Am Mittwoch hat das erste öffentliche Corona-Testzentrum in Radolfzell seinen Betrieb aufgenommen. Zwischen 8 und 13 Uhr konnten sich Radolfzeller kostenlos einem Schnelltest auf Sars-CoV-2 unterziehen. Das Angebot, das die Stadt Radolfzell nach Auskunft von Pressesprecherin Nicole Stadach bewusst „niedrigschwellig und leicht zugänglich“ im Friedrich-Werber-Haus am Marktplatz eingerichtet hat, wurde am ersten Tag seines Betriebs nicht gerade überrannt, aber immerhin gut angenommen. Insgesamt wurden in den fünf Stunden 111 Personen auf das Virus getestet. Nach Ablauf des ersten Testtages konnte die Pressestelle eine gute Nachricht verkünden: „Alle Testergebnisse waren erfreulicherweise negativ“, teilte Nicole Stadach mit.

Vielfach nutzten die Menschen die Möglichkeit, den Einkauf auf dem Wochenmarkt mit dem Test zu verbinden. Genauso hatte sich die Stadtverwaltung das erhofft. Das Testangebot wird in den kommenden Wochen immer jeweils am Mittwoch und Samstag zu den genannten Zeiten gemacht. Für die Stadt Radolfzell bedeutet das Testangebot einen erheblichen Aufwand. Das Personal stammt aus den eigenen Reihen der Verwaltung. Zur ärztlichen Betreuung sind immer jeweils zwei Ärzte der Werner-Messmer-Klinik auf der Mettnau vor Ort. Zusätzlich sorgt ein Sicherheitsdienst dafür, dass die Menschen in geordneten Bahnen zu dem Testzentrum gelangen.

Ärzte klären Testwillige auf

Bereits im Bereich des Zugangs in den Hof des Pfarrhauses am Marktplatz müssen die Testwilligen eine Selbstauskunft ausfüllen, die Aufschluss über eine mögliche Infektion gibt. Nachdem man mittels einer Nummer aufgerufen wurde, klären die Ärzte kurz über den Wert des Schnelltest auf: „Das ist wirklich nur eine Momentaufnahme, mit der Sie sicherstellen, dass sie jetzt aktuell niemanden anstecken“, sagte zum Beispiel Ärztin Katharina Lumbe-Carloni ihren Probanden.

Die Testwilligen werden im Friedrich-Werber-Haus hinter Trennwänden dem Corona-Schnelltest unterzogen. So soll die Privatsphäre gesichert werden.
Die Testwilligen werden im Friedrich-Werber-Haus hinter Trennwänden dem Corona-Schnelltest unterzogen. So soll die Privatsphäre gesichert werden. | Bild: Jarausch, Gerald

Darunter befand sich unter anderem Andrea Rehberger, die Lebenspartnerin von Oberbürgermeister Martin Staab. Sie unterzog sich nicht zum ersten Mal einem Schnelltest und zeigte sich überzeugt von seiner Notwendigkeit: „Ich finde es wichtig zu wissen, dass ich niemanden anstecke, wenn ich zum Beispiel meine Eltern aufsuche“, sagte sie dem SÜDKURIER. Daher werde sie den Schnelltest zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal wahrnehmen.

Nach 15 Minuten liegt das Ergebnis vor

Der Vorgang des Testens sei aus ihrer Sicht zwar etwas unangenehm, aber leicht zu überwinden. Denn die Ärzte müssen das Wattestäbchen für den Schnelltest einmal kurz etwas tiefer in das Nasenloch führen. Das dauert gerade einmal wenige Sekunden. Anschließend wird das so eingesammelte Sekret auf einen Testreifen aufgetragen, der ähnlich wie ein Schwangerschaftstest funktioniert. Ein Streifen bedeutet ein negatives Testergebnis, zwei Streifen weisen auf eine Infektion hin.

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Bereits 15 Minuten nach dem eigentlichen Test hat man bereits die Gewissheit, welchen Status man aufweist. Personen, deren Ergebnis bei dem der Schnelltest positiv ausfallen, sind dazu verpflichtet, sich umgehend in eine zehntägige Quarantäne zu begeben und den Hausarzt zu informieren.