Einmal husten, einmal niesen und vielleicht noch etwas Fieber. Schon werden einige Menschen nervös. Ist das vielleicht mehr als nur eine Erkältung? Hat man sich vielleicht mit dem Coronavirus angesteckt? Aktuell gibt es noch keinen bestätigten Coronavirus-Fall im Landkreis Konstanz – auch keinen Verdachtsfall.

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Ergebnis für Corona-Erkrankung steht bald fest

„Aus vorsorglichen Gründen werden derzeit zwei Personen, die sich in der Nähe eines sogenannten Risikogebiets aufgehalten haben und grippeähnliche Symptome aufweisen, auf eine mögliche Infektion hin untersucht“, sagt Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamtes Konstanz. Frühestens heute Nachmittag (Mittwoch, 26.2.) hätte man das Ergebnis vorliegen. Auch im Kanton Thurgau gibt es keinen bestätigten Krankheitsfall. Dafür gab es bisher zehn Verdachtsfälle, sagt Bettina Kunz, Pressesprecherin der Thurgauer Staatskanzlei.

Europa ist verunsichert: In Ungarn am Flughafen werden Reisende aus Mailand untersucht. Wer Fieber hat, könnte das Coronavirus in sich tragen.
Europa ist verunsichert: In Ungarn am Flughafen werden Reisende aus Mailand untersucht. Wer Fieber hat, könnte das Coronavirus in sich tragen. | Bild: Zsolt Czegledi

Was ist, wenn sich mehrere Fälle im Landkreis Konstanz bestätigen würden? Könnte man Konstanz, Singen oder Radolfzell einfach abriegeln, wie in Italien? „Das liegt nicht im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes", sagt Marlene Pellhammer. Das müsste dann die übergeordneten Landes- und Bundesbehörden anordnen.

Der Gesundheitsverbund Konstanz hat viel aus der Ebola-Krise gelernt

Gut vorbereitet fühlt sich auch der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) und stehe im engen Kontakt mit den Gesundheitsbehörden, sagt Pressesprecherin Andrea Jagode. „Es gibt ja nicht nur das Coronavirus, sondern auch viele andere Infektionskrankheiten.

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Aus Ebola wurde viel gelernt und in der Folge entwickelt“, erklärt Jagode. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Krankenhaushygiene. Schon seit Ende Januar seien Hygienepläne, aber auch Erregerinformationen regelmäßig für das Krankenhauspersonal auf einer internen Internetseite bereitgestellt. „Diese werden regelmäßig aktualisiert“, sagt die Krankenhaussprecherin.

Abriegelung einer Stadt zur Eindämmung einer Epidemie – bringt das was?

Rund 1000 Betten stehen im GLKN insgesamt zur Verfügung. „Viele dieser Betten könnten wir dann zu Isolierzimmern umgestalten, falls es zu einem Coronafall im Kreis Konstanz kommen würde“, erklärt Jagode. Ob eine komplette Abriegelung einer Stadt, eine Epidemie eindämmern würde, da ist Jagode skeptisch. „Vorhersagen sind meines Erachtens nicht möglich. Es gilt: Abwarten, aufmerksam und in Habachtstellung sein“, erklärt sie.

Auch die Universität Konstanz bereitet sich auf den Ernstfall vor

„Die Universität Konstanz verfolgt die Entwicklung bezüglich des Coronavirus sehr intensiv und nimmt das Thema sehr ernst“, sagt Julia Wandt, Pressesprecherin der Universität Konstanz. Extra für das Thema hat die Hochschule eine Internetseite eingerichtet (uni.kn/coronavirus).

In Rom sieht man immer mehr Touristen mit Atemschutzmasken.
In Rom sieht man immer mehr Touristen mit Atemschutzmasken. | Bild: CARLO BRESSAN

Dort stellt die Universität regelmäßig Informationen rund um das Virus zur Verfügung. „Dazu zählen auch die Sicherheits- und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes und des Robert-Koch-Institutes“, sagt die Uni-Sprecherin.

Und was ist mit Studenten, die aus China kommen oder stammen? Alle Einreisenden aus den Risikogebieten (offiziell ist das zurzeit nur Festlandchina) werden von der Universität und der Betriebsärztin angeschrieben und gebeten, sich von der Betriebsärztin beraten zu lassen und für 14 Tage ihre Unterkunft nicht zu verlassen. „Dies wurde bislang von allen verstanden und gemacht“, berichtet Wandt.

Die HTWG fordert Studenten aus China auf, nicht zum Campus zu kommen

Auch an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) ist man auf den Ernstfall vorbereitet. Denn dort gibt es Asienstudiengänge (zum Beispiel Wirtschaftwissenschaften mit Wirtschaftssprachen Asien), die einen verpflichtenden Aufenthalt in Asien beinhalten.

„Die Hochschule steht mit allen Studierenden aus China in engem Kontakt. Es wurde individuell abgefragt, wo sich die Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit aufgehalten haben. Die Studierenden wurden, den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden folgend, explizit darauf hingewiesen, dass sie nach der Rückkehr aus betroffenen Gebieten den Campus für 14 Tage nicht betreten sollen“, erklärt Adrian Ciupuliga, Pressesprecher der HTWG Konstanz.

Die Symptome der Krankheit ähneln der einer Grippe.
Die Symptome der Krankheit ähneln der einer Grippe. | Bild: Patrick Hipp

Studierenden, die sich im Pflichtstudium/Praktikum in China befanden, habe die HTWG die Option eröffnet, ihr Studium in Konstanz fortzusetzen und ihren Pflichtaufenthalt in China zu verschieben, sagt Ciupuliga. Zudem habe man Studenten geraten, nach Deutschland zurückzukehren. „Bis auf einen Studenten haben alle Studierenden ihren Aufenthalt in China abgebrochen“, berichtet Ciupuliga.