Das Singener Hohentwielfestival wurde nach einem Steinschlag aus Sicherheitsgründen auf den Rathaus-Platz verlegt. Und dennoch steht der Singener Hausberg plötzlich im Blickpunkt. Eine riesige Rauchsäule erhebt sich am Dienstagnachmittag über Singen.

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Schnell war klar: Auf dem Hohentwiel muss ein größeres Feuer lodern. Vor Ort bietet bestätigt sich dies. Flammen schlagen aus einem schon fast völlig rußigen und zerstörten Gebäude.

Die Rauchentwicklung des Brandes am Hohentwiel war weithin sichtbar.
Die Rauchentwicklung des Brandes am Hohentwiel war weithin sichtbar. | Bild: Achim Herrmann

Es handelt sich um eine große Lagerhalle der Hohentwiel-Domäne. Auch ein Teil des Stalls unmittelbar neben der Halle wird zerstört. Der beherbergt mehrere hundert Schafe. Die Tiere haben an diesem Tag Glück. „Normalerweise sind sie zu der Zeit, in der das Feuer ausgebrochen ist, im Stall. Heute haben wir aber gemistet und daher die Schafe auf die Weide geführt“, schildert Michael Toneth, Pächter der Hohentwiel Domäne. So kommen beim Brand weder Mensch noch Tier zu schaden. Dennoch sind die Folgen des Brandes bitter.

Die Feuerwehr ist bei den Löscharbeiten stark gefordert. Auch Fahrzeuge brannten aus.
Die Feuerwehr ist bei den Löscharbeiten stark gefordert. Auch Fahrzeuge brannten aus. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Brand zerstört auch Fahrzeuge

Da nicht nur gelagertes Heu, sondern auch Arbeitsmaschinen ein Raub der Flammen wurde, dürfte sich der Schaden nach Einschätzung der Polizei auf etwa eine halbe Million Euro belaufen. Die Singener Feuerwehr mit Einsatzleiter Kai Olbrich und einige Stadtteile-Abteilungen sind mit etwa 150 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen tätig, um zu löschen und zu verhindern, dass das Feuer nicht noch weiter übergreift. Auch Atemschutzträger leisten ihren schweißtreibenden Einsatz an einem Tag, an dem gut 35 Grad Celsius herrscht. Die gesamte Ausrüstung wiegt etwa 40 Kilo.

Wasser wird hochgepumpt

Die vielen Feuerwehrautos samt Besatzung sind auch nötig, um über mehrere Pumpen eine Löschwasser-Versorgung vom Singener Stadtrand aus aufzubauen, wie Stefan Tröndle, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Singen, Abteilung Stadt, erklärt. „Die einhunderttausend Liter Wasser im Rückhaltebecken sind schnell aufgebraucht. Deshalb ist es auch gut, dass zwei Landwirte nochmals jeweils etwa 20 000 Liter Wasser in großen Behältern zur Verfügung stellen“, so Tröndle.

Auch Landwirte helfen bei der Wasserversorgung.
Auch Landwirte helfen bei der Wasserversorgung. | Bild: Tesche, Sabine

Rauchschwaden weithin sichtbar

Die Brandursache ist für die Polizei noch unklar. Aufgrund weithin sichtbarer, schwarzer Rauchschwaden sei eine Vielzahl von Notrufen bei der Leitstelle des Landkreises Konstanz sowie beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz eingegangen.