Bereits beim Bauvorhaben Wollmatinger Linde hat Peter Müller-Neff (FGL) im vergangenen Jahr opponiert, und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen befand er den geplanten Neubau als zu massiv. Zum anderen forderte er seinerzeit bereits die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Wollmatinger Ortskern, da er damals schon ahnte, dass weitere Bauanträge folgen würden.

Peter Müller-Neff, Stadtrat der Freien Grünen Liste Konstanz.
Peter Müller-Neff, Stadtrat der Freien Grünen Liste Konstanz. | Bild: SK

Er befürchtete, dass Wollmatingen durch Abriss alter Gebäude und Erstellung von großen Neubauten sein Gesicht verliere.

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Neue Bauanfrage – und wieder wird ein Bebauungsplan gefordert

Jetzt liegt auch eine Bauvoranfrage für das Anwesen an der Kindlebildstraße 13 vor. Erneut fordert die FGL in einem Antrag, der am 21. Juli im Technischen und Umweltausschuss (TUA) auf der Tagesordnung steht, die Aufstellung eines einfachen Bebauungsplans sowie die Zurückstellung der Bauvoranfrage. „Wir wollen lediglich einen einfachen Bebauungsplan, in welchem die Volumina der Gebäude beschrieben werden, darunter mit Höhen und Geschossflächen. Das ist nicht aufwändig“, so Peter Müller-Neff.

So sieht die Planung für die neue Wollmatinger Ortsmitte aus, wo heute auf der rechten Seite noch der Gasthof Linde steht.
So sieht die Planung für die neue Wollmatinger Ortsmitte aus, wo heute auf der rechten Seite noch der Gasthof Linde steht. | Bild: Bau-Plan71

Grüner Stadtrat befürchtet weitere „Bausünden“

Der Vorteil sei eine Arbeitserleichterung auch für die Verwaltung, denn „dann muss man nicht jedes Mal auf Grundlage des Paragrafen 34 diskutieren“, sagt er gegenüber dem SÜDKURIER mit Bezug auf das Baugesetzbuch. Er ist überzeugt davon, dass noch etliche weitere Bauvoranfragen bei der Verwaltung eingehen werden. Er denkt an den Neubau in der Schiffstraße, den Peter Müller-Neff als „Bausünde in der Allmannsdorfer Mitte“ bezeichnet. So etwas möchte die FGL mit einem Bebauungsplan in der Wollmatinger Mitte verhindern.

Stadt lehnt die Zurückstellung der Bauanfrage ab

Die Verwaltung kommt in ihrer Vorlage zu dem Schluss, dass die Zurückstellung der Bauvoranfrage in der Kindlebildstraße nicht notwendig sei, da mit den Antragsstellern bereits eine Änderung der Planung vereinbart sei, die dem Gestaltungsbeirat vorgelegt werden soll. Ob es künftig einen Bebauungsplan für die Wollmatinger Mitte geben wird oder nach wie vor Einzelfallentscheidungen getroffen werden, darum geht es dann am Dienstag im Technischen und Umweltausschuss.

1981 hat Roland Kederer den Familienbetrieb – den Gasthof Linde in Wollmatingen – übernommen. Im vergangen Jahr hatte er angekündigt, das Anwesen verkaufen zu wollen.
1981 hat Roland Kederer den Familienbetrieb – den Gasthof Linde in Wollmatingen – übernommen. Im vergangen Jahr hatte er angekündigt, das Anwesen verkaufen zu wollen. | Bild: Scherrer, Aurelia

Was mit der Linde passiert

Bekannt ist bereits, was aus dem ehemaligen Gasthof Linde werden soll. Die Gesamtgrundstücksfläche beträgt 1300 Quadratmeter. Geplant sind zwei Gebäude für eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Sie sollen dreigeschossig werden und einen zweigeschossigen Verbindungsbau erhalten – die Gibelseite zur Radolfzeller Straße hin. Am Löwenbrunnen soll der Platzcharakter erhalten bleiben.

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Auch wieder eine Gastronomie

19 Parkplätze sind in der Tiefgarage geplant. Das Erdgeschoss sei für Gewerbeeinheiten vorgesehen, erklärte Architekt Stefan Pfister bereits Ende 2019. Auch eine Gastronomie ist, wie einst in der Linde, vorgesehen: an der Ecke zur Kindlebildstraße. Zudem könnten eine Eisdiele und eine Bäckerei einziehen.