Erhöhung der Verkehrssicherheit, Verbesserung der Orientierung für Radfahrer und Vereinheitlichung der verkehrsrechtlichen Ausweisungen sind Ziele, welche sich die Stadtverwaltung Konstanz für die Optimierung des Bodenseeradwegs vorgenommen hat.

Von den Vorschlägen sind die Dingelsdorfer Ortschaftsräte jedoch größtenteils nicht begeistert und fordern bezüglich prekärer Stellen eine erneute Prüfung. Eine Vereinheitlichung und damit einhergehend eine Minimierung des Schilderwalds können sie nicht entdecken.

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Anlass für die angestrebten Verbesserungen für den Bodenseeradweg seien die Maßnahmen des Handlungsprogramms Radverkehr und der Impuls von Oberbürgermeister Uli Burchardt, sagte in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Gregor Gaffga, Radbeauftragter der Stadt Konstanz.

Der Bodenseeradweg als wesentliche touristische Infrastrukturmaßnahme erfreue sich nicht zuletzt aufgrund der Zunahme des Radverkehrs steigender Beliebtheit. Die „historische gewachsene“ Strecke solle nun optimiert werden, um nicht zuletzt die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Entlang der Strecke gebe es eine große Vielfalt von Beschilderungen, so Gaffga, der aufzählte: Gemeinsamer Geh-/Radweg, Tempo 30-Zone, Verbot für Kfz, teilweise Freigaben für Anlieger oder landwirtschaftlichen Verkehr. Auf manchen Strecken dürfe maximal 30 Stundenkilometer gefahren werden, in anderen Teilstücken seien 50 Stundenkilometer und mehr erlaubt. Das solle vereinheitlicht und vereinfacht werden.

Die Dingelsdorfer Ortschaftsräte konnten eine Vereinfachung jedoch nicht entdecken. Vorstellen könnten sie sich durchgehende Tempo-30-Zonen, wie beispielsweise Roland Romer (Freie Wähler) anregte.

Vorschlag der Stadt überzeugt die Räte nicht

Aufgrund bestehender Rechtgrundlagen sei dieser Wunsch nicht erfüllbar, erläuterte Gregor Gaffga. Stattdessen habe die Stadtverwaltung vor, zwischen Ortsausgang und Campingplatz Fließhorn sowie ein Teilstück der Hornwiesenstraße beim Campingplatz Klausenhorn als Fahrradstraße auszuweisen. Das bedeute für Dingelsdorf nicht nur eine neue verkehrsrechtliche Variation, die es bislang nicht gab.

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„Macht eine Radstraße für hundert Meter überhaupt Sinn?“, warf Ortsvorsteher Heinrich Fuchs (CDU) bezüglich der Teilstrecke beim Klausenhorn in den Raum. Eine Fahrradstraße, die dann Richtung Wallhausen in einen gemeinsamen Fuß- und Radweg mündet, ist für Manfred Renz (CDU) keine schlüssige Lösung. „Wir haben einen Schilderwald ohne Ende“, so Renz, der diesbezüglich keine Verringerung zwischen dem Ist-Zustand und der neuen Planung ausmachen konnte.

Kleiner Umweg könnte sicherer sein

Vielmehr überlegten die Ortschaftsräte, ob der Bodenseeradweg statt über die Hornwiesenstraße, die aufgrund Unübersichtlichkeit in Verbindung mit zahlreichen Grundstückausfahren Gefahren für Radfahrer berge, nicht parallel in die Straße Zum Klausenhorn verlegt werden könne. Dies sei ein Vorschlag der Anwohner in der Hornwiesenstraße, so Horst Scheu (SLWD), der argumentierte: „Es ist ein akzeptabler Umweg für Radfahrer und – im Gegensatz zur Hornwiesenstraße – gibt es dort weniger Zufahrten.“

Die Dingelsdorfer Ortschaftsräte überlegen, ob der Bodenseeradweg von der Hornwiesenstraße in die Straße „Zum Klausenhorn“ verlegt werden könne. Problematisch könnte dann jedoch die Verkehrssituation am Sportboothafen (Bild) werden.
Die Dingelsdorfer Ortschaftsräte überlegen, ob der Bodenseeradweg von der Hornwiesenstraße in die Straße „Zum Klausenhorn“ verlegt werden könne. Problematisch könnte dann jedoch die Verkehrssituation am Sportboothafen (Bild) werden. | Bild: Scherrer, Aurelia

Heinrich Fuchs stimmte zu: „Es wäre eine attraktivere Wegeführung, von der Straßenführung her übersichtlicher, denn die Hornwiesenstraße ist ein kompliziertes Gebiet.“ Er gab jedoch zu bedenken: „Die Verlegung könnte wegen des Sportboothafens ein Problem sein.“

Fuchs regte an, mit dem Sportverein Dingelsdorf, insbesondere mit dessen Wasserportabteilung, die Idee zu besprechen. „Ich bin grundsätzlich offen für eine Verlegung. Ich kann aber nicht abschätzen, ob es eine Verbesserung wäre oder nur Probleme getauscht würden“, meinte Gregor Gaffga.

Ein Problem führt zum nächsten

Die Oberdorfstraße hat zwar nichts mit dem Bodenseeradweg zu tun, rückte dennoch in den Fokus der Diskussion des Dingelsdorfer Ortschaftsrates. Hier könnte sich Gregor Gaffga einen gemeinsamen Rad- und Fußweg vorstellen. „Wir sehen hier einen Mehrwert, wenn kein normaler Pkw fährt und die Strecke nur für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr frei wäre“, so der Radbeauftragte. Aktuell gilt hier noch: Anlieger frei.

Ob es Sinn machen würde, den Anliegerverkehr nach Oberdorf auszusperren, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, will der Ortschaftsrat noch mit den Anliegern besprechen.
Ob es Sinn machen würde, den Anliegerverkehr nach Oberdorf auszusperren, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, will der Ortschaftsrat noch mit den Anliegern besprechen. | Bild: Scherrer, Aurelia

Horst Scheu fand die Idee gut, denn: „Aus meiner Sicht ist es zu gefährlich, vor allem, weil es sich um einen Schulweg handelt.“ Er berichtete, wie Radfahrer von Autofahrern überholt würden, wenngleich der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne, gab aber zu bedenken: „Radfahrer sind auch nicht immer gerade die Rücksichtsvollsten.“ Bezüglich der Autofahrer bemerkte Heinrich Fuchs: „Eigentlich fahren dort nur Leute, die da wohnen.“ Und Roland Romer als Oberdorfer sprach sich dafür aus, die Verkehrsregelung so zu belassen wie sie sei, denn: „Das System funktioniert.“

Suche nach der Quadratur des Kreises

Ortsvorsteher Heinrich Fuchs ist unschlüssig: „Beides hat ein Für und Wider. Wir sollten mal mit den Oberdorfern sprechen und uns Gedanken machen, welches der bessere Weg ist.“ Bezüglich der ungelösten Probleme, auch was die Verlegung des Bodenseeradwegs anbelangt, stellte Heinrich Fuchs fest: „Das Thema werden wir nochmals behandeln. Vielleicht hat ja jemand einen Geistesblitz, wie die Quadratur des Kreises geht.“

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