Im Bereich des BEZ-Kreisels sind neue Radwegemarkierungen aufgebracht worden. Nicht alle kommen bei den Nutzern positiv an. Denn mitunter sorgen die Markierungen für mehr Verunsicherung bei den Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern, als für deren Sicherheit.

So wurden auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg im Bereich des Kreisels Richtungspfeile aufgebracht, die in der Praxis nur bedingt umsetzbar sind.

„Ich bin schon froh, dass die Stadt hier tätig geworden ist“

Generell begrüßen die Radfahrer die zum Teil eindeutigen Anweisungen und Markierungen: „Ich bin schon froh, dass die Stadt hier tätig geworden ist“, sagt Willi Cierpinsy. Der Rentner fährt jeden Tag mit dem Rad von seinem Wohnhaus in die Stadt an dem Kreisel vorbei.

Insbesondere die roten, gut sichtbaren Fahrbahnmarkierungen an Ein- und Ausfahrten hält er für ein probates Mittel, die Sicherheit der Radfahrer zu gewährleisten. So wurde zum Beispiel an der Esso-Tankstelle im Ein- und Ausfahrtsbereich zur Haselbrunnstraße mit dem roten Belag eine Dauergefahrenstelle etwas entschärft. So manche Radfahrer sind hier schon auf Autofahrer getroffen, von denen sie übersehen wurden. Auch Cierpiensky ist dabei bereits einmal gestürzt, wie er berichtet.

Markierungen erscheinen nicht einheitlich

Genau diese eindeutigen und sichtbaren Markierungen hätte er sich daher auch an anderen Stellen des Kreisels gewünscht. Nach seiner Ansicht wirken die neuen Markierungen jedoch nicht einheitlich und sorgen mit offenen Lösungen mitunter für mehr Verwirrung als Sicherheit.

An manchen Stellen sind Richtungspfeile auf dem kombinierten Rad- und Fußweg aufgebracht, an anderen Stellen fehlen sie. Oder sie geben eine Richtung vor, die die Radfahrer zu einer 270-Grad-Umrundung des Kreisels auffordern, obwohl sie nur wenige Meter weiterfahren müssten, um auf dem Radweg ans Ziel zu kommen. Willi Cierpinsky ist sich angesichts der uneinheitlichen Markierungen nicht einmal sicher, ob die Arbeiten überhaupt abgeschlossen sind.

Hier geht es auch schon mal enger zu. Viel Platz bleibt den Radfahrern bei Gegenverkehr nicht mehr im Bereich des BEZ-Kreisels.
Hier geht es auch schon mal enger zu. Viel Platz bleibt den Radfahrern bei Gegenverkehr nicht mehr im Bereich des BEZ-Kreisels. | Bild: Jarausch, Gerald

Eine Nachfrage des SÜDKURIER bei der Pressestelle der Stadt klärt dies: „Die Markierungsarbeiten im Bereich des BEZ-Kreisverkehrs und der Böhringer Straße sind zum größten Teil abgeschlossen. Lediglich im Zuge von Randsteinabsenkungen und an Bushaltestellen müssen die Markierungen noch ergänzt werden“, heißt es von dort.

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Radfahrer Cierpinsky hätte sich eine klarere Trennung der Fuß- und Radwege gewünscht. Die ist aber wohl wegen der Platzverhältnisse nicht immer ohne weiteres machbar. Am Ende bleibt eine Verbesserung, die noch Luft nach oben habe: „Das ist auch für alt Eingefahrene nicht ganz leicht“, urteilt er.

Hier wird‘s richtig eng: Zwischen den Ketten soll Platz für Radler und Fußgänger sein.
Hier wird‘s richtig eng: Zwischen den Ketten soll Platz für Radler und Fußgänger sein. | Bild: Jarausch, Gerald

Daher gebe es durchaus „noch Handlungsbedarf“. Unter anderem fände er es sinnvoll, wenn die Zufahrt aus dem Kreisel direkt auf die Tankstelle verschwände. Denn so ergeben sich weitere Gefahren für Fußgänger und Radfahrer. Die Tankstelle verfügt ohnehin über zwei Zufahrten.

Gleichzeitig würde er es gern sehen, wenn dort, wo es möglich ist, der kombinierte Rad- und Fußweg verbreitert wird, vor allem im Bereich des Biomarktes. Auf der gegenüberliegenden Seite, in Fahrtrichtung Moos, ist aktuell praktisch gar kein Platz für Radler und Fußgänger. Hier müssen sie sich einen rund 1,50 Meter breiten Bürgersteig teilen.