Der Jugendgemeinderat (JGR) hat die OB-Kandidaten Simon Gröger, Helmut Ringger sowie Amtsinhaber Martin Staab zu einer Fragerunde im Jugendtreff Bokle eingeladen: Themen waren die Sicherheit junger Frauen im Öffentlichen Nahverkehr und eine bessere Taktung am Abend, die Bereitstellung eines Jugendraums sowie die Mülltrennung im öffentlichen Raum. Es ging ebenso um die Erweiterung des Skater-Parks sowie um die Positionen zum Bau des Feriendorfs im Streuhau. Das Podium wurde souverän moderiert von den Jugendräten Paula Kempter und Nico Kuhn.

Die OB-Kandidaten stellten sich im Bokle jugendlichen Wählern (v.l.): Nico Kuhn und Paula Kempter (Moderation) mit Simon Gröger, Helmut Ringger und Martin Staab.
Die OB-Kandidaten stellten sich im Bokle jugendlichen Wählern (v.l.): Nico Kuhn und Paula Kempter (Moderation) mit Simon Gröger, Helmut Ringger und Martin Staab. | Bild: Georg Lange

Nahverkehr

Aus Gesprächen vor Ort kennt Simon Gröger junge Menschen, die noch keinen Führerschein haben oder bewusst auf ein Auto verzichten wollen, sagt er. Er befürworte daher eine Erweiterung der Buslinien und die Verbesserung der Taktung. Mit dem Verkehrsverbund wolle er Möglichkeiten erörtern, ob im ÖPNV Fahrzeugbegleiter für die Sicherheit eingesetzt werden könnten.

Eine Ausweitung des Nahverkehrs mit Verkürzung der Taktzeit brauche lange Anlaufzeiten, so Helmut Ringger. Daher priorisiere er den Bau einer öffentlichen Toilette am Bahnhof. Für das Erreichen der Klimaziele empfahl Ringger den jungen Menschen den Fußweg.

Martin Staab verwies auf die Erarbeitung eines neuen Konzeptes und dessen europaweite Ausschreibung. Ab 2023 sei ein halbstündiger Takt von 5 bis 24 Uhr vorgesehen sowie ein 15-Minuten-Takt im Berufsverkehr. Staab ermunterte den JGR, sich im Gemeinderat für Nahverkehrskonzepte einzubringen.

Zum Streuhau und zur Wahlarena

Jugendraum

Simon Gröger möchte mit der Jugend und den in der Jugendarbeit vertrauten Vereinen einen Raum suchen. Er sollte durch den ÖPNV angebunden, mit Lautstärke gut bespielbar und zentral gelegen sein.

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Helmut Ringger erkundigte sich nach dem Management der Jugendräume und befürwortete den Wunsch. Er verwies jedoch auf den Willen des Gemeinderats: Als dessen Vorsitzender würde er nur eine von vielen Stimmen haben.

OB Staab kennt die Vorzüge selbstverwalteter Jugendräume aus Erfahrung. Diesen Wunsch könne man nur unterstützen. Der OB begrüßt eine Jugend-Anhörung im Gemeinderat und empfahl dem JGR, ein Konzept vorzubereiten. Eine Idee für einen Standort habe er bereits.

Umwelt

Simon Gröger begreift die Mülltrennung als einen weichen Faktor für den Klimaschutz. Er könne sich vorstellen, dass sich Jugendliche beim Design der Müllbehälter beteiligen könnten. Sein Ansatz ist die frühzeitige Sensibilisierung. Deswegen sei er für diese Idee.

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Als ein freiwilliger Stadtreiniger und Pfandsammler sei er in der Stadt bekannt, so Ringger. Eine Mülltrennung im öffentlichen Raum kenne er nur auf dem neuen Wohnmobil-Stellplatz auf der Mettnau. Dort funktioniere die Trennung hervorragend. Sie sei daher auch in der Altstadt und am Ufer wünschenswert.

Die Mülltrennung funktioniere bereits auf Bahnhöfen, so Staab: Doch die Behälter nähmen viel Platz ein. In der Altstadt müsse man darauf achten, dass die Gefäße für das Stadtbild geeignet seien. Doch es sei lediglich eine Frage der Zeit, bis es dafür passendende Gefäße gebe, um die alten auszutauschen.

Skater-Park

Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbike-Strecke und steht im Wahlprogramm von Simon Gröger. Der Kandidat hat den Skater-Park bereits angeschaut und dessen Kapazitätsgrenze wahrgenommen. Er befürwortet die Erweiterung beziehungsweise die Entwicklung eines neuen Parks für den Pumptrack. Ringger kennt den Skater-Park und zeigte sich besorgt ob der gefährlichen Situationen durch die vielen Besucher. Die Ausweitung solcher Freizeitaktivitäten – die gefördert werden wollten – hält Ringger für einen Unsinn.

Er zieht hier eine Grenze: Überall bestünde der Wunsch nach Erweiterung. Gerade der Freizeit-Sektor habe sich in einer Fülle ausdifferenziert, die immer wieder neue Anlagen und Erweiterungen einfordere. Eine Forderung nach Bau und kostenfreier Nutzung könne sich das Gemeinwesen auf Dauer nicht leisten. Er empfiehlt private Anbieter sowie eine Besinnung auf den Naturschutz. Martin Staab unterstützt hingegen den Wunsch: Es gebe bereits einen ersten Entwurf. Schwierig könnten Konflikte verschiedener Nutzungsgruppen sein, die mit unterschiedlichen Öffnungszeiten bereinigt werden könnten.