Ein Fall von Tierquälerei hat eine Familie in Radolfzell und viele Nutzer auf Facebook tief erschüttert. Am Wochenende, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, ist der Familienhase Mo der Familie Döring aus einem abgesicherten Außengehege in der Radolfzeller Schützenstraße verschwunden. Mo gehörte dem fünfjährigen Sohn der Familie und sei sehr zutraulich und zahm gewesen, berichtet Melanie Döring.

Hasen haben sich über Besuch aus der Nachbarschaft immer gefreut

Er wohnte mit den drei anderen Hasen Möhrchen, Coco und Kiwi – jedes Kind der Familie hatte ein Tier bekommen – sowie sechs Meerschweinchen in einem Außengehege. Zu den Nachbarn hin gab es eine Luke zum Füttern, weil diese ebenfalls große Freude an den Tieren hätten. Über diese könnte Mo entwendet worden sein, vermutet Melanie Döring. Denn das Gehege sei gut abgesichert und weise auch jetzt keine andere Beschädigung auf, die von Raubtieren stammen könnten.

Mo wird tot aufgefunden

Das Schicksal des verschwundenen Mos löste sich allerdings kurze Zeit später auf: Überreste des Hasens wurden Anfang der Woche an der Ratoldusschule gefunden. Eine Bekannte entdeckte Fell- und Körperteile und informierte Melanie Döring. Deren Mann ging gleich los und erkannte Mos Fell. Die Familie ist am Boden zerstört. „Wer macht so etwas, ein Tier stehlen, quälen und dann jämmerlich umbringen“, sagt sie aufgebracht am Telefon. Der Ärger und die Fassungslosigkeit sind ihr anzumerken.

Auf Facebook hatte sie ihrem Ärger Luft gemacht und viel Resonanz erfahren. Ihre Postings in verschiedenen Gruppen sowie der Warnhinweis des Tierschutzvereins an die Bevölkerung, die eigenen Haustiere besonders gut im Auge zu behalten, wurden hunderte Male geteilt und kommentiert. Melanie Döring brachte den Fall zur Anzeige und bat auch die Facebook-Community um Mithilfe und Hinweise.

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Über die Anteilnahme und Resonanz aus der Nachbarschaft und Bevölkerung freut sich Melanie Döring besonders. Mit freiwilligen Helfern habe die Familie angefangen, den Käfig der Tiere umzubauen und sicherer zu machen. Eine Öffnung zum Füttern nach außen gebe es jetzt nicht mehr. Fast 500 Euro hat die Familie in die Sicherheit der Nagetiere investiert, die die vergangenen Nächte in der Garage verbracht haben.

„Das Sicherheitsgefühl ist komplett weg, deswegen haben wir etwas unternehmen müssen“, erklärt die Mutter. Sie hofft, dass alle Radolfzeller nun besonders achtsam sind, auf ihre Haustiere aufpassen sowie verdächtige Personen oder Gruppe in der Nachbarschaft genau beobachten.

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Uwe Vincon, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, bestätigt auf Anfrage den Eingang der Anzeige im Fall der Familie Döring. Weitere Hinweise auf Tierquälerei habe es in den letzten Monaten in Radolfzell allerdings nicht gegeben. Doch nicht immer würden Tierbesitzer dies auch der Polizei melden, gibt er zu Bedenken. „Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sind keine Massendelikte“, sagt er.

Anfang März hatte es eine Anzeige wegen eines ausgelegten Giftköders in Dettingen gegeben, ein ähnlicher Fall sei Mitte Februar in der Burgstraße in Reichenau gemeldet worden, im Januar sei eine Vergiftung von zwei Katzen in Hilzingen angezeigt worden. Weitere Fälle in Radolfzell und Umgebung seien der Polizei nicht bekannt.