Im Rahmen des SÜDKURIER-Aufrufes #SKverbindet hat sich jetzt ein Prominenter unter die freiwilligen Helfer in seiner Gemeinde eingereiht: Patrick Krauss, Bürgermeister der Gemeinde Moos, bietet ab sofort ganz offiziell seine persönliche Hilfe an, wenn es um Besorgungen für Menschen in Moos geht. „Ich sehe das als meine Pflicht als Bürgermeister an. Wir erwarten von Allen ein solidarisches Verhalten. Da gehe ich gerne mit gutem Beispiel voran“, sagte er jetzt auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Auf die Idee war er nach eigenem Bekunden gekommen, als er an einem frühen Morgen einen älteren Bewohner der Gemeinde vor dem Einkaufsmarkt getroffen hat. Dabei wäre es aus Sicht von Patrick Krauss sinnvoll gewesen, wenn der Mann zu Hause geblieben wäre, um sich und andere nicht zusätzlich zu gefährden.

„Ohne Sozialkontakte geht man ein“

„Ich muss leider sagen, dass viele Leute denken, sie seien resistent. Aber sie schaden nicht nur sich. Deshalb versuche ich an die Vernunft der Bürger zu appellieren“ sagt er. Gleichzeitig ist dem Bürgermeister klar, dass der soziale Austausch für die Menschen sehr wichtig ist.

„Ohne Sozialkontakte geht man ein“, stellt er in diesem Zusammenhang fest. Er selbst hat auch schon eine der neuen Alternativen für den gefahrlosen Austausch mit Freunden praktiziert. „Das ist so eine Art Online-Kneipenbesuch. Jeder sitzt zu Hause vor dem Rechner, hat ein Getränk an seiner Seite und kommuniziert über das Internet mit seinen Freunden“, erklärt er den Vorgang.

Bürger verhalten sich „vorbildlich“

In der Gemeinde Moos macht sich Patrick Krauss derzeit immer wieder ein Bild davon, ob sich die Menschen daran halten, ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Bei Sichtungsterminen im Bereich des Hafens und anderen öffentlichen Orten attestiert er seinen Bürgern ein „vorbildliches Verhalten“, wie er sagt. Natürlich muss sich der Bürgermeister in Zeiten des Virus auch selbst gegen eine Infektion schützen.

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„Ich nehme mich selbst zurück und reduziere die Kontakte auf ein notwendiges Minimum. Berührungen vermeide ich ganz. Ich achte darauf, was und wie ich etwas anfasse. Türklingen öffne ich, wenn es geht, mit dem Ärmel. Und natürlich wasche ich oft und ganz bewusst die Hände“, führt Krauss aus. Das Hilfsangebot über den SÜDKURIER, bei dem er sich jetzt angemeldet hat, will der Bürgermeister durch seinen etwas lockerer gewordenen Tagesablauf ermöglichen.

Hinter den Türen wird gearbeitet

„Ein Bürgermeister ist immer im Dienst. Und die Veranstaltungen fallen ja derzeit weg. Immer wenn ich ein Zeitfenster frei habe, könnte ich also Besorgungen für die Bürger erledigen“, sagt er. Das Rathaus von Moos ist zwar aktuell geschlossen, doch hinter den Türen wird weiter gearbeitet. „Wir sind alle da – sogar das Kindergartenpersonal“, lässt Patrick Krauss wissen. Vor allem möchte er erreichen, dass die Menschen weiterhin positiv mit der Situation umgehen: „Wir versuchen das Beste daraus zu machen. Das Leben geht weiter“.