Carolin Czioska bekommt den Ball, springt ab und wirft das Spielgerät mit voller Wucht auf das Tor. Dann dreht das Mädchen jubelnd ab. Ihr Abschluss war erfolgreich.

Der Absprung sitzt schon mal, doch findet der Wurf von Carolin Czioska auch den Weg ins Tor? Bei einem Handballcamp in den Herbstferien trainieren 34 Kinder und Jugendliche intensiv an ihren Handballfähigkeiten. | Bild: Singler, Julian

Carolin ist eine von 34 Kindern und Jugendlichen, die während der Herbstferien an einem Handballcamp in der Unterseehalle teilnehmen. Bereits zum zehnten Mal in Folge bietet es der Handball-Sport-Club Radolfzell (HSC) in Zusammenarbeit mit der Handballschule Kiel an. „Bislang waren immer nur Nachwuchsspieler von uns dabei. Dieses Mal nun auch aus Steißlingen, Engen, Konstanz und Überlingen„, sagt Karola Rösch, Geschäftsstellenleiterin und Familienbeauftragte des HSC.

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Teilnehmer sollen Sprung machen

Tassilo Bahr ist Teil eines zehnköpfigen Trainerteams, das den Nachwuchs an vier Tagen in seinem Handballkönnen schult und fördert. Er studiert Sportmanagement in Berlin und Kiel und ist zum ersten Mal in der Bodensee-Stadt. „Der Fokus liegt auf der individuellen Verbesserung von Technik, Athletik und Koordination„, erklärt der 23-Jährige. Taktik werde im Camp nicht trainiert, das sei Sache der einzelnen Vereine. Allerdings werden Bahr zufolge verschiedene Spielformen behandelt. „Wichtig ist, mit Tempo schnell zum Abschluss zu kommen.“

Mit voller Wucht in Richtung Tor: Moritz Sandbach beim Wurf. | Bild: Singler, Julian

Bei den Teilnehmern kommt das Handballcamp gut an. Viele haben konkrete Erwartungen. „Ich möchte meine Ausdauer verbessern“, sagt beispielsweise die zwölf Jahre alte Alana Cooley aus der D-Jugend des HSC. Und ergänzt: „Ich finde es super, dass es einen Mix zwischen Anstrengendem und Spaßigem gibt.“

Alana Cooley | Bild: Singler, Julian

Ihre elfjährige Mannschaftskollegin Jule Schillinger dagegen will sich beim Werfen verbessern, wie sie verrät.

Jule Schillinger | Bild: Singler, Julian

Auch Florian Duttmann ist vom HSC. Er spielt seit neun Jahren Handball. Momentan ist der 14-Jährige in der C-Jugend aktiv. „Ich will mich weiterentwickeln und vor allem meine Ballkontrolle verbessern.“ Außerdem wolle er an seiner Spielübersicht arbeiten, um einfache Fehler zu vermeiden.

Florian Duttmann | Bild: Singler, Julian

Die 15-jährige Carina Preiser macht ebenfalls beim Camp mit, um einen Sprung nach vorn zu machen. Das Ziel der B-Jugendspielerin des HSC ist es, sich künftig im Angriff besser durchzusetzen.

Carina Preiser | Bild: Singler, Julian

Altersübergreifendes Kennenlernen

„Diejenigen, die nicht sowieso beim HSC sind, kennen sich größtenteils von Spielen. Für sie ist es schön, mal nicht gegeneinander anzutreten, sondern zusammen zu trainieren“, erzählt Karola Rösch. Neben dem Fachpersonal des Veranstalters sind vier Trainer des Radolfzeller Handballvereins am Camp beteiligt. Rösch: „Nicht nur die Kinder und Jugendlichen lernen viel. Auch unsere Trainer nehmen eine Menge mit.“

Anita Windl ist seit Jahren für mehrere Jugendmannschaften des HSC zuständig. Am Trainingslager mag sie, dass Mädchen und Jungen altersübergreifend ihre Fähigkeiten verbessern können und sich kennenlernen. „Normalerweise haben sie in ihren Vereinen immer mit demselben Trainer zu tun. Hier bekommen sie auch mal neue Sichtweisen anderer vermittelt.“ Evelyn Mühlich, Trainerin der HSC-Bambinis, fügt an: „Man sieht die Entwicklung der Kinder, etwa im Fangen und Passen. Wenn man über vier Tage hinweg jeweils mehrere Stunden trainiert, kann man mit einem ganz anderen Fokus, einer viel höheren Intensität, arbeiten.“ Sie führt den hiesigen Nachwuchs an den Handballsport heran.

HSC-Trainerin Marion Schmider gibt Ben Strittmatter (rechts) Anweisungen. | Bild: Singler, Julian

Das Training beim HSC ist nach Aussage von Karola Rösch gut besucht. „Im unteren Jugendbereich haben wir zwischen 30 und 40 Kinder“, sagt sie. Schwieriger sei es bei den Älteren. „Bei ihnen müssen wir schauen, dass wir sie halten können. Mit 15 oder 16 Jahren hat man eben auch viele andere Dinge im Kopf“, meint sie mit einem Schmunzeln.