Das Wahlrecht stellt Journalisten immer wieder vor Herausforderungen. Selbst wenn man die Grundrechenarten und sogar einen Dreisatz beherrscht, kann man auf ein falsches Ergebnis kommen. Das ist uns am Sonntagabend bei der Bürgermeisterwahl in Öhningen passiert.

Wir haben die von der Gemeinde gelieferten Zahlen zwar korrekt in Prozentzahlen umgerechnet, allerdings von der falschen Ausgangsgröße. Nur die Wahlbeteiligung wird von der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen (in diesem Fall 1125) berechnet, die haben wir mit 37,7 Prozent von 2988 Wahlberechtigten auch korrekt angegeben.

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Der Prozentanteil der Kandidaten wird allerdings nur von der Zahl der gültigen Stimmen berechnet. Diese Zahl wird von der Gemeinde mit 1082 angegeben. Sie ist also die Ausgangsgröße für das Abschneiden der Kandidaten nach Prozentanteilen.

Danach hat der alte und neue Bürgermeister Schmid 73,2 Prozent und sein Gegenkandidat Marc Michael Berchmann 22,9 Prozent der Stimmen bekommen. Für beide hat sich zu unserer ersten Berichterstattung (Schmid 70,4 Prozent) und Berchmann (22 Prozent) der Stimmenanteil erhöht. Wir bitten an dieser Stelle, unseren Fehler zu entschuldigen.

Die Ergebnisse in den Ortsteilen

Nachreichen können wir auch die Ergebnisse in den einzelnen Wahlbezirken. Im Wahlbezirk Öhningen eins (78,2 Prozent) schnitt der Amtsinhaber Schmid deutlich besser als im Gesamtergebnis ab. Im Ortsteil Wangen erzielte Marc Michael Berchmann von der Satirepartei Die Partei überraschende 24 Prozent, Schmid erreichte 71,5 Prozent. Der Wahlbezirk Öhningen zwei entspricht fast dem Endergebnis, hier wurden 72,4 Prozent für Schmid gezählt und 22,1 Prozent für Berchmann.

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Erstaunlich ist das Ergebnis im Ortsteil Schienen. Hier rechnete man mit dem heftigsten Gegenwind für den Windkraftbefürworter Andreas Schmid. Doch im Bergdorf schnitt der Bürgermeister mit dafür erstaunlichen 76,7 Prozent der gültigen Stimmen ab, Berchmann kam auf 20,3 Prozent.

Das Briefwahlergebnis

Diese Ergebnisse aus den den örtlichen Wahlbezirken sind aber mit Vorsicht zu betrachten. Denn der größte „Wahlbezirk“ ist mit 399 abgegebenen Stimmen der Bezirk der Briefwähler. Doch diese Stimmen können bei der Auszählung keinem Ortsteil zugeordnet werden. Hier kam Bürgermeister Andreas Schmid auf 70,6 Prozent und Marc Michael Berchmann auf 26 Prozent der Stimmen, sein bestes Ergebnis.