Die Vorgaben des Kultusministeriums sind nicht gerade konkret: „Unser Ziel ist, dass alle Schüler in allen Schularten und Jahrgangsstufen in diesem Schuljahr zumindest zeitweise Präsenzunterricht erhalten, um auch eine bessere Verknüpfung mit den Fernlernangeboten zu ermöglichen – allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass dies im Sinne des Infektionsschutzes möglich ist“, schreibt Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) unter anderem.

Lösungen müssen zu den Schulen passen

Zumindest ist die Ministerin in ihrem neuesten Brief davon abgekommen, jedem Schüler mindestens zwei Wochen Präsenzunterricht zu versprechen. Die Konstanzer Schulen sind nun gefragt und müssen Lösungen finden, die sich den jeweiligen Rahmenbedingungen anpassen müssen. „Die Voraussetzungen sind von Schule zu Schule anders“, erklärt Hanna Schönfeld, Direktorin des Ellenrieder Gymnasiums.

Freut sich, bald wieder mehr Schüler begrüßen zu können: Hanna Schönfeld, Rektorin am Ellenrieder.
Freut sich, bald wieder mehr Schüler begrüßen zu können: Hanna Schönfeld, Rektorin am Ellenrieder. | Bild: Schlüter, Kirsten

Die Geschwister-Scholl-Schule oder die Gemeinschaftsschule Gebhard hätten mehrere Schularten unter einem Dach, das Heinrich-Suso-Gymnasium die schlechtesten räumlichen Gegebenheiten oder das Humboldt die beste Personallage. „Wir am Ellenrieder versuchen, auch die Sporthalle mit einzubeziehen. Wir müssen viele Klassen dritteln, um den Mindestabstand einhalten zu können. Wir bräuchten also theoretisch drei Lehrer pro Klasse und müssen parallel dazu das Homeschooling aufrechterhalten. Eine Mammutaufgabe“, sagt Schönfeld.

„Wir wohnen quasi in der Schule“

Sie als Schulleiterin sei an allen Ecken beschäftigt und muss wie ihre Kollegen die Quadratur des Kreises verwirklichen: „Schüler, Eltern, Lehrer – alle wollen verständlicherweise wissen, wie es weitergeht“, sagt Schönfeld. „Wir arbeiten auf Hochtouren und wohnen quasi in der Schule, damit wir das schaffen.“

Das plant das Theo

Frank Raddatz.
Frank Raddatz. | Bild: Oliver Hanser

Die Schüler, die in diesem Jahr ihre Abschlussprüfungen schreiben, sind bereits wieder in den Schulen unter strengen Hygienevorschriften. Nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, sollen auch die anderen Klassen wieder Präsenzunterricht erhalten. Die Schulleiter haben verschiedene rollierende Modelle erarbeitet. „In den Kernfächern könnten im Zwei-Wochen-Rhythmus einzelne Klassen drei bis vier Unterricht haben“, erklärt Frank Raddatz, Rektor der Theodor-Heuss-Realschule.

Die Gymnasien bündeln die Klassenstufen

Jürgen Kaz.
Jürgen Kaz. | Bild: Oliver Hanser

Die Gymnasien überlegen, jeweils zwei Klassenstufen wochenweise in den Klassenzimmern zu unterrichten, dieses Modell ist auch im Zwei-Wochen-Rhythmus möglich. „Wichtig ist das soziale Erlebnis für die Schüler“, sagt Jürgen Kaz, Rektor des Alexander-von-Humboldt Gymnasiums, und: „Die Zeit bis zu den Sommerferien müssen wir mit Elternbeteiligung generalstabsmäßig organisieren.“

Das sagt die Elternvertreterin

Johanna Vogt.
Johanna Vogt. | Bild: privat

Johanna Vogt vom Gesamtelternbeirat freut sich über das Engagement der Konstanzer Schulen, kritisiert aber das Ministerium: „Wir erkennen kein Konzept, die Vorgaben sind unklar. Wir Eltern werden nicht einbezogen. Mit jeder Woche wird es dramatischer.“

Feste und Ausflüge fallen aus

Das Ministerium stellt den Schulen die Gestaltung der letzten drei Tage vor den Sommerferien frei. Fest steht auf jeden Fall: Sportfeste oder Ausflüge, die traditionell das Schuljahr beenden, wird es 2020 nicht geben.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.