Die ECE hat die Namen von 35 ersten Mietern bekannt gegeben, die ab Herbst 2020 im Cano ihre Geschäfte eröffnen werden. Darunter sind sowohl deutschlandweit bekannte Marken wie Only oder Dm, als auch lokale Größen wie Parfümerie Gradmann oder das Sneaker-Geschäft Comix. "Wir haben bereits 70 Prozent der Fläche vermietet", sagte Nils Hoffmann beim Pressetermin am Mittwoch, das sei eineinhalb Jahre vor Eröffnungstermin sehr erfreulich. Hoffmann kümmert sich für ECE um Konzepte für die Vermarktung von Einzelhandelsflächen und betonte, dass es sich um ergänzende Angebote handeln soll: Der bestehende Drogeriemarkt Dm in der August-Ruf-Straße wolle nicht schließen, sondern seine Fläche im nahegelegenen Cano um einige hundert Quadratmeter erweitern.

Ende April beginnt der Hochbau

Noch sehen Passanten wenig von den Ladenflächen, die nun bereits vergeben sind, doch das soll sich in den nächsten Wochen drastisch ändern. Ende April wird der Hochbau beginnen, dann sei der Rohbau im gesamten Baufeld komplett. "Wir sind immer froh, wenn wir aus der Erde raus sind", sagte Baumanager Christian Gößling. Noch bevor die Pfeiler in die Höhe ragen, werden Kräne zu sehen sein: Statt drei sollen bis Anfang Mai sechs Hochbaukräne präsent sein, diese sind bis zu 60 Meter hoch. "Wir sind gut unterwegs", fasste Gößling den Stand der Bauarbeiten zusammen. Man habe bei einer solchen Baustelle immer mit Herausforderungen zu tun, doch das Projekt sei im Zeit- und Kostenplan. ECE investiert 165 Millionen Euro in das neue Einkaufszentrum gegenüber des Singener Bahnhofs.

Die Außenfassade des Cano ist bekannt, eine Musterfassade steht inzwischen nahe des Rathauses.
Die Außenfassade des Cano ist bekannt, eine Musterfassade steht inzwischen nahe des Rathauses. | Bild: ECE

Ein Projekt der großen Zahlen: 7000 Tonnen Stahl

Zu den Herausforderungen zählte etwa, dass die Reste vorheriger Gebäude im Baugrund gefunden wurden. "Große Betonhindernisse im Baugrund" nennt Gößling das. Außerdem erfordere das Café Hanser als denkmalgeschütztes Gebäude besondere Maßnahmen, denn es soll so wenig erschüttert werden wie möglich. Für Gößling ist das Cano ein Projekt der großen Zahlen: Für das Einkaufszentrum mit einer Grundfläche von 16 000 Quadratmetern werden in den nächsten Monaten rund 33 000 Kubikmeter Beton und etwa 7000 Tonnen Stahl verarbeitet. Außerdem werden 215 Kilometer Kabel sowie Leitungen verlegt. Zu Spitzenzeiten sollen bis zu 550 Menschen am Cano arbeiten, dafür sind bereits 60 Container am Rand der Baugrube aufgebaut.

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Entwürfe für Innenausbau sind ausgearbeitet

Inzwischen steht neben den ersten Mietern auch fest, wie das Cano innen aussehen soll. Die ersten Entwürfe wurden laut Marcus Janko nun im Detail ausgearbeitet. Stolz zeigte der Projektdirektor Visualisierungen von den Geschossen, die mit Metall und Erdfarben gestaltet werden sollen. Am Eingang von der Hegaustraße soll es beispielsweise ein Café mit großem Sitzbereich geben. Allgemein setzt das Cano auf Vielfalt: Bodenbeläge und Sitzmöbel wechseln hier und da. Die ersten Sitzmöbel seien bereits bestellt, sagte Janko. Und damit das Licht zu jeder Tageszeit angenehm ist, soll es stets angepasst werden. Allerdings betonte Janko auch, dass an vielen Ecken Tageslicht zu sehen sein wird: Auch das Untergeschoss fühle sich nicht als solches an, weil der Besucher stets alle Ebenen, Tageslicht und angenehme Beleuchtung im Blick habe.

So soll das Cano innen aussehen.
So soll das Cano innen aussehen. | Bild: ECE

Angetan zeigte sich der extra aus Hamburg angereiste Projektdirektor auch von den Toilettenanlagen, die das Vulkanthema aufgreifen sollen: "Da haben sich die Architekten richtig ins Zeug gelegt." Bei den Damentoiletten sind in der Visualisierung rote Lampen und dunkle Vulkanerde zu sehen, bei den Männern rote Magma-Gebilde an den Wänden. Im Untergeschoss soll die Natur des Hegaus aufgegriffen werden, es wird grün.

Welche Mieter nicht kommen

Wie Vermarktungs-Manager Nils Hoffmann auf Nachfrage erklärte, gelten die Mietverträge mit den ersten Mietern für mindestens zehn Jahre. Geschäfte der Inditex-Gruppe mit Namen wie Zara, Pull & Bear oder Bershka seien ebenso wenig zu erwarten wie die italienische Systemgastronomie-Kette Vapiano, doch mit vielen weiteren möglichen Mietern sei er derzeit im Gespräch. Auch im Bereich Möbel könne er sich zum Beispiel ein Geschäft vorstellen.

"Das ist nicht unbedingt Standard, was hier passieren wird", kündigte Entwicklungsdirektor Marcus Janko an. Bereits jetzt seien Namen vertreten, die sonst eher in Metropolen zu finden seien. Dass mit Auer ein Autohaus vertreten sein und Probefahrten anbieten wird, sei deutschlandweit eine Premiere. Ungewöhnlich sei auch die Ansiedlung vom Ristorante Arena, das bereits in Überlingen, Meersburg oder Friedrichshafen präsent ist, im ehemaligen Hotel Victoria. Auf zwei Ebenen und mit Anbindung zum Foodcourt soll es hier künftig Pizza und Pasta geben. Nicht jeder Mieter könne schon bekannt gegeben werden, weitere Namen sollen voraussichtlich in einigen Monaten folgen.

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