelltest bei SÜDKURIER-Mitarbeiterin Susanne Gehrmann-Röhm. | Bild: Bernd Häusler