Dramatische Szenen haben sich am Samstagmorgen im Strandbad Wallhausen zugetragen. Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und der Feuerwehr Konstanz, aber auch die Mitarbeiter des Bades, Polizeibeamte, Sanitäter und Notärzte waren bei zwei Ertrinkungsunfällen innerhalb kurzer Zeit gefordert.

DLRG-Chef: Zwei so schwere Unfälle in so kurzer Zeit kommen zum Glück nur selten vor

Das teilte die DLRG Konstanz mit. Wie Vorsitzender Clemens Menge auf Nachfrage sagte, ist eine solche Häufung von folgenschweren Unfällen ausgesprochen selten. Der erste Notruf kam den Angaben zufolge am Samstagmorgen um 7.42 Uhr. Die Einsatzkräfte der DRLG sowie die Besatzung eines Polizeihubschraubers suchten nach einem als vermisst gemeldeten Mann. Die Person wurde gefunden und zunächst an Land reanimiert. Dann wurde der Mann nach DLRG-Angaben ins Krankenhaus gebracht, sein Zustand wurde zunächst als lebensbedrohlich eingestuft.

Die Einsatzkräfte waren noch auf dem Rückweg, da meldete der Alarm den nächsten Ertrinkungsunfall

Die DLRG-Kräfte waren nach Auskunft von Clemens Menge noch auf dem Rückweg in die Stadt, als die Leitstelle sie erneut nach Wallhausen beorderte. Dort wurde gegen 8.50 Uhr ein zweiter Ertrinkungsunfall festgestellt. Die Retter konnten die Frau an Land bringen, auch sie musste wiederbelebt werden. Ihr Zustand galt als ernst, erlaubte später aber den Transport in eine Klinik.

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Wie es den beiden Patienten eineinhalb Tage nach den folgenschweren Unfällen ging, konnte die DLRG am Sonntagabend nicht sagen, da für sie der Einsatz technisch abgeschlossen war. Vergessen haben die Ehrenamtlichen die beiden belastenden Situationen allerdings nicht. „Das sind, bei aller Professionalität, schon schwierige Momente“, so Clemens Menge.

Am Nachmittag sorgt der Sturm dann für eine Serie von Alarmen

Für die DLRG war die Arbeit am Samstag mit den beiden Einsätzen in Wallhausen noch lange nicht vorbei. Der Sturm am Nachmittag sorgte für eine Fülle von Alarmen. Peter Augustyniak zieht Bilanz: „Soweit ich mich erinnere, war dies in meinen 35 aktiven DLRG-Jahren der alarmierungsreichste Tag.“ Ausrücken mussten er und seine ehrenamtlichen Kameraden auf dem Überlinger See und auf dem Untersee. Dort waren Jollen und Kanus gekentert. Auch Stand-Up-Paddler wurden vermisst, konnten aber alle in Sicherheit gebracht werden. Zu weiteren medizinischen Notfällen kam es nicht.

Auch am Sonntag zog wieder ein Unwetter über den See, die DLRG ließ vorsichtshalber ein sturmfestes Boot auslaufen

Clemens Menge mahnte zu vorsichtigem Umgang mit dem Wetter. „Eigentlich konnte jeder sehen, dass ein Unwetter aufzieht, und die Warnlampen waren ebenfalls in Betrieb. Es ist mir unverständlich, wie Segler und Paddler bei solcher Gefahr das Risiko nicht sehen und auf dem Wasser bleiben, statt sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Bei so viel Leichtsinn fällt mir zum Teil nichts mehr ein.“ Die Unwetterfront vom Sonntagnachmittag löste immerhin keine weiteren DLRG-Einsätze aus. Clemens Menge sagte, man habe nach den Erfahrungen des Vortags aber beschlossen, ein sturmfestes Boot zu besetzen und sicherheitshalber auslaufen zu lassen. Es musste auf dem See niemandem zu Hilfe eilen.

Blitzlichter warnen, aber nicht immer sind sie stärker als der Leichtsinn

Der Bodensee ist berüchtigt für schnell aufziehende Unwetter mit starkem Wind. Deshalb warnen auffällig platzierte, auch bei Tageslicht gut sichtbare orangefarbene Blitzlampen. Je nach Gefahrenstufe leuchten sie 40 oder 90 Mal in der Minute. Schwimmer, Stand-Up-Paddler, Kajak- und Kanadierfahrer sollten bei dieser Warnung umgehend einen sicheren Ort am Ufer aufsuchen.

Mehr noch gilt dies für Badende mit den derzeit modischen aufblasbaren Objekten. Oft täuschten sie eine falsche Sicherheit vor und verleiteten die Menschen, auch bei Sturm aufs Wasser zu gehen, so der Konstanzer DLRG-Chef Clemens Menge.

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