Die Resonanz ist aus Sicht der Lokalredaktion Radolfzell überwältigend: 932 Leser aus der Stadt und von der Höri haben an unserer Umfrage "Jetzt mitreden" teilgenommen und haben ein eindeutiges Votum für die Rangfolge der "sehr wichtigen" Themen abgegeben. Auf den Plätzen eins bis drei sind: Der öffentliche Personennahverkehr, die Schulen und der Radverkehr – siehe auch die neun Themen zur Auswahl in der Grafik rechts mit der prozentualen Auswertung der Antworten.

Bild: Schönbucher, Daniel

Das hat uns dann doch überrascht, dass für die meisten Teilnehmer unserer Umfrage das Interesse zum Fortkommen mit Bus und Bahn deutlich vor der Mobilität mit dem Auto steht. Ein Seehas zwischen Engen und Konstanz mit Haltestellen in Radolfzell und alles ist gut? – Diese Rechnung geht im Kreis Konstanz offensichtlich nicht auf. Wie komme ich ohne Auto von A nach B, von Liggeringen nach Öhningen und von Stahringen auf die Insel Mainau? Diesen Fragen werden wir aus Sicht von Schülern, Angestellten, Rentnern und Touristen in einer Reihe von Artikeln nachgehen.

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Viele nehmen schon jetzt das Rad, um anzukommen. In der Arbeit, in der Schule, in der Stadt, auf der Höri. Und es werden immer mehr. Der Ausbau von Radwegen und die Führung des muskelgetriebenen Zweiradverkehrs hat das Nischendasein in der Verkehrsplanung längst verlassen. Diskussionen wie bei der anstehenden Sanierung der Konstanzer Brücke zeigen, Entscheidungen der Behörden werden auf ihre Schlüssigkeit und Brauchbarkeit hinterfragt. 61 Prozent unserer Leser nehmen das Thema als sehr wichtig wahr, wir auch.

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Die zweite Überraschung: Das Thema Bildung rücken über zwei Drittel unserer Leser in den "sehr wichtigen" Fokus. Vor dem Wohnen, dem Landschaftsbild oder der Architektur. Das generationenübergreifende Verantwortungsgefühl scheint diesem Wert nach viel ausgeprägter, als es die oft demonstrativ zur Schau gestellte Ich-Bezogenheit vermuten lässt. Unser Auftrag: Nachhaken, wie Staat und Kommunen Schulen ausstatten, damit diese ihrem Bildungsauftrag nachkommen können.

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Weil die Landschaft am See schön ist und aufstrebende Unternehmen hier ihren Sitz haben, wollen viele nicht wegziehen, hier wohnen, hier arbeiten. Der Konflikt zwischen Erhalt der Landschaft und der gewohnten Umgebung mit dem Bedarf an neuen Wohnungen kocht regelmäßig hoch. Einher geht die Kritik an der Architektur. Zählt ein Baum mehr oder eine neue Wohnung? Ein eindeutiges Stimmungsbild ist nicht zu ermitteln. Was wir aus den Leserreaktionen sagen können: Jeder gefällte Baum ist ein Aufreger.

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War da noch was? Stimmt, die Seetorquerung. Seit Jahren ist ein neuer Seezugang Gemeinderats Lieblingsthema. Weil man so schön dagegen sein kann, weil man so schön dafür sein kann. Bei unseren Lesern zeigt es Abnutzungserscheinungen. Es landet in der Wertung noch hinter dem Punkt Zwist im Rathaus. Aber: Hier sprechen unsere Online-Zugriffszahlen eine andere Sprache, dort liegen beide Themen in der Gunst sehr hoch. Vielleicht ist das weniger wichtige Abschneiden dieser Themen als Wunsch auszulegen: Unsere Leser hätten gerne die Frage eines neuen Seezugangs abschließend entschieden und weniger Zwist im Rathaus.

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Zu guter Letzt: Viele Teilnehmer haben Anmerkungen auf den Bogen geschrieben. Die Bandbreite reicht von Kritik für "zu wenig lokale Berichterstattung" über das Lob für die "satirischen Kommentare" bis zur Anregung, das Ehrenamt mehr in den Blickpunkt zu rücken. Vielen Dank für die Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Der Ansporn ist da, wir wollen liefern.

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