Die Dekoration zeigte gleich, worum es hier geht: Holzsterne, Kerzen, Lichter und hier und da ein Nikolaus. Beim Öhninger Kunstmarkt ist der Advent mit viel Glanz und Atmosphäre eingeläutet worden. Hunderte Besucher fanden am ersten Adventswochenende ihren Weg zum adventlichen Kunstmarkt am Rathaus. 26 Hobbykünstler verwandelten den Hexenkeller und das Torwächter-Häuschen mit Wohnaccessoires, Dekoration, aber auch Schmuck, Likören, Holz- und Korbarbeiten und Seifen in einen bunten Kunstmarkt.

Kunstmarkt soll Menschen nach Öhningen locken

Im ersten Stock des Torwächter-Häuschens hatte Mitorganisatorin Benita Merkle ihren Stand. Die Malerin und Töpferin gehörte zum elfköpfigen Team, das den Kunstmarkt in diesem Jahr zum vierten Mal ausrichtet. „Im Winter ziehen sich viele Menschen in ihre Häuser zurück.

Mit unserem Kunstmarkt möchten wir Kunst mit Geselligkeit verbinden und die Menschen zusammenführen“, erzählte Benita Merkle. Das Erdgeschoss des urigen, unter Denkmalschutz stehenden Torwächter-Häuschen, hatte die Goldschmiedin und Malerin Veronika Langenbach mit ihren außergewöhnlichen Kunstwerken dekoriert.

Hobbykünstler verwandelten beim Öhninger Kunstmarkt den Hexenkeller mit Wohnaccessoires, Dekoration, aber auch Schmuck, Likören, Holz- und Korbarbeiten sowie Seifen in einen bunten Kunstmarkt.
Hobbykünstler verwandelten beim Öhninger Kunstmarkt den Hexenkeller mit Wohnaccessoires, Dekoration, aber auch Schmuck, Likören, Holz- und Korbarbeiten sowie Seifen in einen bunten Kunstmarkt. | Bild: Petra Reichle

Das ganze Jahr über fertigt die Künstlerin ihre Dekorationsartikel. Tannenzweige, Kerzen, Servietten, Holzscheite oder Blechbüchsen werden verarbeitet, aber auch der Fuß von Omas Sofa.

„Das Sofa ist 100 Jahre alt und die Füße habe ich kurzerhand bemalt und in einen Wandschmuck umfunktioniert“, erzählt die gelernte Goldschmiedin. Dieser war nun Teil der Schwarzwaldecke im Torwächter-Häuschen. In den Schwarzwald reise die Künstlerin besonders gerne und widmete der Region einen Teil ihrer Ausstellung.

Das Erdgeschoss des urigen, unter Denkmalschutz stehenden Torwächter-Häuschen, hat die Goldschmiedin und Malerin Veronika Langenbach mit ihrem außergewöhnlichen Kunstwerken dekoriert. Hier posiert die Künstlerin in der „Schwarzwaldecke“.
Das Erdgeschoss des urigen, unter Denkmalschutz stehenden Torwächter-Häuschen, hat die Goldschmiedin und Malerin Veronika Langenbach mit ihrem außergewöhnlichen Kunstwerken dekoriert. Hier posiert die Künstlerin in der „Schwarzwaldecke“. | Bild: Petra Reichle

Auf dem Rathausplatz stimmten die Trompeter Linus Seeberger und Matthias Reichenbach „Es wird schon gleich dunkel“ an, bevor der Nikolaus gemeinsam mit Knecht Ruprecht seinen Auftritt hatte. „Eigentlich wollten wir nach Wangen, aber wir haben gehört, wie schön die Kinder hier in Öhningen singen“, sagte der Nikolaus. Er sollte recht behalten.

Nicht nur der Schulchor erfreute die Besucher, auch die fünfjährige Danai ließ es sich nicht nehmen, der Aufforderung des Nikolaus zu folgen und genauso wie andere Kinder spontan ein Gedicht oder Weihnachtslied zu präsentieren. Sie stimmte vor Hunderten Besuchern das Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ an.

Die fünfjährige Danai sang für die Besucher auf dem Rathausplatz spontan „In der Weihnachtsbäckerei“ und wurde vom Nikolaus mit einer Tüte voller Leckereien belohnt.
Die fünfjährige Danai sang für die Besucher auf dem Rathausplatz spontan „In der Weihnachtsbäckerei“ und wurde vom Nikolaus mit einer Tüte voller Leckereien belohnt.

Im Hexenkeller stellte der pensionierte Schreiner Erwin Zimmermann aus. Jahrzehntelang hat er sein Wissen in der Werkstatt der Radolfzeller Berufsschule vermittelt, auch im Ruhestand bleibt das Holz Teil seines Lebens. „Mein Beruf ist mein Hobby“, erklärte Zimmermann, der neben Dekoration besonders gerne Holzspielzeug herstellt.

Nebenan flocht Sepp Gutknecht Körbe, die er gleichzeitig zum Verkauf anbot. Ein „bissl mehr als Hobby“ sei das Fertigen von Glasperlen für die Talheimerin Brigitte Ebe, die seit vielen Jahren mit dem Wohnwagen Urlaub auf der Höri mache und so ihren Weg zum Kunstmarkt gefunden hat.

Brigitte Ebe demonstrierte im Öhninger Hexenkeller, wie sie aus Glasstangen Glasperlenschmuck herstellt.
Brigitte Ebe demonstrierte im Öhninger Hexenkeller, wie sie aus Glasstangen Glasperlenschmuck herstellt. | Bild: Petra Reichle

„Ich habe eine große Leidenschaft für Glas und bunte Farben – mit dem Glasperlendrehen kann ich beides perfekt verbinden“, erzählte die Künstlerin. Auf dem Kirchplatz hatte Angelika Massler-Honsel ihren Stand, sie bot selbstgebrannte und liebevoll verpackte Nüsse an.

Sie vertrat die „Gemeinschaft Öhninger Vereine“ (GÖV), welche für den Kunstmarkt den organisatorischen Rahmen bietet. Ihr Stand trug nicht nur zur Finanzierung der Kosten bei, sondern ergänzt gleichzeitig auch das kulinarische Angebot.

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