„Wir müssen so weit wie möglich zum normalen Schulalltag zurückkehren“, sagt der Schulleiter der Singener Zeppelin-Realschule, Johannes Briechle. Er gibt damit wieder, was an allen Schulen im Hegau, aber auch im ganzen Land gilt. Zurück zur Normalität, unter Pandemiebedingungen, das bedeutet in erster Linie viel Organisation.

Was es bis kommenden Montag zu regeln gilt und wie die Schulen ins neue Schuljahr starten, das schildern stellvertretend drei Schulleiter aus dem Hegau auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Unterricht wieder für alle Schüler in der Schule

Zum neuen Schuljahr findet der Unterricht wieder für alle Schüler – es sei den sie gehören einer Risikogruppe an – in der Schule statt. „Alle Schüler werden in allen Fächern im Klassenverband unterrichtet“, erläutert Johannes Briechle. Gleichzeitig gilt, dass die verschiedenen Klassen im Schulhaus aber nicht aufeinander treffen sollen. Sollte es zu einem Corona-Fall an einer Schule kommen, soll die Trennung dafür sorgen, dass nur einzelne Klassen in Quarantäne müssen und nicht die gesamte Schule geschlossen werden muss.

An der Zeppelin-Realschule bedeutet das unter anderem, dass auch der Physik-, Chemie- oder beispielsweise Kunstunterricht im Klassenzimmer stattfindet und nicht in den Fachräumen, damit die Schüler möglichst wenig auf den Gängen unterwegs sind.

Die Pausen wollen gut organisiert sein

Auch die Organisation der Pausen ist darauf ausgelegt, dass die einzelnen Klassen voneinander getrennt sind. „Jetzt haben wieder alle zur gleichen Zeit Pause“, so Briechle. Dafür seien auf dem Schulhof nun Planquadrate, beziehungsweise Linien eingezeichnet, innerhalb welcher sich eine Klasse in der Pause aufhalten darf.

Dorthin werden die Schüler von den Lehrern der letzten Stunde begleitet und dann vom Lehrer des nächsten 90-Minuten-Unterrichtsblocks wieder abgeholt. So sieht zumindest die Planung aus, die Briechle zusammen mit Konrektor Florian Kunemann ausgearbeitet hat.

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Birgit Steiner, Schulleiterin an der Ten-Brink-Schule in Rielasingen ist froh, dass ihre Schule über große Außenflächen verfügt, sodass die einzelnen Klassen genug Abstand voneinander halten können. Zusätzlich hat sie sich mit ihrem Team dazu entschlossen, die Pausenzeiten zu entzerren und die Klassen nacheinander in die Pause zu schicken.

Die Grenzen dieser neuen Normalität sind aber beispielsweise auch am Pausenverkauf vom Bäcker zu erkennen. Zunächst, so Birgit Steiner, dürfen hier nur die Schüler der obersten Klassenstufen neun und zehn ihr Pausenbrot kaufen. Vorstellbar sei ein Stufenplan, der den Kauf Stück für Stück auch wieder den anderen Klassenstufen ermöglicht.

„Die digitalen Lernformen sind sehr schnell zum Fließen gekommen.“ Birgit Steiner, Schulleiterin der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule Rielasingen-Worblingen über die Zeit während des Lockdowns
„Die digitalen Lernformen sind sehr schnell zum Fließen gekommen.“ Birgit Steiner, Schulleiterin der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule Rielasingen-Worblingen über die Zeit während des Lockdowns | Bild: Sandra Bossenmaier

Maskenpflicht auf dem Schulhof und den Gängen

Auf dem Schulhof und auf den Gängen gilt für die Schüler Maskenpflicht. Ausgenommen, so Johannes Briechle, sei natürlich die Zeit, in der die Kinder und Jugendlichen ihr Vesper auf dem Pausenhof essen. Im Klassenzimmer muss ab jetzt keine Maske mehr getragen werden.

Das gilt auch an der Engener Grundschule, wo sich der Schulleiter Holger Laufer aktuell mit seinen Kollegen auf das neue Schuljahr vorbereitet. Die Grundschüler müssen aber auch in den Pausen keinen Mundschutz tragen. Das gilt erst ab Klasse fünf. Stattdessen gibt es an der Engener Grundschule unterschiedliche Pausenzeiten und getrennte Bereiche für die Klassen. Neben dem Musik- gibt es ab jetzt auch wieder Sportunterricht an der Schule. Wegen Corona müssen die Umkleiden nun aber nach Klassen getrennt werden und nicht mehr nach Geschlecht.

Eine Lösung musste sich der Grundschulrektor auch für den Pflichtnachmittag mit zwei Schulstunden überlegen. Zusammen mit der Betreuung der Ganztagesschüler wäre dieser schlicht nicht zu organisieren gewesen. Stattdessen sollen die Schüler jetzt einmal pro Woche bereits um 7.30 Uhr statt um 8.15 Uhr mit dem Unterricht beginnen. „Das ist keine Ideallösung“, weiß Laufer. Denn gerade für Schüler aus den Ortsteilen bedeute das einen sehr frühen Tagesbeginn und zusätzlich müsse der Schulbus entsprechend organisiert werden.

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Viel Lob für Kollegen und Schulamt

Auch wenn Birgit Steiner und ihre Schulleiter-Kollegen mittlerweile einen ganzen Ordner voller Corona-Verordnungen vor sich haben, blicken sie alle drei positiv ins neue Schuljahr. An allen drei Schulen werden die Lehrer bis auf wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Schwangere, wieder vor Ort unterrichten. „Die Kollegen haben Dinge getan, davon träumt man nur“, lobt Birgit Steiner ihr Kollegium in Zeiten von Corona.

„Wir sind sehr hinterher, die Vorgaben umzusetzen.“ Holger Laufer, Schulleiter der Grundschule Engen
„Wir sind sehr hinterher, die Vorgaben umzusetzen.“ Holger Laufer, Schulleiter der Grundschule Engen | Bild: Jürgen Waschkowitz

„Momentan kriegen wir es ganz gut gestemmt“, ist auch Holger Laufer zuversichtlich. Auch in diesem Jahr wird es in Engen eine kleine Einschulungsfeier für die Erstklässler und ihre Eltern geben, das war der Schule wichtig, so Laufer. „Wir machen das Beste draus und blicken positiv optimistisch nach vorne“, gibt der Engener Schulleiter zu verstehen. Die aktuellen Vorgaben können sich je nach Entwicklung der Pandemie schnell wieder ändern, dessen ist sich Johannes Briechle bewusst:“Wir wissen nicht, was der Herbst mit sich bringt.“

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