Für den Jugendgemeinderat (JGR) beginnt eine neue Amtszeit. Fünfzehn Jugendliche wurden im Rathaus von Oberbürgermeister Martin Staab begrüßt und offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Neu mit dabei sind zehn Jugendliche. Fünf Räte hatten sich wiederum zur Wahl gestellt und können ihre Aufgabe im Gremium in den kommenden zwei Jahren fortführen. Die jungen Menschen kommen von verschiedenen Schulen. In ihren Reihen sind auch ein Praktikant und ein Auszubildender.

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Den scheidenden Mitgliedern dankte Oberbürgermeister Martin Staab für ihren Einsatz für die Jugendlichen in der Stadt. In den vergangenen Jahren habe er erlebt, was ein Jugendgemeinderat bewegen könne. Obwohl sich mittlerweile eine Anzahl von Jugendlichen in der Bewegung „Friday for Future“ engagierten, bleibe der JGR das wichtigste Sprachrohr für die Bedürfnisse von Jugendlichen gegenüber der Stadt.

25 Jahre JGR in Radolfzell

Im vergangenen Herbst konnte der Jugendgemeinderat sein 25-jähriges Jubiläum feiern. Die beständige Mitarbeit von Jugendlichen in diesem Gremium sei nicht selbstverständlich, wertete Staab. Die Jugendlichen sind im Gemeinderat präsent. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter sind Mitglieder des Präventionsrats. Für Gemeinderats- und Ausschusssitzungen werden jeweils zwei Vertreter benannt. In den Ausschüssen können die jungen Räte beraten und Anträge stellen. Darüber hinaus nähmen die Jugendlichen „selbst die Schaufel in die Hand und bewegten einiges“, so Staab.

Nicht mehr „platzlos“ sein

Jannik Probst und Karolina Wick, die Vorsitzenden der letzten Amtsperiode, gaben einen Überblick über die Aktivitäten des Gremiums in den vergangenen zwei Jahren. Beim Jugendlandtag in Stuttgart diskutierten die Jugendlichen über die Themen Klimaschutz, Schule, Entwicklung des ländlichen Raums und brachten ihre Vorschläge ein. Bei einer Klausurtagung in Ravensburg wurden die Weichen für die Arbeit in Radolfzell gestellt. In Arbeitskreisen widmen die Jugendlichen sich verschiedenen Schwerpunkten wie der Organisation des Konzerts „Rock am Segel„, das im letzten Jahr zum 20. Mal stattfand.

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Zum Festakt des 25-jährigen Jubiläums des Jugendgemeinderates leisteten die Jugendlichen Recherchearbeiten für Dokumentationen und Vorträge im Milchwerk. In Form des Jugendforums nimmt der JGR am Bundesprogramm „Demokratie leben“ teil. Im Rahmen des Forums wurden Vorschläge zu Sportangeboten, Seeufergestaltung, Einkaufsmöglichkeiten und Mobilität erörtert. Unter dem Motto „# Platzlos“ äußerten sie ihr Empfinden, im öffentlichen Raum nicht willkommen zu sein sowie den Wunsch nach Plätzen für Jugendliche. Und schließlich haben die Jugendlichen für politische Weiterbildung gesorgt. Im Friedrich-Hecker-Gymnasium organisierten sie eine Podiumsdiskussion vor den Kommunalwahlen und selbst folgten sie einer Einladung der Grünen-Abgeordneten Nese Erikli in den Stuttgarter Landtag.

Kleidertausch-Party als neue Idee

Die neuen Mitglieder des JGR verfolgen ähnliche Ziele wie ihre Vorgänger. Räume für Jugendliche und eine öffentliche Sportanlage am See lägen ihnen am Herzen, äußerten sie im Sitzungssaal des Rathauses. Eine neue Idee schwebt einigen jungen Damen des neuen Gremiums bereits vor: Kleidertausch-Partys zum Schutz der Umwelt und des Klimas.