Bis zu 5000 Gäste bei der Firma Allweiler, Schlangen an den Eingängen von ZF TRW und Aptar. Die Vorstandsvorsitzenden staunten nicht schlecht, als sie die Resonanz auf die eigenen Angebote bei der Nacht der Unternehmen sahmen. Einige von ihnen wollen das Interesse der Öffentlichkeit künftig offensiver nutzen.

  • Allweiler: "Wir waren begeistert von den Rückmeldungen und der Stimmung", berichtet Beate Ritter, Personalleiterin bei Allweiler. Familienangehörige und Besucher hatten zum ersten Mal die Gelegenheit, den Betrieb von innen zu sehen. Die Streckenposten, die den Besucher die Produktion erläuterten, seien überrascht gewesen von der Detailtiefe der Fragen. "Als Unternehmen hat uns der Abend sehr stolz gemacht", schreibt Beate Ritter.
  • Aptar Pharma: Etwa 1500 Besucher zählte die Firma Aptar Pharma in Böhringen, wie Barbara Kühr, Assistentin der Geschäftsführung, berichtet. Das Warten, um an einer Führung teilnehmen zu können, nahmen die Gäste in Kauf. Viele Besucher seien erstaunt über die strengen Hygienevorschriften eines Pharmaunternehmens gewesen. Zudem hätten viele Interesse an der Lehrwerkstatt und den Ausbildungsberufen gezeigt.
    "Großes Lob gab es für den Graffiti-Künstler, der sich über die Schulter schauen ließ". Aufgrund der Rückmeldungen denke man nun nach, wie man der Bevölkerung und potentiellen Auszubildenden Einblicke in das Unternehmen geben könne.
  • Hesta: "Am wichtigsten war mir, dass alle Unternehmen solidarisch mitgemacht haben", sagt Arnold Kannenberg, Geschäftsführer der Hesta. Im Seemaxx verzeichnete das Team zwei gut besuchte Rundgänge und viele positive Rückmeldungen. Es seien viele ortsfremde Besucher da gewesen, die sich beeindruckt von der Entwicklung der Stadt zeigten.
  • Hügli: Joachim Hodapp, Geschäftsbereichsleiter bei Hügli, fasst es kurz zusammen: "Das war der Hammer. Dass wir solch ein Interesse in Radolfzell auslösen, dachten wir nicht." 4000 Besucher habe man auf dem Schiff gezählt. Da Hügli nicht intensiv mit dem Endkunden in Kontakt steht, sei die Wissbegier der Bevölkerung ein Novum gewesen. Da man auf gute Fachkräfte angewiesen sei, will die Geschäftsführung darüber nachdenken, die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken.
  • ZF TRW: "Es war für uns überwältigend, das große Interesse zu sehen", schreibt Mandy Schuster, verantwortlich für Marketing und Kommunikation bei ZF TRW. Die Resonanz sei bei den Familien der Mitarbeiter und bei Gästen groß gewesen. "Das Highlight waren zwei Programmpunkte: die Uraufführung des One-BCS-Songs durch die Unternehmensband, der sich mit der Unternehmensgeschichte beschäftigt, und der Auftritt unserer Azubis und Studenten, die aus Alltagsgegenständen und Industrieprodukten Instrumente gebaut haben".
  • Schiesser: "Die positive Rückmeldung der Besucherströme und das Interesse an den historischen Lieblingsstücken der Ausstellung 'Schiesser Heute' im Obergeschoss der Villa Bosch war überwältigend", berichtet Marketingverantwortliche Tatjana Dujmovic. Die Wiedererkennung vieler Wäschestücke habe Gesprächsstoff und Einblicke in die Erlebnisse der Besucher geboten. Die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen wurde deutlich.
  • Sparkasse: Etwa 500 Besucher kamen zur Sparkasse, wie Heribert Schwarz, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, berichtet. "Für uns war es gut, die Kunden in ungezwungener Atmosphäre zu treffen." Etwas mehr Besucher auf dem Marktplatz wären allerdings noch besser gewesen, sagt er, so hätte die Illumination des Rathauses mehr Beachtung verdient. Er regt an, bei ähnlichen Veranstaltungen die Abschlussveranstaltung an den Marktplatz zu verlegen.
  • RIZ: Etwa 1000 bis 2000 Gäste seien über den Abend verteilt ins RIZ gekommen, berichtet Geschäftsführer Bernhard Bihler. "Die Jobbörse war ein Magnet", so Bihler, die Besucher hätten aber auch großes Interesse am Gebäude und an den Firmen gezeigt.
  • Stadtwerke: Auch der Pendelverkehr funktionierte. Der Shuttlebus sei von den Besuchern gut angenommen worden, so Annette Abdessemed von den Stadtwerken. "In einer kurzen Phase kam es zu Stoßzeiten, wir konnten hier schnell reagieren". Allzu lange habe deshalb niemand warten müssen.

Nacht der Unternehmen

Die Veranstaltung fand zum ersten Mal statt und zwar im Rahmen des Stadtjubiläums. Die Organisation auf städtischer Seite hatte Angélique Tracik inne, Leiterin des Fachbereichs Kultur. Als Vorbilder dienten ähnliche Formate in anderen Städten. Unerwartet für viele Firmanchefs war das außergewöhnlich hohe Interesse der Radolfzeller an der Produktion in den Betrieben.