Man muss schon recht lange gehen und Wege kreuzen, um vom Eingang der Kleingartenanlage Römerziel zum Gartenstück von Karl Weiß zu kommen. „Mit 238 Parzellen sind wir die größte Anlage in Singen“, sagt der Vorsitzende nicht ohne Stolz. Im Vorbeigehen schaut er auf die Gärten und spricht einem Pächter ein Lob aus: „Das hat er schön gemacht“, fügt Weiß aber gleich hinzu, dass er auch Einhalt gebieten müsse, wenn es gegen die Vorschriften geht. Die sind im Bundeskleingarten-Gesetz festgelegt.

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Der Verein richtet sich nach den Vorgaben des Landesverbandes und könne auch selbst Entscheidungen treffen. Er meint: „Man muss mit den Pächtern entscheiden, welche Grundregeln eingehalten werden sollen.“ Bäume zum Beispiel sollten nicht höher als drei Meter sein, da sie Schatten werfen und ihr Wurzelwerk sich bis auf andere Parzellen ausbreitet.

Mühsam von Brennesseln und Disteln befreit

Die Regel, dass auf einem Drittel der Fläche Nutzpflanzen angebaut werden müssen, sei richtig. „Sonst würde es hier bald wie auf einem Spielplatz aussehen, denn die Überzahl der Pächter sind junge Leute“, sagt Josef Jäger. Er war schon vor 30 Jahren dabei, als das Grundstück noch Urland war und für die Anlage mühsam von Brennesseln und Disteln befreit werden musste. Ein Spielgerät sei erlaubt, auf dem Gelände gebe es auch einen großen Spielplatz und einen Fußballplatz.

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Karl Weiß und Josef Jäger sind sich einig, dass Schrebergärten durch richtige Bepflanzung auch einen Naturbereich bieten können, der Insekten anzieht. Seit 20 Jahren pflegt Weiß seine Parzelle von rund 300 Quadratmetern und weiß, dass ein Garten auch Arbeit mit sich bringt. Seit er in Rente ist und mehr Zeit hat, macht ihm der Garten Spaß.

Kleine Schnecken werden zum Problem

Früher sei es neben der Arbeit schon eine Belastung gewesen, an den Wochenenden ging es zur Arbeit in den Garten, erzählt Karl Weiß. Zu tun gibt es auch heute genug, ein Problem seien zurzeit kleine Schnecken. „So viele habe ich noch nie erlebt, die fressen alles ab und bisher habe ich kein Mittel gefunden, das hilft“, ist er ratlos. Auch sein Versuch mit Asche von Holzofengrill habe nichts genützt.