Ein Immobilienmakler sucht nach einer Drei- oder Vierzimmerwohnung „in bevorzugter Wohnlage von Konstanz„. Ein ganz gewöhnlicher Aushang zum Kauf einer Eigentumswohnung, die Stadt gilt bekanntlich als begehrtes Ziel für Mieter und Anleger.

Was macht diese Wohnungssuche besonders?

Der Aushang von Patrick Rosen, Vertriebsleiter der Konstanzer Filiale der Postbank Immobilien, zieht jedoch Aufmerksamkeit auf sich: Gesucht wird für einen Profi der Fußballbundesliga. Und das nicht zum ersten Mal, wie Rosen gegenüber dem SÜDKURIER erklärt.

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„Es handelt sich um einen Spieler von Hertha BSC Berlin“, sagt er. Mehr könne und dürfe er nicht sagen und bittet um Verständnis. Der Kontakt zum Club aus der Hauptstadt besteht laut Immobilienmakler Rosen seit einigen Jahren. Für Furore auch abseits des Sports sorgten bei Hertha BSC zuletzt der Einstieg von Investor Lars Windhorst oder das in einem skandalösen Abschied endende Trainer-Engagement von Jürgen Klinsmann.

Das Engagement von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC Berlin währte nur wenige Wochen und endete in einem Skandal.
Das Engagement von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC Berlin währte nur wenige Wochen und endete in einem Skandal. | Bild: Britta Pedersen
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Schon einmal einem Berliner Spieler eine Wohnung vermittelt

Damals habe er erfolgreich eine Wohnung für einen Profi der Hertha gesucht. Den Kontakt zu Patrick Rosen stellte das Management des Spielers her – und der Makler hinterließ offenbar bleibenden Eindruck. Bei der neuerlichen Suche nach einer Eigentumswohnung mitten auf dem überhitzten Konstanzer Wohnungsmarkt handelt es sich laut dem Makler nicht um eine Geldanlage. „Die Wohnung ist als Zweit- oder Drittwohnsitz gedacht.“

Sie soll also vom Spieler und dessen Familie selbst genutzt und nicht weitervermietet werden, trotz der 727 Kilometer Distanz nach Berlin, auf die eine Steintafel an der Oberen Laube seit 1977 aufmerksam macht. „Die Flugverbindung nach Zürich war ja, zumindest vor Corona, exzellent“, sagt Rosen. Der Kicker will es sich also offenbar in seiner freien Zeit am See gemütlich machen.

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Gesucht würde eine Wohnung mit 100 bis 120 Quadratmetern, erste Anfragen gab es laut dem Postbank-Makler schon. „Viele wollen einfach wissen, um wen es sich beim Interessenten handelt“, räumt dieser ein. Bei seriösen Angeboten spricht laut Rosen auch nichts dagegen, den Namen des potenziellen Käufers bekannt zu geben.

„Es sollte keine 08/15-Wohnung sein“

Seriös meint in dem Fall: Angemessen für das Portemonnaie eines Profis eines Fußballvereins in der ersten Bundesliga. Der Hinweis auf die „bevorzugte Wohnlage„ kommt nicht von irgendwoher. „Es sollte keine 08/15-Wohnung sein“, sagt Patrick Rosen.

Nun denn: Angesichts der im Fußballgeschäft bekannten Gehälter sollten die für Konstanz üblichen Quadratmeter-Preise ab 4500 Euro aufwärts – wohlgemerkt für eine Durchschnittswohnung – verkraftbar sein.